Die halbe Miete? Von wegen!

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Die halbe Miete? Von wegen!

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Nach gerade einmal zwei Spielen zwischen dem KAC und den Vienna Capitals steht bereits eines fest: Diese Finalserie ist aufreibend. Sowohl in physischer als auch in psychischer Hinsicht.

Dem knappen 1:0 in Wien folgte gar ein 2:1 nach Overtime in Klagenfurt.

Der KAC führt in der Serie zwar scheinbar komfortabel bereits mit 2:0, doch nach der Schlusssirene am Sonntag waren sich alle Beteiligten einig: Hier ist noch lange nichts entschieden.

Das Selbstvertrauen aufpoliert

Über 60 Minuten hatten sich der KAC und die Capitals in der Klagenfurter Stadthalle nichts geschenkt. In einem Spiel, in welchem beide Reihen sehr auf Sicherheit bedacht waren. Keine Fehler machen, schien die von den Head Coaches Christer Olsson und Tommy Samuelsson ausgegebene Devise zu sein.

Doch genau ein Fehler war es, der letztendlich die Partie entschied. Jamie Fraser, im zweiten Spielabschnitt noch der Schütze zum Ausgleich der Gäste, verlor in der Vorwärtsbewegung den Puck. Tyler Spurgeon war auf und davon, bediente John Lammers und es war geschehen (67.).

Ausgerechnet Lammers. Jener an und für sich brandgefährliche Kanadier, der seit neun Spielen nicht mehr getroffen hatte. Neben dem großen Dienst, den er seiner Mannschaft damit erwiesen hat, war es somit auch eine persönliche Erlösung, die dem 27-Jährigen am Ostersonntag widerfuhr.

„Toll, dass Johnny endlich wieder getroffen hat“, fiel im Anschluss auch seinem Trainer ein Stein vom Herzen. „Es wird ihm Auftrieb geben.“

Wenig überrascht

In Führung gebracht hatte den KAC Raphael Herburger (29.). Dass neuerlich ein 1:0-Vorsprung reichen würde, hatte bei den Roten sowieso niemand erwartet.

„Da haben wir schon gewusst, dass das für einen weiteren Sieg zu wenig sein würde“, erklärt ein müde wirkender Thomas Koch. „Wir haben uns ein so enges Spiel erwartet.“

Bei den Capitals war die Stimmungslage nach dem zweiten verlorenen Finale naturgemäß getrübt. Samuelsson gefiel das Auftreten der Seinen in der Klagenfurter Stadthalle allerdings besser als zuletzt auf heimischem Eis. „Wir haben heute viel besser gespielt, waren aggressiver.“

Mathematik zum Kübeln

Vier Siege werden benötigt, zwei hat man bereits in der Tasche. Geht man nach Adam Riese, ist das die halbe Miete auf dem Weg zum 30. Titel des Rekordmeisters. In den Worten der Akteure klingt das aber ganz anders.

Besagter Koch kommentiert den Stand in der Serie beispielsweise so: „Das hat noch gar nichts zu bedeuten.“

In das gleiche Horn stößt auch sein Coach. „Ich bin glücklich über den Sieg, doch vom Titel sind wir noch ein großes Stück weg“, fordert Olsson von seinem Team, „bescheiden zu bleiben“. Wohlwissend, dass die Motivation des angeschlagenen Boxers in Gelb-Schwarz am Dienstag in der Albert-Schultz-Halle enorm sein wird.

Alles halb so wild

Der Trainer dessen sieht die Sachlage ähnlich. „Beide Partien waren sehr eng, in der Serie ist noch alles offen“, meint Samuelsson gewohnt nüchtern. „Es ist nur ein Break für die Klagenfurter – mehr nicht.“

Die Chance, das Break wettzumachen, haben die Caps allerdings mit dem 1:2 vorerst ausgelassen. Um den KAC nicht auf zwei Breaks erhöhen zu lassen, müssen die Capitals am Dienstag in Wien aber in der Finalserie erstmals anschreiben.

Damit die Serie auch weiterhin so eng und aufreibend bleibt.

Reinhold Pühringer

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