Rob Daum: "Brian ist kein dreckiger Spieler"

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Durchatmen, Mund abwischen, weiter geht’s.

Nur zwei Tage nach dem gewonnen Spiel 7 im EBEL-Viertelfinale geht es für die Black Wings bereits am Dienstag (ab 19:30 Uhr im LAOLA1-Ticker) mit dem ersten Halbfinal-Spiel gegen den KAC weiter.

Die erste, überaus nervenaufreibende Playoff-Runde endete für den Meister mit einem Happy End, im alles entscheidenden Spiel setzten sich die Oberösterreicher gegen den VSV mit 4:3 durch.

Happy End für Lebler

Vor allem für Brian Lebler war es ein Happy End. Der Linzer Angreifer musste in der Serie wegen einer Sperre drei Spiele zusehen, vor Sonntag war der 24-Jährige damit bei keinem einzigen Sieg dabei.

In der letzten Partie durfte der Austro-Kanadier dann endlich auch bei einem Erfolg am Eis stehen.

„Es ist frustrierend, wenn die Jungs ohne dich Siege feiern und du kommst zurück und es setzt Niederlagen. Es hat sich gut angefühlt, Spiel 7 zu gewinnen“, freut sich Lebler über den Aufstieg.

Dieser stand bis zur Schlusssirene auf der Kippe. Über eine Minute hatten die Gäste eine 6:3-Überlegenheit nachdem Robert Lukas (Behinderung) und auch Lebler (Spielverzögerung) in die Kühlbox mussten. Letzterer hatte den Puck auf die Oberkante des gegnerischen Tornetzes bugsiert.

„Ich wurde erst ab dem Zeitpunkt meiner Strafe nervös. Es war zwar eine richtige Entscheidung, aber es war so frustrierend. Denn so, wie ich die Scheibe rausgeschossen habe, das schaffe ich kein zweites Mal mehr. Ich hoffte, dass die Jungs für mich die Strafe killen und sie haben es getan.“

Lebler und Strafen

Lebler und Strafen – überhaupt ein eigenes Kapitel. Der 32-fache Saisontorschütze wurde vom DOPS (Departement of Players Safety) nach einem Check gegen Villachs Andreas Wiedergut in Spiel 1 für die folgenden drei Spiele gesperrt. Doch ein Hockey-Spieler darf sich nicht erlauben, daran zu nagen.

„Ich bin in dieser Liga schon einige Male suspendiert worden. Da kannst du dann nichts anderes machen, als in Form zu bleiben und bei deiner Rückkehr wieder alles zu geben. Das gehört zum Spiel, man darf sich darüber nicht allzu viele Gedanken machen“, hält Lebler fest.

Und wie es der Top-Scorer der Linzer in dieser Saison schon selbst anspricht, es war dies nicht das erste Vorkommnis in dieser Hinsicht. In seinen beiden Jahren in Linz gab es schon öfters Sperren.

Nach einem Check gegen Klagenfurts Gregor Hager (schwere Gehirnerschütterung) blieb ihm eine zusätzliche Strafe durch das DOPS zwar erspart, doch in der Vorsaison durfte Lebler gleich sieben Spiele zusehen, nachdem er dem Laibacher Matej Hocevar per Check den Kiefer gebrochen hatte.

„Bin kein Bad Boy“

Kein Wunder, dass dem Black Wing ein Bad-Boy-Image anlastet. Sieht er sich auch als solcher?

„Ich denke nicht, manchmal habe ich auch Pech und bin zur falschen Zeit am falschen Ort. So etwas passiert leider“, rechtfertigt sich Lebler, der „immer versucht, innerhalb der Regeln zu spielen.“

Rückhalt bekommt er dabei von seinem Coach. Rob Daum hätte wohl genügend Gründe, sauer auf seinen Spieler zu sein, schließlich muss der Kanadier ob der Sperren oftmals umstellen. Das ist er allerdings nicht.

„Ich hätte mehr Bedenken, wenn er ein dreckiger Hockey-Spieler wäre, aber das ist er nicht. Er spielt einfach hart. Er ist ein großer Mann, der seine Checks durchzieht und manchmal, wenn man das macht, dann passiert so etwas“, spricht der Head Coach über seinen langhaarigen Schützling.

Daum verteidigt Lebler

Der 55-Jährige kann auch nicht nachvollziehen, warum Lebler dieses Image überhaupt habe.

„Er sollte es nicht haben. Ich verstehe die Strafen, aber er ist kein dreckiger Spieler. Er ist ein sehr ehrlicher Spieler. Ich mag die Art, wie er spielt“, schildert Daum, der freilich auch das Tor Leblers gegen den VSV positiv sah. Schließlich war es erst dessen erster Treffer in der Postseason.

„Ich freue mich für ihn, dass er wieder getroffen hat, weil es wichtig für ihn ist. So fühlt er sich wieder besser“, hofft  Daum auf einen Effekt für die Spiele gegen den KAC. Kein Wunder, ist Lebler doch mit zehn Punkten (6 Tore, 4 Assists) der beste Scorer im Saisonvergleich mit dem Rekordmeister.

„Ich spiele gerne gegen Klagenfurt, sie agieren hart. Dieser Stil liegt mir besser als Villach, das schnellere Spieler hat, die ich mit meiner Geschwindigkeit nicht so oft einholen kann“, freut sich auch Lebler auf seinen Lieblingsgegner. Das ist er nicht nur wegen der Treffer und des Umstandes, dass dies die Neuauflage des letztjährigen EBEL-Endspiels ist, das die Linzer bekanntlich gewannen.

Harter Spieler wird sanfter Vater

Denn Lebler trifft auf den Klub seines Geburtsortes. Klagenfurt steht als solcher in seinem Pass. Sein Vater, der ehemalige österreichische Teamspieler Eddy Lebler, spielte von 1982 bis 1989 für den KAC.

„Mein Dad hat dort gespielt und wir haben nach wie vor Freunde und Familie da, aber was Hockey betrifft, ist Linz mein Team“, sagt der Sohnemann, der seinen Vater demnächst zum Opa macht.

Denn Gattin Kelsey erwartet diese Woche das erste gemeinsame Kind. Und im Gedanken an seine Tochter wird der ansonsten so harte Spieler zum ganz sanften Vater in spe.

 

Bernhard Kastler

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