Westlund vs. Chiodo: Goalie-Duell im EBEL-Finale

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Sie sind die Heiligtümer des Eishockeys.

Wer ihnen in ihrem Gehäuse zu nahe kommt, bekommt eine auf die Mütze. Sie werden von den Teamkollegen verteidigt wie Familienmitglieder.

Zu Recht, denn Torhüter können den Unterschied ausmachen. Vor allem in den Playoffs. Und noch mehr im Finale.

„Es geht in den Playoffs nicht darum, wer die meisten Tore erzielt, sondern wer den Puck vom Tor fernhält“, weiß Black-Wings-Verteidiger und frisch gebackener Vize-Liga-MVP, Chris Murphy.

„Ohne beständigen Goalie hast du keine Chance“

„Du gewinnst in solchen Zeiten nicht ohne einen beständigen Tormann. Da hast du keine Chance“, ist Linz-Coach Rob Daum überzeugt.

Die Endspielserie der EBEL ist also nicht nur ein Duell zwischen Regular-Season-Leader Black Wings Linz und Rekordmeister KAC. Es ist auch eines zwischen den Goalies: Alex Westlund und Andy Chiodo.

Ohne dass sie wirklich miteinander zu tun haben. Sozusagen ein Fernduell. Das womöglich entscheidende in der Finalserie 2012, die nach drei Spielen eine 2:1-Führung der Oberösterreicher aufweist. Denn bislang war das Duell im Gesamten eines auf Augenhöhe.

Jeweils ein Spiel mit weniger guter Leistung

Während der Regular Season waren beide von der Savepercentage im oberen Drittel der Liga zu finden. Chiodo rangierte auf vier (92,41 Prozent), Westlund auf sechs (92,17 Prozent). Vor allem jetzt im Finale ist Top-Form angesagt.

Über die drei Spiele gesehen haben sie das gezeigt. Wobei jeweils einer der beiden Torhüter ein schwächeres Spiel ablieferte, das in der Folge verloren wurde. Bei Westlund das erste in Linz, bei Chiodo das dritte ebenfalls in der Stahlstadt.

„Ich denke, Alex hatte nicht den allerbesten Tag im ersten Spiel. Im zweiten und dritten war das schon besser“, meint Daum.

Und KAC-Coach Christian Weber? „Beim 0:1 am Dienstag in Linz konnte er nichts machen. Danach hat er seine Saves gemacht, aber wir müssen einfach schauen, dass wir die Tore vorne machen.“

Der Pechvogel, der von Daniel Oberkofler nach 36 Sekunden überrascht wurde, hat das schon längst abgehakt: „Es war ein Spiel mit Ups und Downs. Das ist Eishockey. Am Donnerstag geht es weiter.“

Daum hat bislang noch keine groben Fehler der Keeper gesehen: „Der Tormann kann absolut den Unterschied ausmachen, zu jedem Zeitpunkt. Es ist in dieser Serie noch nicht passiert, aber es kann immer passieren.“

Rosen werden gestreut

Die Linzer sind in jedem Fall voll des Lobes für ihren Keeper.

"So ein Rückhalt ist in einer Finalserie extrem wichtig. Alex hat in Klagenfurt schon super gehalten und heute auch wieder. Mit so einem Rückhalt tust du dir natürlich leichter“, sagt Robert Lukas.

Zusatz: „Wenn er weiter so hält, wie bislang, dann bin ich auch zuversichtlich, dass wir das schaffen.“

Murphy schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir haben bislang nicht mehr als zwei Treffer kassiert, Westlund spielt sehr gut und es ist auch für uns gut, ihn hinter uns zu haben.“

Auch Chiodo streut seinem Gegenüber Rosen: „Er spielt gut, hat eine Menge Erfahrung und hilft seiner Mannschaft zu gewinnen.“

Die bekommt der 28-Jährige, der 2001 von den NY Islanders und 2003 von den Pittsburgh Penguins im NHL-Draft in späteren Runden gezogen wurde, prompt zurück.

„Er ist ihr bester Spieler in den Playoffs. Das 0:1 am Dienstag war unglücklich für ihn, er ist ein sehr guter Keeper, der am Donnerstag zurückschlagen will“, weiß Westlund.

Für Chiodo, der für die Penguins acht NHL-Einsätze absolvierte und 2010 zum KAC kam, wäre der Titel sein zweiter nach 2008 mit dem finnischen Traditionsteam Kärpät Oulu.

Kanada versus USA

Für den Kanadier ist es das erste Finale in Österreich. Das kann der US-Amerikaner Westlund nicht von sich behaupten.

2008 unterlag der damalige Keeper mit Olimpija Lubljana Red Bull Salzburg. Zwei Jahre später mit den Black Wings wieder den Mozartstädtern.

Wiederum zwei Jahre später soll es nun endgültig klappen. „Ich will diese Serie endlich gewinnen“, hofft der 36-Jährige auf seinen ersten Titelgewinn.

Zumal auch die Ausgangsposition eine andere als bei den beiden vorherigen war: „Vor meinen ersten beiden Finalserien gehörten wir jeweils nicht zu den zwei Top-Teams, dieses Mal haben wir bewiesen, dass wir ins Endspiel gehören. Wir haben es uns verdient.“

Westlunds Sehnsucht nach der Championship ist groß: „Jede Finalserie ist einzigartig, aber ich liebe dieses Team hier und wir haben eine tolle Saison bislang gespielt. Aber ohne Titel wäre sie nicht komplett.“

Dass er einen großen Teil dazu beitragen muss, weiß er: „Wenn ein Team einen schlechten Goalie hat, dann wird es sehr schwierig, die Serie zu gewinnen.“

Die Goalies stehen im Fokus der Endspielserie zwischen den Black Wings und dem KAC. Es kann aber nur einen geben: Alex  Westlund oder Andy Chiodo.

Das entscheidende Fernduell.

 

Bernhard Kastler

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