Stadthallen- und Top100-Traum(a)

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"Glaube, dass mir von der Qualität her nicht viel fehlt"

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Vier Mal probiert, vier Mal ist nichts passiert.

Gerald Melzer hatte sich bei der Jubiläumsauflage der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle viel vorgenommen.

Doch gleich in der ersten Runde musste sich der jüngere Bruder von Jürgen Melzer dem Argentinier Carlos Berlocq mit 3:6, 6:7(2) geschlagen geben.

Zwei Mal scheiterte der mittlerweile 24-Jährige in Wien in der Quali, vergangenes Jahr sowie heuer in der ersten Runde des Hauptbewerbes. Dabei wäre viel mehr drin gewesen.

War nicht der schlechtere Spieler“

Natürlich würde ich hier gerne einmal gewinnen“, trauert der Deutsch-Wagramer der vergebenen Chance nach.

Zu viele unerzwungene Fehler und Unkonzentriertheiten in entscheidenden Phasen der Partie ließen den Wunsch nach dem Weiterkommen jedoch unerfüllt.

Dabei habe ich das Gefühl gehabt, dass ich von Grund auf nicht der schlechtere Spieler bin, im Gegenteil. Es tut mir weh, zu Hause zu verlieren. Die Chancen zu gewinnen waren da.“

Das Turnier in seiner Heimat hat bei der aktuellen Nummer 156 der Welt einen ganz besonderen Stellenwert.

Wien-Liebe als zusätzlicher Druck

Seit 15 Jahren schaute er stets seinem Bruder auf die Beine und entwickelte eine gewisse Liebe zum Heimturnier, die sich jedoch auch in Druck niederschlägt.

In Wien zu spielen ist schon etwas Besonderes. Das hat es nicht leichter gemacht. Hätte ich in Argentinien gegen ihn gespielt, wäre es mir scheißegal gewesen.“

Vor allem schauten dem von Markus Hipfl gecoachten Tennis-Pro diesmal aus einem ganz speziellen Grund mehrere Leute genau auf den Schläger.

Der Wild-Card-Empfänger musste sich für seinen Platz im Hauptfeld rechtfertigen, da Andreas Haider-Maurer auf der Strecke blieb.

Beschimpfungen wegen Wild-Card-Entscheidung

Dieses Thema schlug sogar so hohe Wellen, dass die Anfeindungen weit über das sportliche hinausschossen.

Ich wurde auf Facebook beschimpft und musste mich für meine Wild Card rechtfertigen“, gestand Melzer, bei dem diese Causa Unbehagen auslöste.

Vor allem, da er in letzter Zeit quasi mit AHM auf Tour war und dieselben Turniere spielte. Zwischen den beiden ist die Situation geklärt, im Umfeld jedoch nicht.

Ich finde es schade, wenn ein Österreicher keine Wild Card bekommt. Aber in meiner Situation hätte ich nichts anderes machen können.“

Mit völliger Fitness Richtung Top 100

Trotzdem gibt der Anwärter auf den Sprung in die Top 100 zu, dass es sich Haider-Maurer „vielleicht mehr verdient hätte.“

Apropos Top 100 – diese sind das langfristige, große Ziel, dass sich Melzer gesteckt hat. Diese Herausforderung nimmt er zuversichtlich in Angriff.

Ich glaube, dass mir von der Qualität her nicht viel fehlt, um in den Top 100 mitzuspielen. Es fehlt noch die Konstanz, aber das ist nicht unmöglich.“

Rückenbeschwerden machten ihm zuletzt einen Strich durch die Rechnung. Seit Paris wechselte der Spielrthyhmus ständig mit Verletzungspausen.

Deshalb geht es in erster Linie darum, vollkommen fit für die kommende Saison zu werden. In diesem Jahr sind nur mehr Genf und Bratislava fix eingeplant sowie aller Voraussicht nach die Quali in Basel oder Valencia kommende Woche.


Alexander Karper

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