Tsonga macht 0:1-Satz-Rückstand wett

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Jo-Wilfried Tsonga kam, sah und siegte.

Der Weltranglisten-Neunte aus Frankreich kürte sich am Sonntag im Finale der mit 650.000 Euro dotierten Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle zum Nachfolger des zuletzt zweifachen Siegers Jürgen Melzer.

Tsonga setzte sich am Sonntag vor rund 3.500 Zuschauern in der Wiener Stadthalle nach einem sehenswerten Endspiel gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro nach 2:28 Stunden mit 6:7(5),6:3,6:4 durch.

Es war sein heuer zweiter ATP-Titel nach Metz und insgesamt siebenter Tour-Erfolg.

"Am Beginn war es sehr eng"

"Es war sehr speziell für mich. Ich bin wirklich glücklich. Es war das erste Mal, dass ich Juan Martin geschlagen habe", freute sich Tsonga, der sich selbst ein ausgezeichnetes Match gegen Del Potro attestierte.

"Am Beginn war es sehr eng. Ich glaube, wir haben heute beide wirklich gutes Tennis gespielt", sagte der frischgebackene Wien-Champion.

Der Publikumsliebling darf sich über einen Siegerscheck in der Höhe von 104.850 Euro freuen, Del Potro erhält immerhin noch 55.200 Euro.

Für Tsonga, der im vierten Aufeinandertreffen mit dem Südamerikaner endlich seinen ersten Sieg feierte, bedeutet es im Kampf um die Teilnahme am ATP-World-Tour-Finale in London wichtige 250 zusätzliche Punkte. Der Franzose stößt damit im "Race" auf Platz sieben vor.

Tsonga steigert sein Spiel

Bis ins Tiebreak hatte sich keiner der beiden Finalisten den Aufschlag abnehmen lassen. Del Potro ging dann zwar im "jeu decisif" rasch 5:2 in Führung, Tsonga gelang der Ausgleich, dann nützte der Argentinier nach einem Doppelfehler Tsongas aber gleich seinen ersten Satzball nach 63 Minuten.

Im zweiten Satz sah es nach einem Break zum 2:1 schon nach einem schnellen Zweisatz-Sieg für Del Potro aus, aber Tsonga gelang das sofortige Rebreak - und damit die Wende.

Denn ab diesem Zeitpunkt steigerte Tsonga sein Spiel, agierte wesentlich aggressiver.

"Danach war ich etwas gelassener, habe ein bisschen besser gespielt und er hat dann körperlich nicht mehr so mithalten können", sagte Tsonga, der in der Folge das Service seines Gegners neuerlich zum 4:2 durchbrach.

Nach knapp eindreiviertel Stunden stellte der Weltranglisten-Neunte auf 1:1 in Sätzen, zur Freude der Zuschauer, die sich über ein immer besser werdendes Niveau dieses Finales freuen durften.

Del Potro nahm Niederlage nicht allzu tragisch

Del Potro nahm die Niederlage nicht allzu tragisch. "Es war ein Finale, das schön zum Zuschauen war. Jo hat in den wichtigen Momenten viel besser als ich gespielt."

Im berüchtigten siebenten Game des dritten Durchgangs gelang Tsonga das entscheidende Break zum 4:3, nach dem verwerteten ersten Matchball riss er die Arme in die Höhe, ehe er seinen beliebten Freudentanz zelebrierte.

"Es ist mein siebenter Titel. Als ich hierherkam, was es hart für mich, weil ich nur mit dem Titel wirklich Punkte für das Race holen konnte." So hat Tsonga mit nur vier Übernachtungen in Wien nicht nur 250 Punkte, sondern auch ein stattliches Salär geholt.

Kein Grund allerdings zum Zurücklehnen für Tsonga. "Ich muss weiter gut spielen und mich weiter konzentrieren", weiß der 26-Jährige. Nur fünf Spieler sind bisher fix für das Saisonfinale in London qualifiziert.

Für das Wiener Publikum war Tsonga jedenfalls eine Bereicherung und auch dem Franzosen selbst scheint es in Wien zu gefallen. "Es ist immer gut, wenn man als Titelverteidiger antritt. Ich hoffe, ich habe die Möglichkeit, wiederzukommen", sagte Tsonga.

Verabschiedung von Thomas Muster

Tsonga und Del Potro hatten übrigens gut 15 Minuten auf dem Platz warten müssen, ehe sie zur Siegerehrung gebeten wurden. Turnierboss Herwig Straka hatte sich für den scheidenden Thomas Muster eine stimmungsvolle Ehrung einfallen lassen.

Im Stile einer US-amerikanischen Ehrung in einer Hall of Fame wurde ein Banner mit Musters Bild und der Zahl "44" gehisst, außerdem hatte sich auch Ehrengast Goran Ivanisevic eingefunden, um Muster zu verabschieden.

In einer Videobotschaft verabschiedete auch Jewgenij Kafelnikow den früheren Weltranglisten-Ersten, der sich dann auch noch die Höhepunkte seiner Karriere in einem Zusammenschnitt ansehen durfte.

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