Sharapova und Azarenka im Endspiel

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Victoria Azarenka und Maria Sharapova kämpfen am Samstag (09.30 Uhr MEZ) im Finale der Australian Open um den ersten Major-Titel des Jahres.

Die als Nummer drei gesetzte Weißrussin qualifizierte sich am Donnerstag in Melbourne mit einem 6:4,1:6,6:3-Erfolg über Titelverteidigerin Kim Clijsters (BEL) für das erste Grand-Slam-Endspiel ihrer Karriere.

In diesem trifft Asarenka auf die Nummer 4 des Turniers, Sharapova, die Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (CZE-2) mit 6:2,3:6,6:4 ausschaltete.

Kampf um Nummer eins

Das Finale wird auch entscheiden, wer der bisher auf dem Tennis-Thron sitzenden Caroline Wozniacki nachfolgen wird:

Die Siegerin dieses Duells ist auch die neue Nummer 1 der Welt. Sharapova war bereits einmal für 17 Wochen an der Spitze der Weltrangliste,

Azarenka wäre die erste Weißrussin überhaupt an dieser Position.

Clijsters letzter Auftritt in Melbourne

Die 22-Jährige beendete den Lauf von Clijsters, die damit zum letzten Mal in Melbourne zu sehen war.

Die vierfache Grand-Slam-Siegerin aus Belgien gibt mit Jahresende ja ihren endgültigen Abschied aus dem Tennisprofi-Zirkus.

Azarenka hat sich unterdessen von ihren manchmal auftretenden mentalen Problemen verabschiedet, wie sich auch selbst noch auf dem Platz ansprach.

"Ich glaube, ihr habt immer gedacht, dass ich ein mentaler Fall bin. Aber ich war einfach jung und emotional", sagte Azarenka zum Publikum. Sie gab aber zu, dass sie im Finish am Donnerstag sehr nervös war.

"Ich habe mich gefühlt, als wäre meine Hand 200 kg und mein Körper 1.000 kg schwer und alles hat gezittert." Doch als der Sieg Realität wurde, war die Erleichterung dementsprechend groß.

Azarenka seit elf Matches ungeschlagen

Azarenka ist heuer bereits elf Matches ungeschlagen, sie hat im Vorfeld ja auch das Turnier in Sydney für sich entschieden. Sie war bemüht, nicht zu sehr in Euphorie zu fallen.

"Heute war noch nicht das Ende, ich habe noch ein Match vor mir. Ich muss bescheiden und fokussiert bleiben."

Das Duell mit Sharapova wird wohl eines der lautesten Damen-Endspiele der Grand-Slam-Geschichte werden, sind doch beide Akteurinnen für ihr lautes Stöhnen auf dem Platz bekannt.

Für die 24-jährige Russin, die sich mit dem Dreisatz-Sieg über Kvitova für die bittere Wimbledon-Niederlage im Vorjahr revanchiert hat, spricht freilich die größere Erfahrung.

Immerhin bestreitet das in Florida lebende Tennis-Pin-up schon sein sechstes Grand-Slam-Finale und hat auch schon drei Titel gewonnen. Im Head-to-Head mit Asarenka steht es allerdings 3:3.

Viele Doppelfehler von Sharapova

Sharapova zeigte sich am Donnerstag keineswegs unantastbar, wovon zum Beispiel zehn Doppelfehler (!) zeugen.

Allein fünf davon im dritten Satz, doch Kvitova beging in diesem Satz allein 20 unerzwungene Fehler.

"Für mich hat es sich angefühlt, als hätte sie im dritten Satz immer den Vorteil", sagte Sharapova, "aber ich bin einfach drangeblieben. Ich liebe diesen Sport und manchmal findet man einen Weg zum Sieg, auch wenn man nicht sein bestes Tennis spielt", freute sich die Russin.

Clijsters nach Aus enttäuscht

Weniger erfreut war Kim Clijsters über ihr Aus. "Ich weiß, dass ich all diese Mädchen schlagen kann, aber es zählt, wer am Spieltag besser ist."

"Das ist enttäuschend, aber ich hätte schon vor zwei Tagen zu Hause sein können", erinnerte sie an ihr knappes Weiterkommen gegen Li Na nach Abwehr von vier Matchbällen und einer Verletzung.

Clijsters will sich bei ihrer Abschiedstour nun ganz auf die French Open konzentrieren. Dieser und der Wimbledon-Titel fehlt der 28-Jährigen noch.

"Es ist eine Herausforderung und eines meiner Ziele, wirklich gut vorbereitet nach Paris zu kommen und auf bestem Level zu spielen."

"Sieg wichtiger als Nummer eins"

Während Clijsters bald auf dem Heimweg ist, steht für Sharapova und Asarenka nicht nur der mit rund 1,84 Mio. Euro dotierte Siegerscheck auf dem Spiel, sondern auch die Nummer 1 der Welt.

"Für mich wäre ein Sieg hier bedeutsamer, als die Nummer eins zu sein", stellte Sharapova klar.

Die Russin kämpft um ihren vierten Major-Sieg nach Wimbledon 2004, den US Open 2006 und den Australian Open 2008.

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