Federer holt sich Final-Revanche gegen Djokovic

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Wie im Vorjahr bestreiten Titelverteidiger Novak Djokovic und Roger Federer das Endspiel von Wimbledon.

Der serbische Weltranglisten-Erste besiegtr den französischen Überraschungsmann Richard Gasquet mit 7:6 (2), 6:4, 6:4.

Danach setzt sich Federer mit 7:5, 7:5, 6:4 gegen den Schotten Andy Murray durch.

Der Schweizer könnte am Sonntag als erster Spieler überhaupt zum achten Mal den Titel holen. Für Djokovic wäre es nach 2011 und 2014 der dritte Triumph im All England Club.

Federer lässt nur einen Breakball zu

Federer lieferte wie schon im bisherigen Turnierverlauf eine extreme souveräne Vorstellung ab. Der Eidgenosse ließ bei eigenem Aufschlag nur einen einzigen Breakball zu und holt sich selbst in den Schlussphasen der Sätze jeweils das entscheidende Break.

Nur im zweiten Durchgang schien Federer nicht kaltblütig genug zu sein, als er bei 5:4 und Aufschlag Murray gleich fünf Satzbälle nicht nutzen konnte.

„Habe innerlich mit mir geschrien“

„Nach diesem Game habe ich innerlich mit mir geschrien“ gab der 33-Jährige zu. „Wenn man so etwas auslässt, wird das normalerweise bestraft. Aber ich habe zu diesem Zeitpunkt nicht mal schlecht gespielt“, verwies auf Murrays starke Gegenwehr.

Doch Federer ließ sich von den verpassten Chancen nicht aus der Konzentration bringen. „Ich habe dann trotzdem meinen Aufschlag zu Null durchserviert und habe dann eben meine Chance im nächsten Game genutzt.“

Aufschlag als entscheidende Waffe

Im dritten Satz verwertete Federer schließlich beim Stand von 5:4 und Aufschlag Murray gleich seinen ersten Matchball. „Es war wirklich schwer“, war er danach froh, den Sieg in drei Sätzen nach Hause gespielt zu haben.

„Andy hatte bislang eine tolle Saison und auch heute hat er sehr stark gespielt. Ich musste immer schauen, dass ich meinen Aufschlag durchbringe. Ich wusste, dass er zurückkommen würde, falls mir das nicht gelingt. Dadurch konnte ich auch die Fans ein bisschen zurückhalten.“

Wie schon in den Spielen davor, sah Federer auch diesmal seinen Aufschlag als größte Waffe an.

„Das war wohl das Entscheidende. Ich habe schon das ganze Turnier sehr gut aufgeschlagen. Ich musste heute gegen einen der besten Return-Spieler überhaupt nur einen einzigen Breakball abwehren – das sagt wohl alles. Ich habe auf Angriff gespielt – alles hat super funktioniert.“

Federer kann Geschichte schreiben

Federer kann nun am Sonntag als älterster Finalist seit Ken Rosewall im Jahr 1974 Geschichte schreiben und in seinem 10. Wimbledon-Finale zum achten Mal den Titel holen – als erster Spieler überhaupt!

Im Head-to-Head liegt der Schweizer knapp mit 20:19 voran. Die letzten zwei Begegnungen konnte allerdings Djokovic für sich entscheiden.

 

Djokovic hat nur im ersten Satz Probleme

Nur im ersten Satz Probleme

Im 13. Duell mit Gasquet hatte Djokovic, der Sieger von 2011 und 2014, vor allem im ersten Satz etwas Probleme. Gasquet hielt lange Zeit mit und bereitete dem Favoriten dank seiner einhändigen Rückhand durchaus Schwierigkeiten. Nach 52 Minuten schaffte der "Djoker" im Tiebreak aber die 1:0-Satzführung.

"Im ersten Satz war es eng, den hätte er auch gewinnen können", gestand Djokovic. Als er sich im Finish des zweiten Satzes an der linken Schulter massieren lassen musste, waren aber offenbar nur seine Fans etwas besorgt.

Gasquet verpasst erstes Major-Finale

"Das ist nichts, was mich beunruhigt", erklärte Djokovic beim Abgang nach seinem 17. Finaleinzug bei einem der vier Major-Events. Es blieb also bei einer einzigen Niederlage gegen Gasquet, die aber schon knapp acht Jahre zurückliegt.

Gasquet verpasst sein erstes Grand-Slam-Finale überhaupt. Der 29-Jährige war 2007 schon einmal im Wimbledon-Halbfinale gestanden, 2013 war ihm dies bei den US Open gelungen.

Den neuerlichen Sprung in die Runde der letzten vier hat er durch einen Fünf-Satz-Erfolg über French-Open-Sieger Stan Wawrinka aus der Schweiz erreicht.

„Djokovic ist der Spieler der letzten Jahre. Wir kennen das Gefühl, im Finale aufeinander zutreffen. Ich hoffe, dass ich diesmal das bessere Ende für mich haben werde“, freut sich Federer auf das 40. Duell mit dem achtfachen Grand-Slam-Gewinner.

Djokovic kann mit Becker gleichziehen

Sollte sich Djokovic am Sonntag durchsetzen, dann würde er auch mit seinem Betreuer Boris Becker gleichziehen, der an der Church Road ebenfalls drei Mal triumphiert hatte. Becker hat vor 30 Jahren als damals 17-Jähriger seinen ersten Titel auf dem "Heiligen Rasen" geholt und in der Folge auch 1986 und 1989 den Sieg eingeheimst.

 "Es ist eine große Ehre und ein Privileg, hier im Finale zu stehen, aber ich würde gerne noch einen Schritt weitergehen", sagte Djokovic, der am Sonntag versuchen will, "das Beste aus sich herauszuholen".

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