Ein Giftpfeil in Richtung Thiem

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"Manchmal ist es besser, die Südstadt zu verlassen"

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Ronnie Leitgeb teilt gegen Dominic Thiem aus.

Beim traditionellen „Captain’s Dinner“ vor dem Davis-Cup-Duell mit Lettland (12.-14. 9.) schießt der ÖTV-Präsident in Richtung des 21-Jährigen, der für das Ländermatch in der absagte.

Nachdem der Präsident des lettischen Tennis-Verbandes das Trainingszentrum in der Südstadt, in dem einige Letten trainieren, lobt, teilt der 55-Jährige aus.

„Besser, für sein Land zu spielen“

„Es ist schön, dass die lettischen Spieler die Südstadt als Trainingszentrum nützen“, freut sich der 55-Jährige über das Lob, nur um danach in Richtung des ÖTV-Youngsters auszuteilen.

„Manchmal ist es besser, die Südstadt zu verlassen und für sein Land Davis Cup zu spielen.“

Ein Satz, mit dem nur Thiem gemeint sein kann. Damit sorgt Leitgeb für das nächste Kapitel im Streit zwischen dem Verband und dem Niederösterreicher.

Ermüdung Grund für Absage

Der Weltranglisten-36. sagte sein Antreten für das Duell mit Lettland, um den Verbleib in der Europa/Afrika-Zone der Kontinentalgruppe I, nach dem Achtelfinaleinzug in die US Open aufgrund starker Ermüdung ab.

„Es tut mir leid, aber mein Körper braucht eine Pause. Ich muss die zwei Wochen rund um den Davis Cup nützen, um im Herbst angreifen zu können“, lautete die Begründung.

Böse Zungen behaupteten daraufhin, sein Trainer Günter Bresnik und er wollen dem Verband eins auswischen, da dieser aus dem Förderungsvertrag mit dem Lichtenwörthener ausgestiegen war.

Thiem-Antreten macht keinen Unterschied

Dass dem nicht so ist, betonte Thiem bei der Pressekonferenz zu den Erste Bank Open. Gegen einen stärkeren Gegner, gegen den er helfen hätte können, wäre er angetreten, versicherte der Jungspund.

„Im Doppel schade ich eher, als zu helfen. Da haben wir sehr gute Spieler. Es ändert sich nichts, wenn ich spiele. Wenn Ernests (Gulbis/Anm.) spielt, kann er gegen mich im Einzel einen Punkt holen. Ohne Ernests könnten wir mit einer noch viel schlechteren Mannschaft spielen und noch immer gewinnen“, prophezeite Thiem im LAOLA1-Interview.

Eine Meinung, die auch sein Coach Günter Bresnik teilt. „Ohne Gulbis gewinnt Österreich 5:0, mit ihm 3:2. Die beiden Punkte in den Einzeln ohne ihn und im Doppel sind Pflicht“, rechnete er in Anbetracht der weiteren lettischen Spieler, die allesamt außerhalb der Top 700 klassiert sind, vor.

Gulbis-Antreten fixiert

Bis zuletzt war also nicht ganz klar, ob Lettlands Nummer eins Ernests Gulbis, ebenfalls in der Südstadt unter Bresniks Fittichen, antreten wird.

Diese Frage wurde nun geklärt. Der Weltranglisten-13. Tritt definitiv an. Er komme am Donnerstag zur Auslosung (12 Uhr MESZ) nach Valmiera.

Dennoch geht Österreich als Favorit in das Aufeinandertreffen. Gulbis kann, wie Bresnik vorrechnete, maximal zwei Punkte holen. Die anderen beiden Einzel und das Doppel müssen gewonnen werden – und somit auch das Duell.

Und dann könnte das Hick-Hack endlich vorbei sein. Zumindest bis zur nächsten Davis-Cup-Runde.

 

Matthias Nemetz

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