Teil 6: Internationalität der EBEL – Fluch oder Segen?

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Finanzielle Aspekte sowie Auswirkungen auf Österreichs Eishockey

Im sechsten Teil der Serie wird die Auswirkung der Punkteregel auf die ausländischen EBEL-Klubs erläutert.


Die Internationalität der EBEL – Fluch oder Segen?

Ich habe mich bis jetzt nur mit der Auswirkung der Punkteregelung auf die österreichischen Vereine und Spieler befasst, von dort kommt ja auch das einzige wahrnehmbare Wehklagen.

Denn die Internationalität unserer Liga, die durchaus ihren Charme hat, bringt ja auch mit sich, dass die ausländischen Teams mit der Punkteregelung leben müssen.

Dabei gibt es völlig verschiedene Voraussetzungen:

 

HC Znojmo:

Stießen zwar diesmal zum ersten Mal seit Jahren Richtung 60-Punkte-Grenze vor, sind aber von der Regelung kaum betroffen. Selbst ihre bestenfalls drittklassigen einheimischen Kräfte können mit den rot-weiß-roten Teamspielern bestens mithalten, eine Legionärsreduzierung würde sie automatisch zu einem heißen Titelanwärter machen. Und die Diskussionen, ob der Faktor für Teamspieler wegfallen sollte, können die Znaimer natürlich völlig kaltlassen - ihre Cracks können dem Nationalteam nur nahekommen, wenn sie sich eine Eintrittskarte für Länderspiele kaufen.

 

Fehervar AV19:

Sind am ehesten mit den rot-weiß-roten Teams vergleichbar: Eine Reihe von Teamspielern und Nullpunktern, gekoppelt mit der heurigen Rekordzahl von neun Legionären. Doch im Gegensatz zu den österreichischen Teams brauchen sie sich den einheimischen Markt nicht mit sieben anderen Teams aufzuteilen.

 

Olimpija Ljubljana:

Den Slowenen kann die Punkteregelung völlig „powidl“ sein. Für sie geht es nur darum, jedes Jahr irgendein Team aufs Eis zu stellen, wenn es um die Auszahlung der Gehälter geht, herrscht eine „Hütchenspieler“-Mentalität.

 

HC Bozen:

Die Bozener stoßen jedes Jahr an das Punktelimit, für sie sind Umstrukturierungen im Punktesystem von Belang, aber nicht entscheidend: Mit dem schier unbegrenzten Markt an Italo-Kanadiern sollten sie jederzeit ein konkurrenzfähiges Team zusammenstellen können. Immerhin haben sie diesen Wettbewerbsvorteil im Gegensatz zu Zagreb, das Pässe austeilte wie ein Start-up-Unternehmen Werbeflyer, nicht ermogelt.

Gemeinsamer Nenner schwer zu finden

Die ausländischen EBEL-Teilnehmer sind also in ihrer Zusammensetzung viel zu unterschiedlich, die Punkteregelung wird daher bei den Ligasitzungen auch fast ausschließlich von den österreichischen Teams diskutiert.

Die internationalen Vereine werden jedoch gerne als Schreckgespenst verwendet, Legionärsbeschränkungen würden für diese angeblich mehr als den bisher einzigen ausländischen EBEL-Titel von Bozen bedeuten.

Fest steht: Diese Teams machen die Aufgaben für die Ligaverantwortlichen sicher nicht einfacher. Die acht österreichischen Interessen unter einen Hut zu bringen, ist schon wie einen Sack Flöhe hüten.

Wenn dann noch vier Teams mit völlig verschiedenen Spielermärkten dazukommen, wird es noch viel schwieriger, einen gemeinsamen Nenner für die zwölf Teams zu finden.

Das war der zweite Themenblock "Die finanziellen Aspekte sowie die Auswirkungen auf Österreichs Eishockey", im siebten und abschließenden Teil der großen Reportage von Bernd Freimüller geht es um mögliche Alternativen zur Punkteregelung. 

Die Geschichte des Systems sowie dessen Stärken und Schwächen

Teil 1: Die Geschichte der Punkteregelung

Teil 2: Das objektive System – Die Parameter

Teil 3: Die Stärken und Schwächen des Systems

Die finanziellen Aspekte sowie die Auswirkungen auf Österreichs Eishockey

Teil 4: Die Punkteregelung als Salary Cap?

Teil 5: Schaden Legionäre Österreichs Eishockey?

Teil 6: Die Internationalität der EBEL – Fluch oder Segen?

Andere Systeme und deren Auswirkungen

Teil 7: Die Alternativen zur Punkteregelung

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