Eine Gruppe mit reichlich Sex-Appeal

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Vor einem Jahr hatte Hannes Kronthaler vor der Auslosung der Champions-League-Gruppen hoffnungsvoll über seine Wunschgegner geplaudert. Das folgende Albtraum-Los mit Novisibirsk, Fenerbahce und Macerata schien dem Manager von Volleyball-Meister Hypo Tirol eine Lehre gewesen zu sein, denn diesmal hielt er sich bewusst bedeckt.

Die – wenn man so will – Belohnung folgte mit Zenit Kazan, VfB Friedrichshafen und Knack Roeselare auf den Fuß. „Da kann man sich beim besten Willen nicht beschweren“, gab Kronthaler wenige Momente nach dem Öffnen der Kugeln breitlächelnd zu Protokoll.

Aus seinen Worten sprach Erleichterung. Zwar wartet mit Kazan der Titelverteidiger, aber: „Einen Guten müssen wir ja sowieso bekommen.“ Dafür sorgt schließlich die Einteilung der Lostöpfe, die Kronthaler sauer aufstößt.

„Die dritten Mannschaften der Top-Nationen werden aus dem vierten Topf gezogen. Das passt nicht. Die sind oftmals stärker, als jene, die aus dem zweiten gelost werden“, erklärt Kronthaler, an dem dieser Kelch heuer aber vorüberging. Aus dem vierten Pool wanderte im Rahmen der CEV-Gala im Wiener Uniqua-Tower nämlich mit Knack Roeselare Belgiens zweite Kraft in die Tiroler Gruppe. Nicht unwesentlich für die gute Laune Kronthalers.

Friedrichshafen will Revanche

Wahrscheinlich noch bedeutender war aber die Ziehung Friedrichshafens. Zum deutschen Rekordmeister haben die Innsbrucker ein Naheverhältnis, was sich nicht zuletzt durch das Teilen eines Gala-Tisches am Freitagabend verdeutlichte.

„Das werden spannende Duelle, die durch die kurze Distanz und die sportliche Rivalität zusätzlich angeheizt werden“, war sich Stelian Moculescu, Trainer-Größe der Bayern, sicher.

Das bisher einzige Aufeinandertreffen der beiden Teams, im Playoff der Champions League 2009/10, ging an die Tiroler. „Das war sicherlich glücklich, aber noch liegen wir vorne“, grinste Kronthaler in Richtung Moculescu, der postwendend konterte: „Wir haben etwas gutzumachen.“

Während Roeselare in Reichweite der Tiroler liegen sollte, stehen die Chancen gegen Kazan schlecht. Um die K.o.-Phase zu erreichen, muss in der Gruppenphase (von 23. Oktober bis 13. Dezember) aber mindestens ein Platz unter den besten fünf Gruppen-Zweiten her. Gutes Los hin oder her – ein schwieriges Unterfangen.

Ein Tiroler gegen Tirol

Obwohl sich Tirol und Friedrichshafen bereits in einigen Freundschaftsspielen gegenüberstanden, erwartet Moculescu dennoch die eine oder andere Überraschung. „Beide Mannschaften haben im Sommer einige Neue geholt. Da wird man erst sehen müssen, wie sich das auswirkt.“

Im Falle Friedrichshafens gilt das auch für Thomas Zass. Der österreichische Angreifer wechselte von Paris Volley zu den Deutschen. „Eine Sensation“, beschreibt Kronthaler den Transfer und verrät, dass es einst einer seiner größten Wünsche war, für den VfB zu spielen.

Dabei wäre Zass einmal beinahe in Innsbruck gelandet. „Ja, da war einmal was, aber daraus wurde nichts. So müssen die Tiroler halt jetzt gegen den Tiroler spielen“, führt der Bau-Unternehmer fort.

Welche Rolle der ÖVV-Akteur bei Friedrichshafen spielen wird, muss sich aber noch zeigen. Moculescu ließ sich nicht in die Karten schauen und meinte lediglich, dass er nun zwei junge Leute auf dieser Position hat. ÖVV-Teamchef Michael Warm, der Moculescu Zass empfohlen hatte, glaubt indes, dass dem gebürtigen Brixenthaler die Spielweise seines neuen Trainers sogar entgegen kommt.

Kronthaler blieb seinerseits nicht untätig und bastelt nach den Verpflichtungen von Aufspieler Tamas Kaszap (HUN) und Lorenz Koraiman an der Verpflichtung eines Diagonalangreifers. „Den Namen verrate ich aber erst, wenn er unterschrieben hat.“

Sammeln für den guten Zweck

Erfreut über die Tiroler Auslosung zeigte sich auch Peter Kleinmann. Der erst kürzlich in seinem Amt bestätigte Verbands-Präsident stellte im Rahmen der Gala ein Kinderhilfs-Projekt vor.

In Zusammenarbeit mit dem Non-Profit-Verein MyAid soll mit der Aktion VOLLEYBALLER GEGEN KREBS Geld für krebskranke Kinder gesammelt werden.

„Der Erlös des ersten Länderspiels der EM-Qualifikation gegen Mazedonien am 6. September im Wiener Budocenter wird diesem Projekt zu Gute kommen“, hofft der 64-Jährige auch auf die Unterstützung der österreichischen Klubs.

Reinhold Pühringer

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