Titelverteidigerin, aber...

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Titelverteidigerin Sharapova im Finale Außenseiterin

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Fast jede Minute ein Winner.

Serena Williams lieferte am Donnerstag in Paris gegen Sara Errani eine kaum für möglich gehaltene Bilanz ab, noch dazu in einem Grand-Slam-Halbfinale.

In nur 46 Spielminuten feuerte die US-Amerikanerin 40 Gewinnschläge ab, fabrizierte nur zwölf unerzwungene Fehler und ließ ihrer italienischen Gegnerin lediglich 16 Punkte.

Als Lohn gab es ein 6:0,6:1 und den Einzug in ihr 20. Major-Endspiel. In dem versucht am Samstag die Russin Maria Sharapova, sie zu stoppen.

Erfolgsrun von Williams

Es geht um die Beendigung einer Serie von schon 30 Siegen en suite, womit Williams eine persönliche Bestmarke fixiert hat.

Seit der Jahrtausendwende waren bisher nur ihre Schwester Venus im Jahr 2000 mit 35 Erfolgen en suite sowie die Belgierin Justin Henin über den Jahreswechsel 2007/08 mit 32 Gewinnen in Serie besser.

Sieg Nummer 31 würde der unumstrittenen Weltranglisten-Ersten eine Menge bedeuten. "Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich mich das machen würde. Aber noch ist es nur ein Traum."

15 Grand-Slam-Siege

Von ihren bisherigen 19 Grand-Slam-Endspielen hat Williams 15 gewonnen.

Neben je fünf Triumphen bei den Australian Open (2003/05/07/09/10) und in Wimbledon (02/03/09/10/12) blieb sie viermal bei den US Open (99/02(08/12) siegreich, aber nur einmal in Roland Garros.

2002 war auch ihr vor heuer einziges Paris-Endspiel gewesen, sie gewann es gegen die ältere Venus 7:5,6:3.

"Ich war damals überrascht, gewonnen zu haben", erinnerte sich die 31-Jährige elf Jahre danach. "Ich wollte nur schauen, was passiert."

Sharapova als Titelverteidigerin

Von ihren vier Niederlagen in Grand-Slam-Endspielen passierten Williams zwei gegen Venus (US Open 01, Wimbledon 08) und je eine gegen Samantha Stosur (US Open 11) und Sharapova (Wimbledon 04).

Es war der erste Major-Titel der damals 17-jährigen Russin. Die mittlerweile 26-Jährige hält bei - vergleichsweise - nur vier Grand-Slam-Titeln, hat aber doch schon jedes der vier Majors gewonnen.

Der letzte ihr fehlende Triumph gelang ihr vor einem Jahr in Paris, gegen Williams geht es also an die Titelverteidigung.

Williams im Head-2-Head voran

Im Head-to-Head mit Williams sieht es allerdings gar nicht gut für die weltweit reichste Sportlerin aus, liegt sie doch 2:13 zurück.

Außer dem Sieg vor fast neun Jahren in London am "heiligen Rasen" gewann sie noch im selben Jahr im Finale von Los Angeles.

Seither setzte es jedoch zwölf Niederlagen en suite, wobei sie es nur dreimal in einen dritten Satz geschafft hat - zuletzt heuer im Miami-Finale.

Zudem ließ Williams Sharapova 2013 im Doha-Halbfinale und im Madrid-Endspiel jeweils nur fünf Games.

"Überstunden" von Sharapova

Aktuell kommt dazu, dass Sharapova im Viertelfinale gegen Jelena Jankovic (SRB-18) und im Halbfinale gegen Viktoria Azarenka (BLR-3) jeweils über drei Sätze viel härter für den Erfolg arbeiten musste und für das Power-Tennis von Williams bzw. die erste erfolgreiche Paris-Titelverteidigung seit Justine Henin (BEL) 2007 nicht so ausgeruht sein kann.

Doch schon mit dem Einzug in ihr achtes Major-Finale kann sie zufrieden sein, war sie doch bei keiner ihrer drei anderen Major-Titelverteidigungen so weit gekommen.

"Ein nettes Gefühl"

Sharapova weiß freilich, dass sie sich noch steigern muss, um erneut auf dem von ihr früher so ungeliebten Sand zu triumphieren.

"Ich hoffe, ich kann da mein bestes Tennis zeigen", sagte die Siegerin von 29 Turnieren. "Aber es wieder unter die letzten zwei des Turniers geschafft zu haben, ist schon ein nettes Gefühl."

Im Finale ist wohl sie dafür hauptverantwortlich, dass es ein großes Match wird. Der Spielstil der beiden mit kompromisslosen Punktschlägen verspricht jedenfalls einiges.

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