"Immer Druck in Wimbledon"

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Roger Federer: "Habe immer Druck in Wimbledon"

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Zehn Monate hat sich Roger Federer für seinen 77. Turniersieg Zeit gelassen.

Wo sonst, wenn nicht auf seinem geliebten Rasen, hätte ihm dieses Ende seiner Durststrecke vergönnt sein sollen?

Beim ATP-Turnier in Halle zeigte der 31-jährige Schweizer am Sonntag, dass mit ihm in Wimbledon - das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres startet am Montag - wieder zu rechnen sein wird.

„Solche Siege habe ich gebraucht“

„Gerade solche Siege habe ich gebraucht“, freut sich Federer nach dem Drei-Satz-Erfolg über Mikhail Youzhny im Endspiel und den vorhergehenden Halbfinal-Sieg über Tommy Haas.

Der 17-fache Grand-Slam-Gewinner weiß um die Wichtigkeit des dringend benötigten Erfolgserlebnisses. Schließlich ist das Selbstvertrauen das Um und Auf bei einem Weltklasse-Spieler.

„Ich freue mich jetzt schon auf die aufregenden nächsten Wochen. Denn jetzt fühle ich mich wieder selbstbewusst, fit und frisch genug“, erklärt der Eidgenosse nach dem Finale mit breiter Brust.

Mit bisheriger Saison nicht zufrieden

„Mit der bisherigen Saison bin ich natürlich nicht zufrieden“, gesteht Federer. „Vielleicht hätte ich mit einem anderen Turnierplan mehr Turniere gewonnen. Das ist aber auch nicht mein Ziel“, setzt er  klare Prioritäten. Für Federer zählen eben nur mehr die Majors.

Zum bereits siebenten Mal in seiner Karriere reist er als Titelverteidiger in den All England Club. Vier Mal gelang ihm diese in seinem Wohnzimmer auch.

An seinen ersten Titel im Jahr 2003 kann sich Federer noch gut erinnern: „Vor zehn Jahren bin ich mit extrem viel Druck auf meinen Schultern ins Turnier gegangen. Schließlich verlor ich damals im Jahr davor schon in Runde eins. Deshalb musste ich 2003 beweisen, dass ich ein ernsthafter Anwärter auf einen Grand-Slam-Titel bin.“

Diesem Druck hielt Federer nicht nur in diesem Jahr, sondern auch viele Jahre später bravourös stand. „Druck hat man immer. Auch heuer habe ich Druck, weil ich einen Titel zu verteidigen habe. Es fühlt sich aber gut an und unter dem Strich ist es immer noch eine Ehre, hier in Wimbledon spielen zu dürfen. Da will man dann natürlich auch gut spielen.“

Bester Rasen-Spieler aller Zeiten

Ein Vorteil von Federer ist sein unbestrittener Status als Rasen-König und Ausnahme-Spieler. 87,7 Prozent seiner Matches auf Gras konnte er für sich entscheiden (121:17).

Damit führt er diese Rangliste klar vor Allzeitgrößen wie John McEnroe, Rod Laver, Björn Borg oder Pete Sampras an. Ein Novak Djokovic befindet sich mit einer Sieq-Quote von 75 Prozent vergleichsweise nur auf Position 17.

LAOLA1-User von Federer überzeugt

Die LAOLA1-User sind von Federers Ausnahme-Können überzeugt: Beim Trendsetter “Wer ist der beste Spieler aller Zeiten” setzte sich Federer punktemäßig zwar nur knapp vor Pete Sampras durch, er wurde aber deutlich öfter auf Platz eins gereiht als der US-Amerikaner (860:235).

Dieser im letzten Jahrzehnt hart erarbeitete Respekt kann in entscheidenden Phasen den Ausschlag zu seinen Gunsten geben.

Ähnlich wie ein Rafael Nadal, der bei den French Open schon verloren geglaubte Partien im letzten Moment noch herumreißen kann, verfügt Federer in Wimbledon über diesen gewissen „Unbesiegbarkeits-Bonus“, der Gegnern die Knie schlottern bzw. den Aufschlag-Arm erzittern lässt.

Mit seinem spanischen Erzrivalen kann Federer in Wimbledon übrigens gleichziehen. Vor zwei Wochen gewann Nadal in Paris als erster Spieler acht Mal dasselbe Grand-Slam-Turnier. Dieses Kunststück könnte Federer nun in Wimbledon, dem Mekka des Tennis-Sports, wiederholen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die beiden Superstars gegenseitig zu historischen Rekorden treiben.

Christian Frühwald

Platz
Spieler Land Sieg-Quote Turniersiege Bilanz
1.
<span style=\'color: #ff0000;\'>Roger Federer SUI 87,7% 13 121:17
2.
John McEnroe USA 85,6% 8 119:20
3.
Rod Laver AUS 84,0% 6 79:15
4.
Björn Borg SWE 83,6% 6 61:12
5.
Pete Sampras USA 83,5% 10 101:20
6.
Jimmy Connors USA 83,3% 9 170:34
7.
<span style=\'color: #ff0000;\'>Andy Murray GBR 82,5% 4 66:14
8.
Boris Becker GER 82,3% 7 116:25
9.
<span style=\'color: #ff0000;\'>Rafael Nadal ESP 80,6% 3 50:12
10.
John Newcombe AUS 79,9% 8 167:42
16.
<span style=\'color: #ff0000;\'>Lleyton Hewitt AUS 77,2% 7 115:34
17.
<span style=\'color: #ff0000;\'>Novak Djokovic SRB 77,0% 1 47:14
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