Knowle will im dritten Anlauf ersten Wien-Titel holen

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Zum dritten Mal greift Julian Knowle am Sonntag in der Wr. Stadthalle nach dem Titel.

In den beiden bisherigen Versuchen lief es für den 38-jährigen Vorarlberger nicht nach Wunsch.

2006 verlor er mit Frantisek Cermak 10:12 im dritten Satz gegen Pala/Vizner (CZE).

Drei Jahre später unterlag er mit Jürgen Melzer dem Steirer Oliver Marach und Lukasz Kubot (POL) 9:11 im Champions Tiebreak.

In den Fußstapfen von Antonitsch und Marach

An der Seite des Slowaken Filip Polasek soll es diesmal endlich klappen. Nach Alex Antonitsch 1988 und eben Marach wäre es erst der dritte Doppel-Sieg eines Österreichers in der Wr. Stadthalle.

Gegen die beiden Deutschen Andre Begemans und Martin Emmrich sind Knowle/Polasek auf jeden Fall die klaren Favoriten.

Knowle warnt vor Sensations-Duo

"Das muss aber nichts heißen", warnt Knowle. "Im Halbfinale ging es auch anders aus als erwartet", verweist er auf den überraschenden Sieg des deutschen Duos gegen die topgesetzten Jürgen Melzer und Alex Peya.

"Es kann alles passieren. Die beiden spielen wirklich gut und haben zuletzt auf Challenger-Ebene viele Matches gewonnen", so Knowle, der aber zugibt, dass er lieber "gegen die als gegen die anderen" spielt.

Knowle straft Kritiker Lügen

Für Knowle wäre der Wien-Titel eine weitere Bestätigung gegenüber seinen Kritikern. "Vor einem Jahr haben mir viele schon zum 55. Mal zum Rücktritt geraten", erinnert sich der 14-fache Titelgewinner zurück.

In diesem Jahr hat er diese Experten unter anderem mit dem Turniersieg in Kitzbühel, dem Viertelfinal-Einzug bei den US Open und dem Final-Einzug in Estoril Lügen gestraft.

"Wenn ich auf meine Karriere zurückblicke, dann bin ich auf dieses Jahr am stolzesten", so Knowle, der mit dem 27-jährigen Polasek auch wieder einen fixen Partner gefunden hat.

Notlösung entpuppt sich als Glücksgriff

"Eigentlich haben wir uns nur deshalb gefunden, weil bei den US Open keiner mit mir spielen wollte", scherzt Knowle, der durch Polaseks ehemaligen Partner Frantisek Cermak auf den Slowaken aufmerksam gemacht wurde.

"Bei den US Open hat das dann von Anfang an gut funktioniert. Wir werden das nächste Jahr auf jeden Fall gemeinsam beginnen."

Karriereende ist noch kein Thema

An ein Karriereende denkt Knowle trotz seines fortgeschrittenen Alters noch nicht.

"Das Alter ist für mich nur eine Zahl. Man kann auch mit 25 satt sein. Das Wichtigste ist es, das Feuer zu haben. Wenn ich das nicht mehr habe, höre ich auf. Ich glaube aber, dass ich mich noch immer verbessern kann."

Wie Roger Federer und Tommy Haas würde es zudem auch Knowle gefallen, wenn seine im Vorjahr geborene Tochter Alicia ihren Papa noch bewusst beim Tennis spielen zuschauen könnte. "Das wäre wirklich schön."

Melzer hadert mit Spielverlauf

Während Knowle am Sonntag nach dem Titel greifen wird, endeten die Erste Bank Open 2012 für die eigentlich als Favoriten gehandelten Jürgen Melzer und Alex Peya bereits im Halbfinale gegen Begemans/Emmrich.

Melzer haderte nach dem verpassten Endspiel mit dem unglücklichen Spielverlauf. „Es sind einige Sachen zusammengekommen. Sie haben sehr gut aufgeschlagen. Ich habe vielleicht einen oder zwei normale Returns geschlagen.“

Begemans/Emmrich sind zwar nicht die klingendsten Namen auf der ATP-Tour, überrascht war das ÖTV-Duo von der Vorstellung der beiden Deutschen aber nicht.

“Ich habe die beiden schon gekannt und wusste, dass sie gefährlich sein können. Die beiden riskieren sehr viel und diesmal ist es ihnen aufgegangen“, erkärt Peya die überraschende Niederlage.

Melzer und Peya nach Valencia

Für Melzer und Peya geht es nun nach Valencia, wo beide wieder mit ihren Standardpartner an den Start gehen werden.

Melzer kehrt an die Seite von Philipp Petzschner zurück, Peya spielt wieder mit dem Brasilianer Bruno Soares, mit dem er in den letzten Wochen in Asien zwei Titel holte.

„Ich passe generell mit dem Bruno sehr gut zusammen. In Asien haben wir beide sehr gute Wochen gehabt. Im Tennis geht es eben schnell. Da kann es auf einmal ins Laufen kommen“, freut sich der Wiener über Aufwärtstrend, der ihn auf den 24. Weltranglistenplatz spülte.

Spätestens 2013 soll es noch weiter nach oben gehen. „Es immer was möglich. Man muss hart daran arbeiten, sich als Team zu verbessern.“

Christian Frühwald

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