"Ronnie ist ein sehr, sehr guter Familienfreund"

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Tamira Paszeks 23. Turnier in dieser Saison wird nicht als glanzvoller Höhepunkt in ihre Bilanz 2011 eingehen.

Beim Generali Ladies Linz war für die Wimbledon-Viertelfinalistin am Dienstag schon in Runde eins gegen Sorana Cirstea Endstation.

„Ich freue mich schon, wenn die Saison vorbei ist“, meinte die 20-jährige Vorarlbergerin, die nächste Woche noch in Luxemburg ihr Glück versuchen und danach in den Urlaub fahren wird.

„Ich merke schon, dass ich ein bisschen müde werde und der Körper nicht mehr ganz mitspielt. Das geht uns aber wohl allen so.“

 Zufriedene Bilanz 2011

Grundsätzlich zieht Paszek eine zufriedene Bilanz nach einer „akzeptablen Saison. In der ersten Hälfte habe ich überwiegend Qualifikations-Matches gespielt. Das hat mir für die restliche Saison sehr geholfen. Ich habe einen Rhythmus bekommen und hatte viele Matches in den Beinen.“

Die Vorbereitung auf die nächste Saison will Paszek sowohl in Dubai als auch in Florida verbringen. Ihre körperlichen Defizite der Vergangenheit hat die 1,65 Meter kleine Dornbirnerin großteils zwar schon wettgemacht, trotzdem will sie in diesem Bereich weiter hart arbeiten.

Aggressiver und offensiver

„Mein Fitnesstrainer in Delray Beach und ich freuen uns schon auf die Einheiten im Dezember – ich vielleicht ein bisschen weniger“, scherzte Paszek, die auch spielerisch neue Wege gehen will.

Aggressiver und offensiver – so lautet das Motto für die Zukunft. „Ich beende die Punkte jetzt schon viel früher mit einem Volley. Diesen Aspekt in meinem Spiel muss ich noch weiter verbessern."

"Auch beim Aufschlag muss man immer arbeiten - die Konstanz muss einfach da sein. Es wird eine sehr interessante und wichtige Pre-Season.“

Hitting-Partner gesucht

Chef-Coach wird Vater Ariff Mohamed bleiben, der mit ihr auch weiterhin von Turnier zu Turnier reisen wird. Daran soll auch der neue Hitting-Partner nichts ändern, den Familie Paszek noch sucht.

„Es sind schon ein paar Leute im Gespräch. Das wird ein entscheidender Schritt sein. Er muss konstant dabei sein und die ganzen Übungen mit mir machen“, so Paszek, die dafür weiterhin auf einen Mental-Coach verzichten will.

Verstärkt Leitgeb das Paszek-Team?

Das Team könnte allerdings noch Ronnie Leitgeb verstärken. Der ehemalige Muster-Macher, jetzige Melzer-Manager und potenzielle ÖTV-Präsident saß während der Cirstea-Partie in der Paszek-Box neben Tamiras Vater.

Eine eventuelle Zusammenarbeit schließt Paszek zumindest nicht aus: „Wir werden sehen. Ronnie ist ein sehr, sehr guter Familienfreund und ich kenne ihn schon sehr lange. Es ist gut möglich, dass es eine Zusammenarbeit geben wird.“

Ein Schachzug, der sich auszahlen könnte. Schließlich hatte Leitgeb auch schon am Erfolgslauf von Jürgen Melzer in die Top 10 einen nicht unerheblichen Anteil.

Aus Linz berichtet Christian Frühwald

Das Sahnehäubchen erfolgte mit dem Viertelfinal-Einzug in Wimbledon. „Das war natürlich ein super Turnier!“

Danach ließ die Weltranglisten-45. das Washington-Halbfinale folgen, ehe sie von einem Bauchmuskeleinriss in San Diego gestoppt wurde.

Verlorene sechs Wochen

„Sechs Wochen sind mir dadurch zerstört worden. Da muss man aber drüberstehen. In Peking (Sieg über Jankovic) habe ich wieder gut gespielt und Linz war dann leider enttäuschend.“

Stand 2011 noch unter dem Zeichen der Rückkehr, soll es 2012 noch weiter nach oben gehen.

„Die nächsten beiden Jahre werde sehr wichtig für mich. 20, 21 ist ein gutes Alter sich in vielen Belangen zu verbessern und einen Schritt nach vorne zu machen. Körperlich sollte man seinen Höhepunkt mit 26, 27 haben. Von daher habe ich noch ein paar Jährchen Zeit“, so Paszek, die vor allem die Olympischen Spiele in London hervorstreicht.

Ähnliches Schicksal wie 2008?

Nachdem sie 2008 vom ÖOC trotz erfüllter Kriterien überraschenderweise nicht nominiert wurde, will sie nun Verpasstes nachholen.

Allerdings droht Paszek ein ähnliches Schicksal wie vor drei Jahren in Peking. Laut Regulativ muss eine Spielerin zwei Mal innerhalb der letzten zwei Jahre einen Fed-Cup-Wettkampf bestritten haben.

„Darum geht’s momentan“, gibt Paszek zu. „ Es gibt auch Ausnahmen mit einmal Fed Cup spielen. Darüber kann und will ich jetzt aber auch nichts sagen. Ziel ist es, im nächsten Jahr sowohl Fed Cup als auch die Olympischen Spiele zu bestreiten. Die Entscheidung treffen aber andere“, gibt sie den Ball an die Verbände weiter.

Weniger Turniere im Jahr 2012

So oder so: 2012 will Paszek auf jeden Fall weniger Turniere als heuer bestreiten. „Ich kann mir mit meinem jetzigen Ranking die Saison besser einteilen und mich mehr auf die großen, wichtigen Turniere konzentrieren.“

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