Thiem: "Ich bin froh, dass ich es hinter mir habe"

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Eben hat Dominic Thiem seinen ersten Siegespokal gen Himmel gestreckt, und keine zwölf Stunden später stand schon das erste Training bei den French-Open in Paris auf dem Programm.

Der 21-jährige Niederösterreicher wirkte aber keinesfalls müde. Der Selbstvertrauens-Schub ist bei Thiem förmlich spürbar.

"Ich bin richtig erleichtert, dass es geklappt hat, weil die Final-Niederlage von Kitzbühel noch ein bisschen in mir gesteckt ist", freute sich Thiem am Pfingstsonntag nach einer 30-minütigen Trainingseinheit mit seinem "Stallkollegen" Ernests Gulbis im Gespräch mit der APA.

Die Vorteile der neuen Platzierung

"Ich bin sehr froh, dass ich das hinter mir habe", meinte Thiem und ergänzte, "je früher, desto besser."

Seinen ersten Turniersieg zu landen war ja ein erklärter Saisonwunsch des österreichischen Jungstars gewesen. "Sehr gut, dass es noch in der ersten Saisonhälfte geklappt hat."

Und die prognostizierte Verbesserung um zwölf Plätze auf sein "personal best" von 30 im ATP-Ranking bringt eine ganze Reihe von angenehmen Nebenerscheinungen.

"So ein Turniersieg hat nur Vorteile. Jetzt bin ich in allen Masters-1000-Turnieren fix im Hauptbewerb, dann in Wimbledon gesetzt und, wenn ich ganz passabel weiterspiele, auch in New York. Deshalb war das extrem wichtig."

"Freue mich, dass ich keinen Druck habe"

Körperlich fühlt sich Thiem trotz der anstrengenden Nizza-Woche und mit Blick auf mögliche Fünf-Satz-Partien in Paris gut, denn der Sieg verleiht ihm Flügel.

"Dadurch, dass ich gewonnen habe, ist so viel Positives in mir, dass das nicht so schlimm ist. So fühle ich mich voller Selbstvertrauen also sollte das kein Problem sein", glaubt Thiem, der am Montag (nicht vor 13.00 Uhr/Court 5) sein zweites French-Open-Turnier gegen den Briten Aljaz Bedene eröffnet.

Und schon jetzt freut sich Thiem auch auf die ab diesem Jahr um eine Turnierwoche verlängerte Rasensaison. Er spielt vor Wimbledon der Reihe nach Stuttgart, Halle und Nottingham.

"Erstens, weil ich besser spiele als voriges Jahr und zweitens, weil ich einfach vier Wochen keinen Punkt zu verteidigen habe, deshalb kann ich locker drauflos spielen. Ich freue mich, dass ich für vier Wochen keinen Druck habe", erklärt der Nizza-Sieger.

Wie steht es um Davis Cup?

Schon nach Wimbledon steht der Davis-Cup-Heimländerkämpf Österreichs gegen die Niederlande an. Dass es nach ersten, gut verlaufenen Gesprächen mit dem neuen ÖTV-Präsidenten Robert Groß zu einer Einigung kommt, ist für das heimische Tennis wünschenswert.

"Kitzbühel ist ein Traumstandort. Ich sage nicht mehr, als dass ich sehr gern spielen würde." Vielleicht erfährt man nicht erst zwei Wochen vor dem Termin Mitte Juli, ob Thiem nun doch dabei ist oder nicht. "Es kann auch sein, dass es schon schneller entschieden wird."

20 Jahre nach Thomas Musters French-Open-Triumph (Thiem: "einer der größten Momente in der österreichischen Sporthistorie") hat Thiem am Tag vor Paris auf Sand in Frankreich sein erstes Turnier gewonnen.

"Bin kein besserer Tennisspieler"

Der Traum, es Muster eines Tages nachzumachen, ist deshalb aber nicht realistischer geworden. "Nein, ich werde jetzt kein besserer Tennisspieler, nur weil ich gestern das Turnier gewonnen habe, sondern es geht immer noch darum, dass ich mich in die richtige Richtung entwickle. Natürlich hilft so ein Turniersieg, das ist ganz klar."

Das Erreichen der Top 30 respektive Top 32 (wichtig für Setzung bei den Majors) lässt ihn nicht von neuen Zahlen sprechen. "Ich habe jetzt wenig zu verteidigen bis Hamburg und Kitzbühel."

"Es kann eigentlich nur bergauf gehen. Ich setze mir nicht gern Ranking-Ziele. Ich schaue einfach, dass ich immer weiter vorkomme und Top 30 ist schon mal besser als Top 40."

Volle Konzentration auf French Open

Vor seinem Erstrunden-Gegner Bedene ist Thiem gewarnt, hat er heuer bei einem Challenger doch schon gegen den Neo-Briten verloren.

Trotzdem hat er auch den Blick über die erste Runde hinaus gewagt."Ich schau immer den ganzen Raster an."

"Aber Bedene ist schwierig genug, ich habe gegen den heuer verloren. Ich konzentriere mich nur auf das Match."

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