Mit Spaß und Selbstvertrauen kam der Erfolg

Aufmacherbild
 

Wenn’s laft, dann laft’s!

So lässt sich die momentane Situation der Graz99ers auf gut steirisch wohl am besten beschreiben. Immerhin feierten die Murstädter in den letzten sechs Spielen nicht weniger als ebenso viele Siege und sind damit nur mehr fünf Punkte von Tabellenplatz 6 entfernt.

(Villacher SV gegen Graz99ers ab 19:10 Uhr im LIVESTREAM bei LAOLA1.tv)

Hauptgrund für den derzeitigen Höhenflug der 99ers ist ohne jeden Zweifel der Anfang des Monats getätigte Trainerwechsel. Seit Ivo Jan das Zepter von Todd Bjorkstrand übernommen hat, zeigt sich die Mannschaft mit einem komplett anderen Gesicht.

„Ivo hat einfach von Anfang an versucht den Spaß zurück in die Mannschaft zu bringen“, hebt der Kapitän der Graz99ers, Philipp Pinter, im Gespräch mit LAOLA1 vor allem die wiedergefundene Freude am Eishockey hervor.

„Spieler verloren den Glauben“

Die Freude an der Sache, die sich unter dem US-amerikanischen Ex-Coach Bjorkstrand zum Ende seiner Amtszeit kaum mehr finden ließ.

Vor allem seine harte Gangart im Training sorgte für Missmut, zumal sich dadurch auch der gewünschte und erwartete Erfolg nicht einstellte, wie Pinter erzählt:

„Todd war ein extrem intensiver Trainer und man hat dann natürlich schon gesehen, dass viele mit der Zeit den Glauben verloren haben. Weil man doch sehr hart gearbeitet und im Endeffekt dann aber nichts dabei rausgeschaut hat.“

Umso mehr schaute für die Grazer dafür seit dem Amtsantritt von Ivo Jan raus. Neben dem Spaßfaktor führt Pinter dies auch auf die Spielvorbereitung des Slowenen zurück: „Er ist sehr bedacht darauf, dass wir fit und ausgeruht in die Spiele gehen und das hat man bis jetzt auch gesehen. Wir haben seit dem ersten Spiel unter ihm von Beginn an immer kompakt und giftig agiert. Das hat man in den ersten Saisonspielen einfach etwas vermisst.“

Hilfreiches Vier-Linien-Spiel

Dieser Fitness und Spritzigkeit während dem Spiel kommt neuerdings nun auch zu Gute, dass Jan jedes Spiel konsequent mit vier Linien beginnt und – sofern es der Spielstand zulässt – auch dabei bleibt.

Das sorgt nicht nur dafür, dass die Leistungsträger der 99ers etwas entlastet werden, sondern steigert auch Selbstvertrauen der jungen österreichischen Spieler in den Reihen der Grazer, von denen Pinter sehr viel hält: „Wir haben mit Zusevics, Natter, Pirmann und auch Zierer, wenn er dabei ist, eine sehr gute vierte Linie. Die Jungs sind alle sehr schnell und können für einiges an Druck aber vor allem auch für Entlastung der vorderen drei Reihen sorgen.“

Generell versuchte der Slowene das Selbstvertrauen des gesamten Teams wieder auf Vordermann zu bringen. Dies gelang ihm unter anderem auch, weil er den Spielern laut Pinter die Angst vor Fehlern nahm und sie dazu ermutigt, sich Aktionen zuzutrauen und im Match auch etwas zu versuchen.

Zuerst der VSV, dann Red Bull Salzburg

Zwei Spiele haben die Cracks der 99ers vor dem International Break jetzt noch Zeit, um diese Vorgaben Jans erneut erfolgreich umzusetzen. Ein leichtes Unterfangen wird dies allerdings nicht werden. Am Sonntag wartet immerhin der amtierende Meister und momentane Tabellenführer Red Bull Salzburg auf die Steirer.

Zwei Tage zuvor müssen die Grazer nach Villach und beim VSV bestehen, bei dem es zurzeit ordentlich kriselt. In den letzten sechs Spielen konnte lediglich ein Sieg – gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht aus Ljubljana – eingefahren werden, zudem äußert sich von Seiten der Fans immer mehr Kritik an den Entscheidungen des Vorstandes und des Trainers.

Trotzdem nimmt man das Spiel bei den Grazern natürlich nicht auf die leichte Schulter, vielmehr sieht Pinter sogar gewisse Parallelen zwischen der momentanen Situation des VSV und jener der 99ers vor ein paar Wochen.

„Bei uns ist es auch lange Zeit nicht gut gelaufen, aber irgendwann geht dann halt einmal der Knopf auf. Der VSV hat ein sehr gutes Team und in Villach ist es sowieso immer schwer zu bestehen, vor allem auch, weil die Mannschaft durch den aufkommenden Druck der Fans nun vermutlich ihr bestes Eishockey zeigen will.“

„Von Beginn an unter Druck setzen“

Damit den Villachern aber nicht gerade gegen die 99ers der Knopf aufgeht, wollen Pinter und Co. die Adler „gleich von Beginn an unter Druck setzen“.

„Wir werden versuchen die Scheibe tief zu bringen und viel Verkehr vor dem Tor zu erzeugen. Natürlich nicht dumm, dass wir dann nicht selber in Konterchancen gegen uns laufen“, gibt der gebürtige Villacher die Marschroute vor, der außerdem noch die Wichtigkeit seiner beiden Torleute (Sebastian Dahm und Thomas Höneckl, Anm.) hervorhebt.

Er und sein Team strotzen nach dem Trainerwechsel und der momentanen Siegesserie auf jeden Fall nur so vor Selbstvertrauen und sie zeigen sich bereit, diese auch am kommenden Wochenende fortzuführen.

Die Chancen dazu stehen auf jeden Fall nicht so schlecht, denn eines ist gewiss:

Wenn’s laft, dann laft’s!

 

Marc Schwarz

 

(Villacher SV gegen Graz ab 19:10 Uhr im LIVESTREAM bei LAOLA1.tv)

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen