Melzer will es 2015 noch einmal im Einzel wissen

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Schon kurze Zeit nach seinem Achtelfinal-Aus beim Erste Bank Open in der Wr. Stadthalle ließ Jürgen Melzer mit einer  etwas überraschenden Kampfansage aufhorchen.

Statt einer vorzeitigen Konzentration auf das Doppel will es der in diesem Jahr aus den Top 100 gefallen Niederösterreicher noch einmal voll Einzel wissen.

„Ich will es 2015 bis Paris wieder in die Top 50 schaffen“, stellte der 33-jährige Deutsch-Wagramer klar. „Das halte ich durchaus für realistisch, wenn ich gesund bleibe und davon gehe ich aus.“

Schwierige Entscheidung

Schließlich habe er nach seiner verletzungsbedingten Auszeit in dieser Saison in diesem Zeitraum keinerlei Punkte zu verteidigen.

Leicht habe sich Melzer diese Entscheidung freilich nicht gemacht. „Ich habe lange überlegt und habe phasenweise wirklich stark geschwankt.“ Am Ende sei die Entscheidung für das Einzel auf einer langen Autofahrt von Wien nach Prag gefallen.

Der Erstrunden-Sieg in der Wr. Stadthalle über Norbert Gombos war für Melzer ein weiterer Beweis, dass diese Entscheidung richtig war. „Ich habe gesehen, dass ich auf alle Fälle noch das nötige Niveau habe.“

Melzer will weniger Doppel spielen

Um die volle Konzentration auf die Rückkehr in die Top 50 zu wahren, wird der ÖTV-Daviscupper dafür im Doppel einen Gang zurückschalten. Fixen Partner werde es 2015 keinen mehr geben.

„Ich spiele immer noch gerne Doppel und wenn ich fit bin, werde ich auch spielen. Ich will mich aber nicht mit einem fixen Spieler verpflichten.“ Angebote hätte es zwar einige gegeben, für Melzer wäre der optimale Partner aber sowieso Philipp Petzschner.

Der Deutsche, mit dem Melzer bereits in Wimbledon triumphierte und die US Open gewann, muss sich nach einer langen Verletzungspause aber erst wieder in höhere Ranking-Regionen zurückspielen. „Ich hoffe, dass er es bald wieder in die Top 50 schafft, damit wir wieder gemeinsam die Grand-Slam-Turniere spielen können.“

Rio 2016 als großes Ziel

In Wien hat das Duo bereits einen ersten Schritt dazu gemacht: Am späten Mittwochabend feierten Melzer/Petzschner in der ersten Runde einen überraschenden Auftaktsieg über die topgesetzten Alexander Peya und Bruno Soares.

Melzer stellt damit auch klar, dass der Wechsel zum Doppel früher oder später sowieso kommen werde. Schließlich sind auch die Olympischen Spiele in Rio 2016 ein ganz großes Ziel für den Österreicher, der dort gemeinsam mit Peya um eine Medaille kämpfen will.

„Bis dahin sind es aber auch noch eineinhalb Jahre. In dieser Zeit kann viel passieren, deshalb will ich es vorerst auch noch einmal im Einzel probieren.“

Melzer hat nichts zu verlieren

Zu verlieren habe der ehemalige Weltranglisten-Achte schließlich nichts. „Ich muss jetzt Niemandem mehr etwas beweisen. Ich kann für mich spielen und es genießen. Wobei ich es aber natürlich auch nur genießen kann, wenn ich auch etwas gewinne.“

Dementsprechend hat Melzer auch ein Ausstiegs-Szenario parat: „Sollte ich zu Saisonende trotz einer verletzungsfreien Saison nicht mehr unter den ersten 100 stehen, dann werde ich 2016 wohl nicht spielen.“

Noch drei Turniere im Jahr 2014

Vorerst ist Melzer aber noch zuversichtlich, dass auch im Einzel noch einiges drin ist. Heuer wird der Niederösterreicher noch in Valencia und Paris-Bercy an den Start gehen, ehe er das Jahr mit dem Challenger in Bratislava ausklingen lässt.

Der Plan für die Vorbereitung steht noch nicht fest. In den ersten drei Wochen will er mit Michael Buchleitner Kondition in der Heimat bolzen. Der neue alte Coach Alexander Waske steht hingegen nicht zur Verfügung.

Der Deutsche ist mit Konditionsrainer Christian Rauscher nämlich in dieser Zeit in Los Angeles, wo er Tommy Haas nach seiner Schulter-Operation wieder in Schwung bringen soll.

Doch ganz egal, wo sich Melzer schlussendlich den letzten Schliff holen wird: „Ich will auf jeden Fall verletzungsfrei bleiben, damit wir unseren Plan durchziehen können.“

Und dann sollte es auch wieder mit den Top 50 klappen.

Christian Frühwald

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