"Mir ist ein sehr gutes Comeback gelungen"

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Eigentlich gibt es dieses Jahr im Herrenbewerb bei den US Open zwei Titelverteidiger:

Neben Rafael Nadal, der im Vorjahr erstmals in Flushing Meadows triumphiert hat, ist auch der Sensationsmann 2009, Juan Martin del Potro, nach New York zurückgekehrt.

Der erst 22-jährige Argentinier hat in seiner noch jungen Karriere schon eine Hochschaubahn der Gefühle durchlebt.

Nach fast einem Jahr Pause wegen einer Handgelenksoperation nähert sich del Potro aber schon wieder den Top Ten.

"Sehr gutes Comeback gelungen"

"Ich hatte große Momente in meiner Karriere zwischen 2007 und 2009. Heuer ist mir ein sehr gutes Comeback gelungen nach meiner Verletzung. Ich habe schon zwei Turniere gewonnen", meinte del Potro am Sonntag bei einem Interview im kleinen Kreis in Manhattan.

Der 1,98-m-Riese aus Tandil stand Ende Jänner dieses Jahres noch auf Platz 485, doch mittlerweile hat er Turniersiege in Delray Beach und Estoril, ein Semifinale in Indian Wells oder auch ein Achtelfinale in Wimbledon zu Buche stehen.

"Ich werde besser"

U.a. hat er heuer auch schon mit zwei Siegen über den Weltranglisten-Fünften Robin Söderling gezeigt, dass man wieder ganz vorne mit ihm rechnen kann.

"Ja, ich habe ihn und auch andere starke Spieler geschlagen, und auch gute Matches gegen Nadal und Djokovic gehabt. Ich werde besser und bin fast wieder dort, wo ich war."

"Manchmal ist es noch schwierig , dieses Level das ganze Jahr zu halten, besonders wenn man fast ein Jahr weg war", erklärte der US-Open-Sieger 2009.

Familie unterstützte del Potro auf dem Weg zurück

Die Zeit, in der del Potro zu Untätigkeit gezwungen war, ist schwierig gewesen, ans Aufhören hat er aber nie gedacht.

"Nein, aber ich war wirklich traurig zu Hause. Meine Familie hat mich sehr unterstützt, es war ein hartes Jahr für mich."

Nun gehe es ihm wieder gut. "Ich muss mich physisch noch ein bisschen verbessern." Sein operiertes Handgelenk spürt er nicht mehr, außer bei sehr schwülen Verhältnissen.

 Hurrikan "Irene" blieb harmlos

Den Hurrikan "Irene", der in Manhattan dann glücklicherweise nicht so stark zugeschlagen hat wie befürchtet, hat er wie alle Spieler im Hotel verbracht.

Auf dem Programm standen Fernsehen, Internet und Gespräche mit besorgten Freunden und Familien.

"Aber es ist zumindest in diesem Stadtteil nichts wirklich Gefährliches passiert", war auch del Potro erleichtert.

Del Potro wird wieder in Wien erwartet

Erstmals seit drei Jahren wird del Potro, der eigentlich auch 2009 nach seinem US-Open-Titel hätte kommen sollen, auch wieder in Wien erwartet.

Bei der Erste-Bank-Trophy möchte er sich besser schlagen als 2008, als er in der zweiten Runde wegen einer lädierten Zehe nicht mehr antreten konnte.

"Heuer werde ich bereit sein, ich habe gute Erinnerungen an Wien. Ich habe dort in der ersten Runde gegen einen Österreicher (Martin Fischer, Anm.) gespielt", erinnerte sich del Potro, und: "Ich mag auch die Schokolade dort."

Gutes Verhältnis mit Melzer

Auch mit Österreichs Nummer 1 Jürgen Melzer - del Potro liegt derzeit nur 30 Punkte hinter Melzer auf Rang 18 - habe er ein gutes Verhältnis.

"Ich spreche viel mit Jürgen", sagte del Potro. Vielleicht auch über Fußball, denn die Leidenschaft für diesen Sport ist eine Gemeinsamkeit mit Melzer.

Del Potro wollte früher Profi-Fußballer werden und ist ein großer Fan der Boca Juniors.

Treffen mit Maradona

Als Diego Maradona ihn einmal beim Davis Cup besucht hat, durfte er sein Idol treffen und seither kennen einander die Beiden ganz gut.

"In Argentinien ist es etwas Besonderes, wenn man mit Maradona sprechen kann." Doch auch er selbst ist spätestens nach seinem US-Open-Sieg ein gefeierter Sport-Star in seinem Land.

"Ich gehe nicht viel aus, sondern bleibe eher zu Hause und meine Freunde kommen zu mir", schilderte del Potro, der an normalen Tagen zwischen sechs und acht Stunden täglich trainiert.

Im Davis Cup gegen Djokovic

Doch bis zu seinem Wien-Start hat del Potro noch viel vor. Gleich nach den US Open ist er mit dem argentinischen Team im Davis-Cup-Halbfinale in Serbien zu Gast.

"Das wird eine große Herausforderung gegen Novak Djokovic und Co.", meinte del Potro lächelnd. Und einen Blick in die fernere Zukunft wagte er auch schon.

Denn er möchte in Wimbledon nächstes Jahr bei seinen ersten Olympischen Spielen dabei sein. "Ich hoffe, ich bin in guter Form. Es wäre ein Traum, dort eine Medaille zu holen."

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