Blagojevic bleibt die Alpha-Waffe

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Sechs neue Spieler auf einen Schlag. Es scheint, als müssten bei den hotVolleys einige um ihren Platz in der Mannschaft fürchten oder zumindest kämpfen.

Relativ unbeeindruckt von den Wechselspielen zeigt sich Aleksandar Blagojevic. Der Eigenbauspieler der Wiener mauserte sich, als die hotVolleys aus finanziellen Gründen kürzer treten mussten, zur Angriffswaffe Nummer eins.

Und sieht man sich die bevorzugten Positionen der Verstärkungen an, fällt auf, dass kein neuer Diagonalangreifer geholt wurde.

Den Sprung geschafft

Es scheint, als hätte Blagojevic den Absprung von der „Spar-Truppe“ hinein in die neue Ära der hotVolleys geschafft, was ihn zu einem der großen Gewinner der neuen Welle macht. Auch der allmächtige Manager Peter Kleinmann sprach gegenüber LAOLA1 von mindestens zwei Österreichern („Drei wären perfekt.“) in der Grundsechs. Sehr wahrscheinlich, dass er dabei unter anderem an Blagojevic dachte.

Dass mit dem Einsatz der Mittel auch die Erwartungen an seine Person steigen, dessen ist sich der 2,06-m-Riese bewusst. „Meine Position muss halt die Punkte machen“, meint der 19-Jährige mit dem Wissen, dass es zuletzt vorwiegend er war, dem dies gelang.

Das hat sich auch im ersten Testspiel des neu formierten Rekordmeisters gegen Unicef Bratislava nicht geändert. Beim 3:2, bei dem es die hotVolleys nach einer sicheren 2:0-Führung noch einmal knapp werden ließen, war ebenfalls Blagojevic Topscorer. Sein Schluss daraus: „Ich bleibe auch weiterhin erster Diagonalangreifer.“

Neue Hürden

Der Testerfolg über Bratislava zeigt, dass die hotVolleys in den Trainingseinheiten bereits die ersten Schritte gemacht haben, sich zu finden. Auf Blagojevic warten jetzt täglich neue Herausforderungen. „Mit solchen Topspielern zu trainieren, ist neu für mich.“

Bislang war es in den Einheiten fast immer so, dass seine Schmetterbälle praktisch immer auf der anderen Seite des Netzes einschlugen. Jetzt ist das allerdings anders. Denn durch die Verpflichtung von Robert Sczcerbaniuk und die Rückholung von Richard Nemec steht da plötzlich ein sehr routinierter Block im Weg.

„Ich bin es nicht gewohnt, dass ich im Training geblockt werde“, sieht sich Blagojevic gezwungen, neue Wege zu finden, um zum Erfolg zu kommen.

Da kommt auch der Teamchef nicht daran vorbei

Der tägliche Druck, sich zu verbessern, ist ein Umstand, der nicht nur die Vereinsverantwortlichen bei den hotVolleys, sondern auch ÖVV-Teamchef Michael Warm freut.

Der Nationalcoach hat das Talent, das sich seit Oktober im Heeressportzentrum voll und ganz auf Volleyball konzentrieren kann, schon länger auf der Rechnung, beorderte es schon längst ins Nationalteam.

Auch wenn Blagojevic die Heim-EM wegen einer Knie-Operation verpasste, ist er in der ÖVV-Auswahl als zweiter Diagonalangreifer stets mit von der Partie. Vor ihm steht mit Thomas Zass lediglich Österreichs derzeit wohl bester Legionär.

Reinhold Pühringer

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