Haider-Maurer kann nach Melzer-Pleite ausgleichen

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Das Davis-Cup-Duell in Örebro mit Schweden hat sich am Freitag für das österreichische Team zu einem harten Stück Arbeit entwickelt.

Zwar gewann Andreas Haider-Maurer in der Europa-Afrika-Zone I gegen Christian Lindell programmgemäß 3:6,4:6,2:6, doch hatte davor Jürgen Melzer gegen Elias Ymer in fünf Sätzen verloren.

Und im Doppel am Samstag ist das schwedische Duo wohl leicht zu favorisieren.

Lindstedt/Brunström noch ungeschlagen

Denn Robert Lindstedt/Johan Brunström haben ihre bisherigen sechs gemeinsamen Davis-Cup-Doppel gewonnen.

Alexander Peya/Jürgen Melzer müssen diese Serie ab 14.00 Uhr (live im LAOLA1-Ticker) brechen, um ihr Team nicht einem gehörigen Druck auszuliefern. Denn zumindest Ymer scheint gefährlich.

"Er ist jung, spielt locker drauf los und hat das Gefühl, er hat nichts zu verlieren", meinte Haider-Maurer über ihn.

Ymer beweist sein Talent

Gegen Melzer jedenfalls bewies der 18-Jährige sein Talent. Seinem 15 Jahre älteren Gegner hatte er in dessen 48. Davis-Cup-Einzel (20:28) in den ersten beiden Sätzen insgesamt drei Breaks zugefügt, Melzer Schwedens Nummer eins in dieser Phase nur eines.

Dann aber bekam der Weltranglisten-84. den 105 Plätze dahinter rangierenden Lokalmatador vorläufig in den Griff und glich in Sätzen aus.

Anstatt den Schwung mitzunehmen, gab Melzer aber sein erstes Aufschlagsspiel im fünften Satz ab und machte fortan dieses Manko nicht mehr wett. Der dritte Matchball Ymers zu dessen 6:4,6:3,3:6,2:6,6:3-Sieg saß.

"Es ist extrem bitter, wenn man sich so herankämpft und noch verliert", erklärte Melzer. Als Grund dafür, dass es nicht gereicht hat, führte Melzer das Fehlen von Matchpraxis und Selbstvertrauen an.

"Das muss man abschütteln"

In keinem Fall sei es an einem Unterschätzen des Gegners gelegen. "Im Moment bin ich nicht in der Position, jemand zu unterschätzen." Es fehle im Moment an Kleinigkeiten, um so eine Partie zu gewinnen.

"Es ist wieder eine am Deckel, aber das muss man abschütteln", erläuterte der frühere Weltranglisten-Achte. Körperlich habe er trotz fünf gespielter Sätze keine Probleme, die Fitness für das Doppel stimme.

Haider-Maurer wird Erwartungen gerecht

Der mit heuer starken Ergebnissen auf Weltranglistenplatz 55 verbesserte Haider-Maurer wurde seiner neuen Verantwortung als Nummer eins im ÖTV-Team gerecht, allerdings war ein Sieg gegen den 179 Plätze hinter ihm platzierten Lindell auch absolut zu erwarten gewesen.

Mit einem Break zum 2:0 im ersten Satz stellte der 27-Jährige das Kräfteverhältnis auf dem Platz auch schnell klar.

Der 23-Jährige aus der blau-gelben Truppe bot "AHM" im zweiten Durchgang allerdings Paroli, zumindest bis zum 4:4.

Dann ließ Haider-Maurer jedoch sieben Game-Gewinne in Serie folgen, erst bei 0:5 im dritten Satz gelang Lindell sein einziges Break im Match. Nach Abwehr von vier Matchbällen musste er sich letztlich doch glatt geschlagen geben.

"Habe den Druck gespürt"

"Natürlich habe ich den Druck gespürt", resümierte Haider-Maurer. "Im zweiten Satz habe ich einige Chancen ausgelassen, aber über das gesamte Match war ich eigentlich ungefährdet."

Stefan Koubek trauerte bei seinem Länderkampf-Debüt als Team-Kapitän der vergebenen Melzer-Chance nach: "Nach 0:2-Rückstand wäre es natürlich genial gewesen, wenn er das Match noch gewonnen hätte."

Sollte das ÖTV-Doppel verlieren, müssten am Sonntag (ab 13.00 Uhr) Haider-Maurer Ymer und anschließend Jürgen Melzer in seinem wohl dritten Match an diesem Wochenende Lindell in Schach halten.

Bei einem Sieg in Örebro ginge es daheim gegen die Niederlande (17.-19. Juli), bei einer Niederlage auswärts gegen den Verlierer aus Russland gegen Dänemark (1:1) gegen den Abstieg (12.-14. September).

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