Melzer vor Spanien: "Jeder Punkt ist ein Erfolg"

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Lionel Messi, David Beckham, David Villa und Jürgen Melzer.

Österreichs Tennis-Ass findet sich bei der neuen weltweiten Werbe-Kampagne von seinem Ausrüster „adidas“ in einer illustren Runde.

„Das ist eine große Ehre, da dabei zu sein“, ist der 31-jährige Niederösterreicher stolz.

Als Testimonial stellt sich Melzer für ein Wochenende zur Verfügung, um zehn Kindern und Jugendlichen den Tennis- bzw. den Sport allgemein näher zu bringen.

Bewerben können sich die Kids bis zum 30. Mai auf der „adidas-Homepage“.

Außenseiter gegen Spanien

Seinen zukünftigen Schülern würde Melzer dann wohl gerne vom sporthistorischen Davis-Cup-Erfolg des ÖTV-Teams im Weltgruppen-Viertelfinale über Spanien berichten.

Wie der krasse Außenseiter Österreich in Oroposa del Mar, einer kleinen Hafenstadt nahe Valencia, die großen Stars David Ferrer und Nicolas Almagro in die Knie zwang.

Melzer ist aber klar, dass die Chancen auf einen derartigen Kraftakt nicht gerade gut stehen. „Jeder Punkt wäre ein Erfolg“, gibt sich der Weltranglisten-22. vor dem Auftakt am Freitag keinen Illusionen hin.

Melzer führt im Head-to-Head gegen Almagro

„Sowohl gegen Ferrer als auch gegen Almagro bin ich nicht der Favorit. Ich fahre aber natürlich nicht auf Urlaub nach Spanien, sondern um Spiele zu gewinnen.“

Sollte es wie erwartet zu den Duellen mit Ferrer und Almagro kommen, erwarten Melzer am Freitag bzw. Sonntag recht konträre Kontrahenten.

„Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein“, erklärt Melzer. „Ferrer ist eine Gummiwand, gegen den muss man jeden Punkt mehrmals machen. Almagro spielt dagegen sehr schnell.“

Gegen Ferrer liegt er im Head-to-Head mit 2:5 zurück, gegen Almagro hat Melzer mit 2:1 knapp die Nase vorne.

Aufstellungs-Poker von Corretja

Großartige taktische Überlegungen auf die beiden forciert der Deutsch-Wagramer nicht. Bei der endgültigen Aufstellung traut er den Spaniern mittlerweile alles zu.

„Ferrer hat mir in den USA vier Wochen lang erzählt, dass er ganz sicher nicht im Davis Cup spielen würde. Dafür wäre Nadal fast fix. Insgesamt haben sie mir von 50 verschiedenen Teams erzählt.“

Aber dies sei nun mal der große Vorteil des Davis-Cup-Titelverteidigers. Schließlich stehen Kapitän Alex Corretja 13 Top-100-Spieler zur Verfügung.

Neben Nadal gibt es mit Fernando Verdasco, Juan Carlos Ferrero oder Feliciano Lopez viele weitere prominente Ersatzleute.

Zwiespältige Bilanz nach US-Tournee

„So einen Luxus haben wir leider nicht“, gesteht der Wahl-Wiener, der aber trotzdem guter Dinge ist. Die US-Tournee lief mit dem Turniersieg in Memphis schließlich nicht allzu schlecht.

„Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich mit 550 Punkten im Gepäck zurückkomme, hätte ich mich riesig gefreut. Leider war nach Memphis etwas der Wurm drin.“

„Aufgrund der späten Anreise war ich in Delray Beach nicht konkurrenzfähig. In Indian Wells hatte ich Pech. Ich war 14 Tage dort und ausgerechnet am Match-Tag fing ich mir diesen Magen-Darm-Virus ein."

"In Miami ist mir in der dritten Runde gegen Gilles Simon mental die Luft ausgegangen. Das ist mir lange nicht passiert“, will es Melzer im Davis Cup besser machen.

Davis Cup hat für Melzer weiter hohe Priorität

Seine Bilanz im wichtigsten Tennis-Team-Bewerb der Welt ist zwar trotz deutlicher Steigerung in den letzten Jahren immer noch leicht negativ (27:30), der Stellenwert des Davis Cups ist für Melzer im Gegensatz zu einigen anderen Stars aber immer noch sehr hoch.

Seit 1999 fehlte er nur bei zwei Länderkämpfen. „Das ist eine Grundsatz-Einstellung“, erklärt Melzer. „Man hat meiner Meinung nach einfach eine gewisse Verantwortung für sein Land.“

Umso schöner war der 3:2-Sieg im Februar über Russland, der seinen erstmaligen Einzug ins Weltgruppen-Viertelfinale sicherstellte.

„Es wäre schade gewesen, wenn ich das nie erreicht hätte. Bereut hätte ich meine Davis-Cup-Teilnahmen aber auch nicht, wenn es nie geklappt hätte. Keinen allein errungenen Erfolg kann man so schön feiern, wie im Team.“

Geteilte Freude ist eben doppelte Freude – hoffentlich auch am 8. April in Oropesa del Mar.

Christian Frühwald

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