"Will ich noch einmal raus?"

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Granollers? "Einer, den ich schlagen kann"

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Fünf Erstrundenniederlagen in Folge, im Sturzflug aus den Top-100 der Weltrangliste - Jürgen Melzer hat freilich schon bessere Zeiten erlebt.

Der 33-jährige Tennisprofi befindet sich im Moment "nicht in der Position, um weiterzuschauen. Ich muss mich auf meine erste Runde konzentrieren", sagte der Niederösterreicher vor seinem Auftaktspiel bei den US Open gegen den Spanier Marcel Granollers.

Im Moment finde er eine Situation wieder, die er "sicherlich" schon einmal hatte.

Geht Melzer auf die Challenger Tour?

"Ich gehe durch so ein Loch durch, von denen hatte ich schon ein paar in meiner Karriere. Aber durch diese vielen Pausen, die ich heuer eingelegt habe, fehlt komplett der Rhythmus."

"Jetzt steht einmal der Grand Slam an, und dann muss man sich überlegen, ob man den einen oder anderen Challenger spielt, um Matches zu bekommen und wieder Fuß zu fassen", sagte die Nummer 111 der Welt am Samstag in New York nach seiner Trainingseinheit mit dem Deutschen Benjamin Becker.

Melzer spielte im blau-roten Bayern-München-Trikot, das mit der Rückennummer zehn und seinem Spitznamen "Jojo" versehen war.

"Mag ich da noch einmal rauskommen?"

Man dürfe nicht vergessen, dass er 33 Jahre alt sei. Er habe in diesem Sport alles gesehen und sehr, sehr viel erreicht.

"Ich kämpfe im Moment auf einem Level und glaube, dass ich dort nicht hingehöre. Aber da ist es im Kopf das Wichtigste, will ich das noch, mag ich da noch einmal rauskommen?"

"Die Bereitschaft habe ich, und schauen wir einmal, ob ich es auch schaffe. Das ist einfach eine andere Herausforderung", meinte er im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Schulter nach wie vor angeschlagen

Freilich habe er "schon einmal mehr Selbstvertrauen" gehabt. Bis Wimbledon sei sein Comeback (nach dem Sehnenteilabriss in der linken Schulter/Anm.) sehr gut verlaufen, dann habe er wieder Schulterschmerzen bekommen und musste wegen einer Zehen-Operation vier Wochen pausieren.

"Der Trainingsrückstand ist schwierig aufzuholen. Vor allem, wenn man vorher schon nicht viel gespielt hat. Die Schulter ist besser, es ist zu 90 Prozent weg, würde ich sagen."

Es sei ihm aber aufgefallen, dass es schlechter werde, wenn er nicht spiele. "Wenn es nicht die ganze Zeit in Bewegung ist und unter Spannung steht, dürfte es schlechter werden. Das ist die Erkenntnis aus den letzten vier Wochen. Da tappen wir ein bisschen im Dunkeln."

"Versuche mich durchzuschummeln"

Beim Aufschlag merke er es ("Ich bin sowieso nicht das Aufschlagmonster"), wenn da noch ein paar Prozent fehlen, dann werde es dünn.

"Ich versuche mich halt so ein bisschen durchzuschummeln, was schwierig ist auf dem Niveau." Er glaube aber, dass es schnell gehen könne.

"Du gewinnst zwei Matches und bist wieder dort, wo du warst. Das ist zumindest mein Gefühl. Vielleicht liege ich auch falsch, aber an das klammere ich mich."

"Kann ihn schlagen"

Gegen Granollers (ATP-42.) hat Melzer beide bisherigen Duelle auf der Tour gewonnen.

"Es ist jemand, mit dem man spielen kann, der einen nicht wegschießt und bei dem man es selbst ein bisschen in der Hand hat. Die bisherigen Duelle waren eigentlich glatt für mich. Das eine war letztes Jahr und da hatte ich eine sehr, sehr, sehr gute Form, eines war auf Sand", erinnerte Melzer.

"Als Ungesetzter muss man den nehmen. Wenn ich meine Leistung halbwegs bringe, dann ist das einer, den ich schlagen kann. Ich weiß, dass ich danach gegen Nieminen oder Karlovic spielen würde."

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