Vom Busen-Wunder zur Grand-Slam-Siegerin?

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Wer mehr über Simona Halep wissen will und den Namen der aktuellen Nummer vier der Tennis-Welt auf Google eingibt, bekommt einen interessanten Such-Vorschlag angeboten.

Die populärste Suchmaschine der Welt bietet weder „French Open“, „Backhand“ noch „WTA-Ranking“ sondern „Brust-OP“ an – ein Suchbegriff, den man eher einem Hollywood-Starlet als einem Tennis-Profi zuordnen würde.

Als sich die heute 22-Jährige vor vier Jahren unters Messer legte, hatte dies allerdings keine optischen, sondern vielmehr gesundheitliche und sportliche Gründe. Halep ließ sich ihre Brüste von 75DD auf 75C verkleinern, um ihren Rücken zu entlasten.

„Das Gewicht hat mich belastet“

„Das Gewicht hat mich einfach belastet“, erklärte Halep später in der Daily Mail. „Außerdem hat es meine Reaktionsschnelligkeit beeinflusst. Durch meine Brüste habe ich mich bei meinem Spiel einfach unwohl gefühlt.“

Die Rumänin bestreitet allerdings, den operativen Eingriff nur aufgrund ihrer Karriere vorgenommen zu haben. „Das hätte ich auch gemacht, wenn ich keine Sportlerin gewesen wäre. Ich mochte meine Brüste auch im Alltagsleben nicht.“

Vor genau vier Jahren präsentierte sich Halep bei den French Open 2010 erstmals mit ihrer neuen Oberweite. Damals war sie noch die Nummer 114 der Welt und verlor als Qualifikantin in Runde eins gegen Samantha Stosur.

Heute nimmt sich die "Most Improved Player 2013" ihre Gegner reihenweise zur Brust, ist Nummer 4 der Welt, steht im Viertelfinale und gilt nach Maria Sharapova als heißeste Anwärterin auf den Titel in Roland Garros.

Erst zwei rumänische Grand-Slam-Sieger

Halep wäre erst der dritte rumänische Grand-Slam-Einzel-Sieger der Geschichte. Neben Tennis-Legende Ilie Nastase gelang dies bislang nur Virginia Ruzici, die vor 36 Jahren überraschend bei den French Open triumphierte.

Die 59-Jährige ist heute mit einem deutschen Rechtsanwalt verheiratet, lebt in Paris und ist Managerin von Halep.

„Sie unterstützt mich so gut es nur geht“, erklärte Halep nach ihrem Achtelfinal-Sieg über die US-Amerikanerin Sloane Stephens bei dem nicht nur Ruzici sondern auch die rumänischen Altstars Nastase und Ion Tiriac auf der Tribüne saßen.

Grand-Slam-Sieg wäre „ein Lebenstraum“

„Es wäre ein Lebenstraum, einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Am liebsten wäre es mir, wenn es in Paris passiert“, stellt die Junioren-Siegerin von 2008, deren großes Vorbild Justine Henin ist, klar.

„Es wäre auch besonders, wenn ich vor den Augen von Virginia und Ilie dritter rumänischer Grand-Slam-Sieger werden könnte.“

Bei den Australian Open scheiterte Halep zu Saisonbeginn im ersten Major-Viertelfinale ihrer Karriere an Dominika Cibulkova. Nun bekommt sie es mit der ehemaligen Paris-Siegerin Svetlana Kuznetsova zu tun.

Die  ehemalige Weltranglisten-Zweite erlebt in Roland Garros nach zuletzt einigen schwierigen Jahren ihren zweiten Frühling und schlug im Turnierverlauf unter anderem die Tschechin Petra Kvitova. Gegen Halep ist die bald 29-jährige Russin aber erneut Außenseiterin.

Zwar gewann Kuznetsova erst vor wenigen Wochen in Stuttgart zum Auftakt der Sandplatz-Saison knapp in zwei Sätzen gegen die 1,68 Meter große Rechtshänderin. Beim WTA-Premier in Madrid zeigte Halep dann aber, warum Sand ihr Lieblingsbelag ist. Mit Siegen über Lisicki, Ivanovic und Kvitova stürmte sie ins Endspiel, wo sie sich erst Maria Sharapova in drei Sätzen geschlagen geben musste.

„Ich liebe diese Stadt“

Danach musste Halep zwar das WTA-Event in Rom verletzungsbedingt vorzeitig beenden, in Paris schloss sie aber nahtlos an die in Madrid gezeigten Leistungen an und stürmte ohne Satzverlust in der Stadt der Liebe ins Viertelfinale,

„Ich bin sehr glücklich, dass ich in Paris erstmals im Viertelfinale stehe – ich liebe diese Stadt. Derzeit strotze ich vor Selbstvertrauen, ich spiele von Tag zu Tag besser“, will die Rumänin noch länger auf ihrer Erfolgswelle schwimmen.

„Ich mag auch den Sandbelag bei den French Open und fühle mich hier einfach pudelwohl. Ich will nicht, dass mein Lauf im Viertelfinale endet. Ich will noch weiter kommen und ich bin dafür bereit!“

Christian Frühwald

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