Die Grand-Slam-Saisonbilanz des ÖTV

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Die Grand-Slam-Saison ist vorbei!

Jürgen Melzer setzte mit Philipp Petzschner im Doppel-Bewerb einen glorreichen Schlusspunkt unter eine sonst eher durchwachsene ÖTV-Saison.

Im rot-weiß-roten Grand-Slam-Jahrbuch gab es vor allem im Kapitel "Einzel-Performance" im Vergleich zum Vorjahr wenig Grund zur Freude. Tamira Paszeks Siegeszug in Wimbledon, der sie bis ins Viertelfinale brachte, war die positive Ausnahme.

Sowohl Siege, als auch Teilnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahr zurück und liegen auch unter den Werten des (ohnehin nur mäßigen) Jahres 2009 (siehe Tabelle unten).

In den Doppel-Bewerben gab es dafür umso mehr zu bejubeln: Die ÖTV-Athleten schlossen zum zweiten Mal in Folge mit einer positiven Sieg/Niederlage-Bilanz ab (siehe Tabelle oben).

Zudem sorgte Jürgen Melzer für zwei Grand-Slam-Titel. Mit der Tschechin Iveta Benesova siegte er in Wimbledon, mit dem Deutschen Philipp Petzschner holte er bei den US Open den Sieg.

LAOLA1 wirft einen Blick auf das rot-weiß-rote Grand-Slam-Jahr:

Jahr Einzel Doppel Mixed
2011 13-19 24-17 7-5
2010 21-22 22-14 13-7
2009 14-25 14-21 5-5

Einzel

Tamira Paszek sorgte in Wimbledon für ein ÖTV-Highlight

Nur je drei Herren (Melzer, Haider-Maurer, Fischer) und Damen (Paszek, Bammer, Mayr-Achleitner) kamen zusammen auf 19 Teilnahmen an den vier Grand-Slam-Turnieren. Im Vorjahr waren es noch fünf Herren und vier Damen, die zusammen 22 Teilnahmen verbuchten. Doch Daniel Köllerer und Stefan Koubek sind nicht mehr auf der Tour und Yvonne Meusburger, im Vorjahr noch bei allen vier Grand Slams, schaffte heuer kein einziges Mal die Qualifikation.

Die Zahl von zwölf Erstrunden-Niederlagen im Jahr 2011 ist beängstigend. In der Saison zuvor gab es - trotz drei Spielen mehr - zwei Auftakt-Pleiten weniger. Prekär ist vor allem die Situation bei den Damen: Bammer (drei Teilnahmen) und Mayr-Achleitner (vier Teilnahmen) verabschiedeten sich jedes Mal in Runde eins. Bei Tamira Paszek stehen drei Erstrunden-Niederlagen dem positiven Ausreißer in Wimbledon (Viertelfinal-Einzug) gegenüber.

Bei den Herren konnte sich neben Dauerbrenner Melzer (hat mehr als die Hälfte aller ÖTV-Siege bei Grand Slams in den letzten drei Jahren auf dem Konto) Andreas Haider-Maurer etablieren. Der Niederösterreicher war bei drei Turnieren dabei und schaffte es zwei Mal in Runde zwei.

A ... Australian Open, F ... French Open, W ... Wimbledon, U ... US Open (Zahlen = Jahr)

Melzer ist nach seinem Traumjahr 2010 (elf Siege bei Grand Slams) wieder am Boden der Tatsachen zurück und wies mit sieben Erfolgen die selbe Bilanz wie 2009 und 2008 auf.

Den traurigen Schlusspunkt des ÖTV-Grand-Slam-Jahres stellten die US Open dar. Nur vier Österreicher nahmen teil, für drei war in Runde eins Schluss, Melzer ging als "letzter Mohikaner" nur eine Runde später. Nur ein Sieg im Einzel ist das schlechteste österreichische Ergebnis bei einem Grand Slam seit den US Open 2006 (ebenfalls nur ein Erfolg).

