Rotter: "Das ist natürlich bei weitem übertrieben"

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Gut, dass es die Champions Hockey League (LIVE bei LAOLA1.tv) gibt.

Ansonsten müsste Rafael Rotter bis 23. Oktober auf sein nächstes Eishockey-Spiel warten.

So darf der Caps-Stürmer bereits am Dienstag im 1/16-Final-Rückspiel gegen HC Litvinov  aus Tschechien (Hin: 3:4 in Wien) wieder aufs Eis.

Acht Spiele Sperre

In der EBEL verpasst der Teamspieler allerdings einige Partien, auch am Freitag das Top-Spiel der Runde auswärts gegen die Black Wings Linz, die einen Rang vor Wien auf Platz zwei liegen.

>>> EHC Black Wings Linz vs. Vienna Capitals, Fr., 19:10 Uhr LIVE bei LAOLA1.tv <<<

Grund dafür ist seine acht Spiele andauernde Sperre, die der 28-Jährige diese Woche vom Department of Player Safety (DOPS) ausgefasst hat.

Beim 5:3-Heimsieg gegen Olimpija Ljubljana checkte Rotter Gegenspieler Guilaume Desbiens gegen Kopf und Hals. Am Eis gab es dafür keine Strafe, doch das DOPS reagierte nachträglich.

"Das sind keine acht Spiele"

"Wenn ich mir das Video anschaue, dann ist das natürlich bei weitem übertrieben und keine Sperre von acht Spielen", sagt Rotter im Gespräch mit LAOLA1.

"Ich bin zwar natürlich etwas abgehoben, aber das ist bei 70 Prozent der Checks in der Liga der Fall. Zudem habe ich mich davor weggedreht, habe den Check nicht voll gefahren", beteuert der Leistungsträger.

Die Anzahl der Sperre resultierte aus der Formel 5+3.

Fünf Spiele für den eigentlichen Check, die das DOPS wie folgt erklärte: "Kontakt mit dem Kopf des Gegners, der nicht den Puck führte, sowie das unnötige Einsetzen der oberen Extremitäten (rechter Arm)."

Zusätzlich drei Spiele als Wiederholungstäter.

"Ich bin kein Liebling der Schiedsrichter. Es hat sicher damit zu tun, dass ich es bin", weiß Rotter und verweist auf den Vorfall vor fünf Jahren, als er einen Referee zu Boden rempelte und 16 Spiele Sperre ausfasste.

"Dann bekomme ich nächstes Mal 18 Spiele"

Vergangene Saison kassierte Rotter nach einem Duell mit den Black Wings eine zweifelhafte Sperre von zwei Spielen wegen unerlaubten Körperangriffs.

"Das macht das Eislaufen schwierig", hofft Rotter, dass nun nicht jeder Check geahndet werden würde. "Wenn der Gegner dann liegen bleibt, kriege ich nächstes Mal 18 oder 19 Spiele."

Rotter stellt klar: "Jeder in der Liga weiß, dass ich keinen verletzen will. Ich wusste ja nicht einmal, dass ich jemanden so verletzten könnte."

Gegenspieler Desbiens blieb am Boden liegen und erlitt eine Gehirnerschütterung. "Ich habe mich entschuldigt", schildert Rotter.

Selbstkritik und kein böses Wort

Frei von Schuld spricht sich der Übeltäter freilich nicht. "Ich war sicher zu spät dran", gibt Rotter zu und skizziert auch unglückliche Umstände.

"Mein Pech ist, dass ich nicht der Größte bin, Desbiens allerdings zwei Meter. Ich erwische ihn mit dem Helm am Kinn und er bleibt am Boden liegen. Wenn das nicht der Fall ist, kriege ich kein Spiel oder eines."

Zusatz: "Der Schiedsrichter am Eis ist einen Meter daneben gestanden und hat das klar gesehen. Es gab im Spiel keine Strafe."

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Rotter akzeptiert diese nun. "Ich muss die acht Spiele absitzen, ganz klar. Es tut mir leid, dass ich dem Team nun nicht helfen kann."

Rotter ist nach sechs Spielen mit acht Vorlagen Assist-König der Liga, ein Tor gab es aber noch keines und wird es bis zum Gastspiel beim KAC auch nicht geben.

Über das DOPS verliert Rotter deshalb aber kein böses Wort.

"Mit ihnen ist eben nicht zu spaßen, sie machen gute Arbeit und ich denke, es wird so weitergehen, dass die Spieler gut beschützt werden."

Der DOPS ist für Rotter damit gelutscht.

 

Bernhard Kastler

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