West-Erweiterung in EBEL - Jesenice nicht mehr dabei

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Die Erste Bank Eishockey Liga bekommt Zuwachs – und zwar aus Österreich. Künftig werden der EC Dornbirn und der HC Innsbruck im Oberhaus vertreten sein.

Am Montag stellte der zweifache Nationalliga-Meister aus Vorarlberg den Antrag zur Aufnahme, zwei Tage später ist der „Aufstieg“ endlich Gewissheit.

Im Rahmen der Ligakonferenz sprachen sich die Präsidenten für eine West-Erweiterung aus. Erstmals seit der Jahrtausendwende darf sich Vorarlberg wieder auf „erstklassigen“ Kufensport freuen.

Jesenice nicht mehr dabei

Nach der definitiven Aufnahme in die EBEL können die Vorarlberger jetzt die wirtschaftliche und sportliche Detailplanung angehen. „Auf uns warten intensive Wochen und Monate bis zum ersten Spiel in der Erste Bank Eishockey Liga“, weiß Vorstands-Mitglied Alexander Kutzer.

Eine Entscheidung über die Teilnahme HC Innsbrucks ist zwar gefallen, der Traditionsklub bekommt muss aber noch letzte Details mit dem Hauptsponsor klären.

Nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen wird der HK Jesenice.

Nachdem Sloweniens Talenteschmiede während der Regular Season vor der Pleite stand, konnte der Verein die Auflagen nicht erfüllen und sind künftig nicht mehr in der EBEL vertreten.

Auch die Teilnahme des slowakischen Zweitligisten Piestany ist vom Tisch. Der Verein bekommt die Freigabe des slowakischen Verbandes nicht. Somit wird die EBEL-Saison 2012/13 in einer Zwölfer-Liga gespielt.

Konkurrenten begrüßen Einstieg

„Je mehr Österreicher, umso besser“, kündigte etwa Giuseppe Mion, Obmann des VSV, in der „Kleine Zeitung“ an. Beim Erzrivalen aus Klagenfurt teilte man die Meinung, Vize-Präsident Hellmuth Reichel gab zu verstehen: „Dornbirn und Innsbruck bereichern die Liga. Der Einstieg ist wichtig für das heimische Geschehen.“

Ähnlich sahen es ihre Funktionärskollegen. Nach dem finanzbedingten Ausstieg der VEU Feldkirch im Jahr 2000 kehrt das „Ländle“ auf die Eishockey-Landkarte zurück. Dank tatkräftiger Unterstützung.

"Nach intensiven Wochen und Monaten ist es in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Vorarlberger Wirtschaft und Politik gelungen, ein nachhaltiges Konzept sowie Budget zusammenzustellen, welches ermöglicht sich langfristig zu etablieren“, verlautbarte der Klub in einer Aussendung.

Überraschende Wende

Noch Mitte Februar erklärte EBEL-Boss Karl Safron gegenüber LAOLA1, dass eine schriftliche Anfrage Dornbirns vorliege, die allerdings „mit dem Wunsch nach Sponsoren-Geld verbunden“ sei. Doch dem konnte oder wollte man seitens der Liga nicht nachkommen.

Dementsprechend überraschend trudelte die Benachrichtigung am Montag ein. Elementarer Teil des Konzeptes soll traditionell die Nachwuchsarbeit bleiben, welche dem Ländle-Klub den Titel in der Nationalliga 2008 und 2010 bescherte.

"Mit jungen hungrigen Spielern möchten wir in der Erste Bank Eishockey Liga an den Start gehen und schnelles attraktives Eishockey spielen“, so die Philosophie der Vorarlberger.

Für die „Bulldogs“ beginnt nun der harte Kampf nach dem Spieler-Material. Denn eines ist klar: Um in der höchsten Spielklasse konkurrenzfähig zu sein, benötigt man Verstärkungen.

Im Moment steht beim EBEL-Einsteiger kein einziger Spieler unter Vertrag, und auch beim Trainerposten haben sich die Vorarlberger noch für keine Richtung entschieden.

HCI-Boss drängt auf Comeback

Nur mehr Formsache ist die Eingliederung des HC Innsbruck. Die Liga gewährte den Tirolern, die auch schon an der Präsidentensitzung teilnahmen, noch eine Frist, um die letzten Unklarheiten auszuräumen und die Zukunft zu konkretisieren. Dies sollte aber kein Problem für die Tiroler darstellen.

Insbesondere Günther Hanschitz, seines Zeichens geschäftsführender Obmann des HCI, soll entgegen aller Warnungen von Politik und Sponsoren auf ein Engagement gedrängt haben. Noch im Frühjahr 2009 gab der Verein seinen Rückzug aus der EBEL bekannt. Richtig, aus finanziellen Gründen.

Damals sah man sich nicht in der Lage, mit den verfügbaren Mitteln bestehen zu können. Nun – drei Jahre danach – fühlt sich der amtierende Zweitliga-Champion wieder reif.

Christoph Köckeis

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