Athlet A09 F09 W09 U09 A10 F10 W10 U10 A11 F11 W11 U11 GES
Melzer 2-1 2-1 2-1 1-1 0-1 5-1 3-1 3-1 3-1 1-1 2-1 1-1 25-12
Haider-Maurer - - - - - - - 0-1 - 1-1 1-1 0-1 2-4
Fischer - - - - - 0-1 1-1 - - - 0-1 - 1-3
Peya - - 0-1 - - - - - - - - - 0-1
Köllerer - 0-1 0-1 2-1 0-1 0-1 - - - - - - 2-5
Koubek 1-1 0-1 1-1 - 2-1 - 0-1 - - - - - 4-5
Paszek 0-1 0-1 0-1 - 0-1 - - 1-1 0-1 0-1 4-1 0-1 5-9
Bammer 0-1 1-1 0-1 0-1 1-1 1-1 0-1 1-1 0-1 0-1 0-1 - 4-11
Mayr-Achleitner 1-1 0-1 1-1 0-1 0-1 - - - 0-1 0-1 0-1 0-1 2-9
Meusburger 0-1 0-1 - 0-1 1-1 1-1 0-1 1-1 - - - - 3-7
TOTAL: 4-6 3-7 4-7 3-5 4-7 7-5 4-5 6-5 3-4 2-5 7-6 1-4 48-66

Doppel und Mixed

Im Doppel wurde der Aufwärtstrend dagegen fortgesetzt. Mit 18 Teilnahmen gab es mehr als im Vorjahr, die 2010er-Bilanz von 22 Siegen wurde von den Austro-Doppel um zwei Erfolge übertrumpft.

Hauptverantwortlich dafür: Melzer und sein deutscher Partner Petzschner. Die Hälfte aller Siege von Duos mit ÖTV-Beteiligung gingen auf die Kappe des Niederösterreichers. Viertelfinale in Melbourne und Paris, Sieg in New York. Nur in Wimbledon musste Melzer wegen seiner Rücken-Probleme das "Projekt Titelverteidigung" absagen.

Marach erreichte ebenfalls ein Viertelfinale (siehe unten), Peya schaffte es in Wimbledon gar ins Semifinale. Leider kam Marach aber während des Jahres sein angestammter Partner Lukasz Kubot abhanden. Der Pole konzentriert sich künftig auf seine Einzel-Karriere. In Wimbledon und bei den US Open war der ehemalige Doppel-Top-10-Spieler dadurch nicht mehr dabei.

Die Damen hinken der Herren-Performance hinterher: Von sechs Doppel-Partien mit ÖTV-Beteiligung konnte keine einzige gewonnen werden. Paszek etwa holte sich vier Erstrunden-Pleiten ab.

Partner in Klammer; * ... Paszek und Klemenschits teilen sich Wimbledon-Niederlage

Im Mixed gab es durch Melzer/Benesova ebenfalls einen Turniersieg. In Wimbledon gewann die österreichisch-tschechische Paarung alle fünf Partien. Die restlichen beiden Siege gehen auf die Kappe von Marach: Bei den Australian Open stand er mit Barbora Zahlavova-Strycova und bei den US Open mit Nuria Llagostera Vives jeweils in der 2. Runde. Bei den French Open klappte es mit Lisa Raymond dagegen nicht - Erstrunden-Aus. Ein solches ereilte auch Melzer/Benesova und das einzige rein österreichische Mixed-Duo Paszek/Peya in Flushing Meadows.

Michael Höller

Athlet Australian French Wimbledon US GES
Melzer 3-1 (Petzschner) - 3-1 (Petzschner) 6-0 (Petzschner) 12-2
Peya 0-1 (Aspelin) 2-1 (Kas) 4-1 (Kas) 0-1 (Kas) 6-4
Knowle - - 2-1 (Anderson) 1-1 (Zeballos) 3-2
Marach 3-1 (Kubot) 0-1 (Kubot) - - 3-2
Haider-Maurer - - - 0-1 (Kavcic) 0-1
Paszek 0-1 (Pironkova) 0-1 (Pironkova) 0-1 (Klemenschits) 0-1 (Lucic) 0-4*
Bammer 0-1 (Sevastova) - - - 0-1
Klemenschits - 0-1 (Oprandi) 0-1 (Paszek) - 0-2*
TOTAL: 6-5 2-4 9-4* 7-4 24-17*
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