Paszek-Siegeszug auf Rasen

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Mit Respekt und Selbstvertrauen gegen Wickmayer

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Der dreifache Wimbledon-Sieger Boris Becker hat Tamira Paszek als eine der „besten zehn Rasen-Spielerinnen der Welt“ bezeichnet. Die Statistik der letzten Wochen gibt der deutschen Tennis-Legende Recht:

Paszek hat bei ihrem Turnier-Sieg in Eastbourne in der Vorwoche die Nummer acht (Angelique Kerber) und neun (Marion Bartoli) der Welt geschlagen. In ihrem Auftakt-Match in Wimbledon setzte sie sich am Mittwoch gegen die Nummer sieben (Caroline Wozniacki) durch.

Ihre Rasen-Statistik ist beeindruckend: In Wimbledon stand die Vorarlbergerin schon als 14-Jährige im Finale des Juniorinnen-Bewerbs, 2007 erreichte sie das Achtelfinale und 2011 war erst im Viertelfinale Endstation. Mit dem Erreichen der dritten Runde hält Paszek nun bei 15 Siegen und sechs Niederlagen auf Rasen in den letzten drei Jahren.

Olympia ohne Paszek

Von derartigen Erfolgen ist die Dornbirnerin auf anderem Untergrund momentan weit entfernt. 2012 erreichte sie in fünf Hartplatz- und vier Sandplatz-Turnieren nur je einmal die zweite Runde. Auch der Wechsel auf den Rasen-Belag stand anfangs unter keinem guten Stern.

Nach Auftakt-Niederlagen in Nottingham und Birmingham zog sich die Nummer 37 der Weltrangliste aber selbst aus dem Sumpf und triumphierte in Eastbourne. Auf Twitter verlautbarte sie: „Ich habe es geschafft! Eastbourne-Champion!“

Das neu gewonnene Selbstvertrauen auf dem Platz konnte auch durch die ITF-Entscheidung, Paszek nicht an den Olympischen Spielen in London (Rasen) teilnehmen zu lassen, nicht geschmälert werden.

Im Gegenteil, der unbedingte Siegeswille wurde noch größer und die Vorarlbergerin noch stärker. Leidtragende war zum Auftakt die ehemalige Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki.

Respekt vor Wickmayer

Auch in der zweiten Runde stellte Österreichs Nummer eins von Beginn an klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Der Französin Alize Cornet wurde keine Chance gelassen. Von Experten wird Paszek seitdem als Geheimtipp genannt, die Wettquoten sind drastisch gesunken.

Die 6:2, 6:1-Demontage von Gastein-Siegerin Cornet am Donnerstag war der bereits siebente Rasen-Sieg der Dornbirnerin in Folge. Das Selbstvertrauen ist entsprechend groß, der Respekt vor Gegnerin Yanina Wickmayer aus Belgien jedoch auch.

"Sie ist eine tolle Spielerin und spielt sehr aggressives Tennis. Daher ist sie auf Gras sicher nicht einfach", streut die Vorarlbergerin Rosen.

Rückfall im Ranking droht

Mit Wickmayer trifft Paszek nun auf eine Weltranglisten-Nachbarin (ab 12:30 Uhr im LIVE-Ticker). Die Belgierin liegt auf Rang 36, Paszek einen Platz dahinter. Da die letzte rot-weiß-rote Hoffnung im Einzelbewerb im Vorjahr bis in die fünfte Runde vorgestoßen ist, droht ihr nach Wimbledon ein Rückfall im Ranking. Es sei denn, die Experten behalten Recht und ihr Siegeszug hält noch länger an.

Die ÖTV-Spielerin hat natürlich keine Lust, ihre Koffer schon zu packen: "Ich werde auf jeden Fall mit der gleichen Mentalität auf den Platz gehen wie zuletzt, und versuchen, das Spiel von Anfang an zu dominieren."

Auf die Siegerin des Duells wartet mit der Italienerin Roberta Vinci (Nummer 23 der Welt) oder der Kroatin Mirjana Lucic (129) ein machbares Los. Im Viertelfinale könnte Australian-Open-Siegerin Victoria Azarenka folgen.

Eines hat Tamira Paszek jetzt schon erreicht: Sie hat sich wieder in die Herzen der österreichischen Fans gespielt und ist eindrucksvoll ins Rampenlicht zurückgekehrt. Es bleibt zu hoffen, dass sie diesmal auch dort bleibt.

 

Rainer Liebich

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