"Die Euphorie der letzen Jahren hatten wir heuer nicht"

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Eine etwas durchwachsene Bilanz zog am Sonntag kurz vor dem Finale der Erste Bank Open 2012 Turnierdirektor Herwig Straka.

"Uns fehlte die Euphorie der letzten Jahre", musste der Steirer einen zehnprozentigen Zuschauer-Schwund hinnehmen.

"Das soll aber kein Trend werden", hofft Straka in Zukunft auf eine Besserung.

Wie er mehr Zuseher in die Halle bringen will, von wem er enttäuscht ist und wieso die Termin-Problematik kompliziert ist, haben wir im LAOLA1-Überblick zusammengefasst. Herwig Straka über...

...die Stars

Die sportliche Bilanz ist durchwachsen. Wir haben auf die Top 3 und die Österreicher gebaut. Da haben uns aber die Herren Zemlja und Muller einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist schön, dass Juan Martin del Potro unbedingt die Punkte für das Masters holen wollte und alles gegeben hat. Von Haas und Tipsarevic war ich ein bisschen enttäuscht. Haas hat einen schlechten Tag erwischt und Tipsarevic hatte eine leichte Verletzung - das ist eben Tennis.

...die Österreicher

Jürgen Melzer hat sicherlich alles gegeben. Mehr ist derzeit aber scheinbar nicht drin. Ich weiß nicht, ob es mentale oder körperliche Gründe hat. Er wird die Flitterwochen gut brauchen können, um die Batterien wieder aufzuladen. In den nächsten Jahren rechne ich aber auf alle Fälle mit ihm. Für Dominic Thiem war es eine tolle Sache, die zweite Runde zu erreichen. Er wird in Zukunft sicherlich unser Lokalmatador sein. Ich hoffe, dass er weiter nach vorne kommt.

...historische Ereignisse

Tommy Haas hat seinen 500. ATP-Sieg gefeiert. Wir hatten bei del Potro gegen Brands die meisten Asse in einem Drei-Satz-Match (30 und 32 Asse) und Zemlja hat sowieso zahlreiche slowenische Rekorde gebrochen.

...wirtschaftliches Ergebnis

Wir hatten jetzt drei sehr gute Jahre bedingt durch die sportlichen Gegebenheiten. Jürgen Melzer gewann 2009 und 2010 das Turnier, 2011 hatten wir den Abschied von Thomas Muster. Diese Euphorie hatten wir heuer nicht. Erst ab Freitag hatten wir wieder ähnliche Ergebnisse wie in den Jahren zuvor. Deshalb werden wir circa mit 10 Prozent weniger Zuschauern kalkurieren. Mit 42.000 Zuschauern sind wir immer noch eines der Top-Events in Wien.

...Termin-Problematik

Zum Turnier-Start war das Kasachstan-Doppel des Nationalteams. Am Finaltag ist das Wiener Derby. Das ist natürlich keine ideale Woche für uns gewesen. Zudem war in der Vorwoche das WTA-Turnier in Linz. An dieser Konstellation können wir allerdings nichts ändern. Ich hoffe, dass das Linzer Turnier mehr Möglichkeiten hat und von uns wegkommen kann. Ich bin selbst im Council und habe keine Chance, da etwas zu verändern.

...die Zukunft

Wir wollen auch in den nächsten Jahren immer zwei Top-Spieler nach Wien holen. Unsere Zielgruppe sind die Spieler zwischen fünf und 15, die sich noch für das Masters qualifizieren wollen. Tsonga hat uns versprochen, dass er nächstes Jahr wieder in Wien spielen will.

 ...der Belag

Wir wollen den Belag an Basel, Paris und London anpassen und auf Greenset umstellen. Das könnte ein Argument für Spieler sein, nach Wien zu kommen. In den letzten Jahren haben wir noch so gespielt, wie es sich Jürgen Melzer vor fünf Jahren gewünscht hat. Das könnten wir nun im nächsten Jahr ändern.

...die Wild-Card-Diskussion

Vielleicht war es ein Fehler, dass ich Jürgen die erste Runde erspart habe, indem ich keinem Top-20-Spieler die letzte Wild Card gegeben habe. Ich habe ihm dazu geraten, die erste Runde zu spielen. Oft ist es besser, schon früher ins Turnier einzusteigen. Vier Top-20-Spieler wollten eine Wild Card. Einer hat nur einen Tag nach dem Nennschluss angefragt. Das war schon sehr provokant.

Christian Frühwald

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