Abgebrühte Salzburger, unglücklicher KAC

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Seit Sonntag-Abend ist es Gewissheit! Der österreichische Eishockey-Rekordmeister EC KAC wird sein Titelkonto in der Saison 2014/15 nicht aufstocken können.

Die Klagenfurt müssen sich im vierten Halbfinalspiel der „best-of-seven“-Serie gegen den Topfavoriten auf den Titel, EC Red Bull Salzburg, mit 2:3 nach Verlängerung geschlagen geben und somit bereits nach vier Spielen und ohne einen einzigen Sieg die Segel streichen.

Auch wenn die Mozartstädter für die „Rotjacken“ eine Nummer zu groß waren, waren die Kräfteverhältnisse in diesem Playoff-Duell nicht so deutlich verteilt, wie es auf den ersten Blick scheint.

„Jedes Spiel war sehr emotional. Es war sehr knapp. Wir haben großartig gespielt und das 0:4 in der Serie spiegelt unsere Leistung nicht wider“, ist Jamie Lundmark die Enttäuschung nach dem Ausscheiden beim Interview mit LAOLA1 förmlich ins Gesicht geschrieben.

Salzburg in entscheidende Phasen zur Stelle

Kein Wunder, denn aus Sicht der Klagenfurter hätten die Playoffs durchaus noch den einen oder anderen Spieltag länger dauern können. In drei der vier Partien hatte man entweder deutliche, oder mehrmalige Führungen, konnte dieser aber nie über die Zeit bringen.

„Die Salzburger haben einfach in den wichtigen Momenten die Tore gemacht und wahrscheinlich auch ein paar Kleinigkeiten besser gemacht als wir. Deswegen haben sie die Spiele schlussendlich auch gewonnen“, versucht Stürmer Thomas Hundertpfund Erklärungen für die Niederlagen zu finden.

Tatsächlich schienen die „Roten Bullen“ auf alle Vorlagen des KAC die richtige Antwort parat zu haben und diese auch noch zu perfekten Zeitpunkten. Dies musste auch Lundmark zur Kenntnis nehmen, der noch einmal betonte, dass „die Salzburger einfach gutes Team haben, das jeden Fehler gnadenlos ausnutzte. Darum muss man ihnen auch zum Aufstieg gratulieren.“

„Bullen“ auch mit dem nötigen Glück

Neben dieser individuellen Klasse hat dem Team von Dan Ratushny mit Sicherheit auch das viel zitierte und in diesem Fall auch eintretende ‚Glück des Tüchtigen‘ zum Sweep verholfen.

Glück der „Roten Bullen“, das Lundmark äußerst sauer aufstößt: „Wenn man die Spiele Revue passieren lässt, muss man sagen, dass da teilweise wirklich bittere Szenen aus unserer Sicht dabei waren. Ich denke da zum Beispiel an das entscheidende Tor in Spiel zwei, als der Puck nach einem Schuss von John Hughes vom Schoner von Swette in die Luft und dann hinter ihm ins Netz gesprungen ist, oder auch im dritten Spiel, als Furey den Puck unhaltbar ins eigene Tor abgelenkt hat.“

Auch auf Seiten der Salzburger ist man sich bewusst, dass diese Serie auch aufgrund von einigen „lucky bounces“ bereits nach vier Spielen zu Ende ist. „Der Puck ist sicher einige Male etwas glücklich für uns gesprungen, z.B. der Gamewinner von Hughes in Spiel zwei“, spricht auch Kyle Beach das kuriose Game-Winning-Goal aus dem ersten Spiel in der Klagenfurter Messehalle an.

 

„Heben unser Spiel auf nächsten Level“

Doch natürlich ist der bisherige Durchmarsch seiner Mannschaft in den Playoffs weit mehr als nur Glück. Den Hauptgrund sieht der 25-jährige Kanadier im Umgang seines Teams mit heiklen Situationen.

„Das hat bei uns schon die gesamte Saison bisher sehr gut funktioniert, wenn wir hinten lagen oder es kritisch für uns wurde. Man will in solchen Situationen natürlich nicht sein, aber wir haben eine Menge Vertrauen in uns. Wir haben das ganze Jahr daran gearbeitet und es scheint so als ob wir unser Spiel auf den nächsten Level heben, sobald wir in kritische Situationen kommen. Das hat sich in dieser Serie glücklicherweise besonders ausgezahlt.“

Mitverantwortlich dafür ist natürlich auch er selbst. In den vier Partien gegen den KAC konnte er vier Punkte (3 Tore, 1 Assist) verbuchen. Doch vor allem seine Art zu spielen, die oftmals an die Grenze des Erlaubten geht, aber dennoch jeden Gegner aus dem Konzept bringen kann, macht ihn so wertvoll für seine Mannschaft.

„Egal ob durch einen geblockten Schuss, ein Tor, eine Vorlage, oder auch einfach nur durch einen guten Backcheck. Es kommt in solchen Spielen auf viele Kleinigkeiten an, die oft sogar unbemerkt bleiben, aber darauf probiere ich mich zu fokussieren und die Chancen, die ich bekomme, zu nutzen“, erklärt der bullige Stürmer, wie er seinem Team auf verschiedene Arten weiterzuhelfen versucht.

Enttäuschung überwiegt

In der heurigen Saison ihrem Team nicht mehr weiterhelfen, können die Spieler des KAC, für die die Spielzeit mit der 2:3-Overtime-Niederlage nun beendet ist. Eine Spielzeit, in der es allerdings lange Zeit danach aussah, als sei schon Anfang März und ohne Playoff-Teilnahme Schluss. Deswegen kann dieser Halbfinal-Einzug durchaus noch als ein Erfolg gewertet werden.

Darüber freuen kann sich im Lager der „Rotjacken“ so kurz nach dem Playoff-Aus freilich noch keiner so richtig, aber dennoch gibt es bereits in der Stunde der bitteren Niederlage die ersten Versuche, positive Aspekte dieser Saison zu finden.

„Im Moment überwiegt natürlich die Enttäuschung. Aber vielleicht, wenn wir dann in einer Woche zurückschauen auf die Saison, in der einige Tiefen dabei waren, kann man wohl vor allem mit der Qualifikation für die Champions Hockey League zufrieden sein“, spricht Thomas Hundertpfund den Startplatz für die CHL in der kommenden Saison an.

Und Jamie Lundmark stellt noch einmal die positive Entwicklung der vergangenen Monate in den Vordergrund: „Wir sind im Laufe der Saison als Team zusammengewachsen, alle Spieler wissen, was wir gegen Ende der Spielzeit geleistet haben und zumindest das gibt ein gutes Gefühl.“

Ein gutes Gefühl, dass es für den Rekordmeister zu konservieren gilt, um ab September wieder Jagd auf Titel Nummer 31 machen zu können.

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