Melzer & Co. "glauben fest an den Sieg"

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So schnell kann’s im Tennis gehen: Noch vor knapp zwei Wochen musste sich Jürgen Melzer über einen verpatzten Saisonstart und mangelnde Spielpraxis ärgern.

Ende der vergangenen Woche sah die Welt bei der Anreise zum Davis-Cup-Duell gegen Russland nach Wr. Neustadt (10. bis 12. Februar) schon wieder ganz anders aus.

Beim ATP-Turnier in Zagreb stürmte der 30-jährige Deutsch-Wagramer aus der Qualifikation heraus bis ins Viertelfinale, wo er dem Deutschen Michael Berrer knapp in drei Sätzen unterlag.

„Für mich war das super!“

„Da war ich dann schon ein bisschen ausgelaugt“, gesteht Melzer. „Inklusive Doppel habe ich immerhin acht Matches in sechs Tagen gespielt. Für mich war das aber super.“

„Das Selbstvertrauen ist wieder da. Vor allem in den ersten beiden Hauptbewerbsrunden gegen Petzschner und Seppi habe ich in den engen Situationen endlich wieder alles richtig gemacht.“

Melzer mit Bedingungen zufrieden

Nach dem Mammut-Programm in Kroatien begann Melzer die Davis-Cup-Vorbereitung in der Arena Nova von Wr. Neustadt erst am Sonntag mit einer lockeren Einheit.

Mit den vorherrschenden Bedingungen ist Österreichs Nummer eins mehr als zufrieden. „Es ist relativ langsam, aber das war ja auch unser Ziel. Zudem wird es im Laufe der Woche naturgemäß ein bisschen zügiger. Es sind aber trotzdem lange Ballwechsel zu erwarten.“

Trimmel: „Haben sicherlich eine 50:50-Chance“

Deshalb hat ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel vor seinem Debüt das Training so gestaltet, dass die intensiven Trainingseinheiten zu Wochenbeginn auf dem Programm stehen, ehe es „sukzessive zurückgenommen wird.“

Der 33-jährige Wiener freut sich, dass sowohl Melzer als auch Andreas Haider-Maurer und die Doppel-Spezialisten Oliver Marach und Alexander Peya „fit sind. Das ist schon mal sehr positiv. Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen können, haben wir sicherlich eine 50:50-Chance.“

Haider-Maurer setzt auf Außenseiter-Position

Der Turniersieg von Mikhail Youzhny am Sonntag in Zagreb ändert laut Trimmel nichts an dieser Ausgangsposition. Zudem sich die heimliche Nummer eins der Russen (aufgrund des ITF-Reglements wird der schlechter platzierte Bogomolov jr. als Top-Spieler geführt) in Zagreb leicht an der Schulter verletzte. Hinter seinem Start steht ein kleines Fragezeichen.

Ganz egal, ob es gegen Youzhny, Alex Bogomolov jr., Nikolay Davydenko oder Igor Kunitsyn geht: Österreichs Nummer zwei  Andreas Haider-Maurer ist vom Papier her in jeder Partie als Außenseiter zu sehen.

Mangelnde Spielpraxis soll kein Problem sein

Diesen Umstand sieht der 24-jährige Waldviertler, der erstmals auf österreichischem Boden Davis Cup spielen wird, auch als seinen Vorteil an: „Ich kann locker reingehen. Favoriten sind die anderen, der Boden kommt mir entgegen  – ich freu mich drauf!“

Kein Problem stellt für Haider-Maurer auch die mangelnde Spielpraxis dar. Da er zu Gunsten einer umfangreicheren Saison-Vorbereitung auf eine Reise zu den Australian Open verzichtete, hat er 2012 erst zwei Challenger-Turniere bestritten (1:2-Siege).

„Ich fühle mich fit und habe bei den Challenger-Turnieren trotz der frühen Niederlagen gute Leistungen gebracht. Die Spielpraxis ist zwar nicht optimal, ich bin aber bereit“, so „AHM“, der im vergangenen Jahr im Weltgruppen-Playoff gegen Belgien seinen ersten Davis-Cup-Sieg einfuhr (Drei-Satz-Erfolg über Xavier Malisse).

Melzer schätzt Chancen auf „60:40 für die Russen“

Etwas vorsichtiger als sein Kapitän zeigt sich Melzer, was die Sieg-Chancen anbelangt.

„Bei uns muss schon alles zusammenpassen, damit wir gewinnen können. Ich würde die Chancen vielleicht sogar auf 60:40 für die Russen einschätzen, da sie vom Spieler-Potenzial eine größere Dichte haben.“

Trotzdem hat Melzer den erstmaligen Einzug ins Weltgruppen-Viertelfinale seit 1995 im Visier. „Ich glaube fest daran!“

Keine Vergleiche mit Schaller

Die Zusammenarbeit mit Neo-Kapitän Trimmel, der zu Jahresbeginn das Amt von Gilbert Schaller antrat, verläuft laut Melzer nach Wunsch. „Es ist, wie wir es erwartet haben. Und da wir Spieler ihn uns ja als Kapitän gewünscht haben, ist das natürlich sehr positiv zu sehen.“

Vergleiche mit Schaller will Melzer aber nicht anstellen. „Das macht wenig Sinn. Es sind zwei komplett konträre Typen.“

Christian Frühwald

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