"Riesen-Teamleistung, auf die wir stolz sein können"

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Jürgen Melzer hat am Sonntag den entscheidenden dritten Punkt geholt und die Zugehörigkeit des österreichischen Davis-Cup-Teams in der Weltgruppe auch für 2012 gesichert.

Im Interview mit der APA spricht Melzer über die Emotionen nach dem Matchball, die Stärke des Teams und das Ziel im Davis Cup für 2012. Schon  am Donnerstag fliegt Melzer zum nächsten Turnier. Er beginnt in Kuala  Lumpur seine kleine Asien-Tour.


Frage: Es muss Ihnen ein Stein vom Herzen gefallen sein nach dem Matchball heute.

Jürgen Melzer: Auf alle Fälle. Es war für mich sehr wichtig, dieses Match zu gewinnen. Nach dem ersten Tag, wo man gefühlt hat, es hätte eigentlich 2:0 stehen können, da heute rauszugehen, war nicht einfach. Ich bin zufrieden wie ich das Ganze durchgespielt habe, vor allem wie ich die wichtigen Punkte gespielt habe. Das kann mir auch für die Zukunft Auftrieb geben. Mich freut es, dass jeder einen Punkt gemacht hat, dass wir in der Weltgruppe stehen und eine Chance kriegen, uns mit einem neuen Kapitän in der Weltgruppe zu beweisen.

Frage: Sie haben es angesprochen: Drei Punkte von vier Spielern. Zeugt das nicht auch von der Stärke des Teams?

Melzer: Ich glaube, dass wir uns so für die Weltgruppe bewiesen haben. Wir haben mittlerweile einen zweiten Einzelspieler, der auch einmal für eine Überraschung sorgen kann, und dass wir ein sehr gutes Doppel haben, haben wir gewusst. Dass ich meine Partien gewinnen kann, steht auch außer Frage. Dieses Mal hat es so zusammengepasst, dass vier Leute für drei Punkte sorgen, und das ist eine Riesen-Teamleistung, auf die wir stolz sein können.

Frage: Können Sie das Gefühl beschreiben, wenn man den Matchball verwertet und die Mannschaft stürmt auf den Platz?

Melzer: Das ist unglaublich. Wir haben uns alle umarmt, alle geschrien. Ich glaube, dieser ganze Druck, der auf jedem in den letzten Tagen gelastet hat, fällt dann einfach runter. Es ist ein wunderschönes Gefühl, es mit dem Team zu feiern.

Frage: Sie haben jetzt aus New York den US-Open-Doppel-Titel mitgenommen und hier den entscheidenden Punkt geholt. Was bedeutet das für die restliche Saison?

Melzer: Ich hoffe natürlich, dass ich das mitnehmen kann. Ich gehe davon aus, dass ich meine Matches auch auf der Tour wieder gewinnen werde. So ein Davis Cup kann viel Selbstvertrauen bringen. Es hat auch viel Kraft gekostet. Mit dem Jetlag hier zu spielen, war nicht lustig, aber so ist eben Davis Cup. Man muss seine Hand heben, wenn man für sein Land spielt, und nicht einen 'easy way out' suchen. Jetzt schauen wir, was die  Auslosung bringt.

Frage: Auch wenn wir den Gegner noch nicht kennen: Was ist denn das
Ziel für den Davis Cup im nächsten Jahr?

Melzer: Natürlich wollen wir einmal in der ersten Runde gewinnen. Aber wenn wir Spanien auswärts ziehen, dann wird's eng werden, so realistisch muss man auch sein.

Frage: Was sagen Sie zum scheidenden Kapitän Gilbert Schaller?

Melzer: Für ihn war das noch einmal das, was er sich erwartet und erhofft hat, dass er dem nächsten Kapitän die Mannschaft in der Weltgruppe  übergibt. Für ihn ist es eine gewisse Genugtuung, mit einem Erfolg aufzuhören.

Frage: Gibt es in Sachen Nachfolger schon etwas Neues?

Melzer: Nein.

Frage: Wann geht es für Sie wieder auf die Tour?

Melzer: Donnerstag am Abend nach Kuala Lumpur, danach Peking und
Shanghai. Ich habe in Kuala Lumpur und Peking (auf der Tour, Anm.) noch nie gespielt, Shanghai war ich in den letzten Jahren sehr gut.

Frage: Spielen Sie auf der Asien-Tour auch wieder Doppel?

Melzer: Mit Philipp (Petzschner-Anm.) in Kuala Lumpur und Shanghai, mit Mark Knowles in Peking.

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