Melzer und Paszek sind erneut die Favoriten

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Kein Nach-, ohne Vorteil.

Durch die geringe Zahl an ÖTV-Startern durfte sich Tennis-Österreich bei den Australian Open immerhin über eine 100-prozentige Erfolgsquote in der ersten Runde freuen.

Sowohl Jürgen Melzer als auch Tamira Paszek wurden am Montag ihrer Favoritenstellung gerecht und stehen nun unter den letzten 64 Spielern im Hauptbewerb.

In der Nacht auf Mittwoch wollen die beiden den nächsten Schritt machen. Auch in Runde zwei stehen die Chancen auf heimische Erfolge gut.

ÖTV-Asse wieder als Favoriten

Der an 26 gesetzte Melzer trifft auf Court 19 in der zweiten Partie nach 1 Uhr MEZ nach einem Herren-Doppel auf den Spanier Roberto Bautista-Agut.

Paszek, die Nummer 30 der Setzliste, bekommt es auf dem Show Court 3 nach einem Herren-Einzel (Nishikori vs. Berlocq) mit US-Teenager Madison Keys zu tun.

Was auf den ersten Blick nach glatten Siegen ausschaut, könnte sich aber im Endeffekt als durchaus schwierig erweisen. Sowohl Bautista-Agut als auch Keys sind aufstrebende Akteure.

17 Jahre jung und schon Top 100

Zwar ist Letztere gerade erst einmal 17 Jahre alt, so richtig grün hinter den Ohren ist die 1,78 Meter große Rechtshänderin aus Illinois aber längst nicht mehr.

Madison Keys gilt als großes Talent

Seit bereits acht Jahren trainiert Keys in der Chris-Evert-Akademie in Boca Raton. John Evert, der Bruder der 18-fachen Grand-Slam-Gewinnerin, ist persönlich für ihre Betreuung zuständig.

Mit ihren kraftvollen Grundschlägen und einem konstanten Aufschlag über 160 km/h spielte sich der Teenager bereits auf den aktuellen 105. Weltranglistenplatz nach vorne.

Dank ihrem Auftaktsieg in Melbourne über Casey Dellacqua wird sie sich in zwei Wochen erstmals in den Top 100 wiederfinden.

Sieg als 14-Jährige über Serena Williams

Als große Hoffnung gilt Keys in ihrer Heimat aber schon seit 2009 als sie mit gerade einmal 14 Jahren ihren ersten Sieg auf der WTA-Tour einfahren konnte.

In Ponte Vedra Bech schlug sie als Wild-Card-Starterin die damalige Weltranglisten-81. Alla Kudryavtseva in zwei Sätzen. Wenige Wochen später gewann sie in einer Exhbition 5:1 gegen Serena Williams.

Paszek: „Bin gut auf sie vorbereitet“

Diese Umstände haben sich auch zu Tamira Paszek rumgesprochen: „Ich habe sie zwar noch nie spielen gesehen und noch nicht einmal mit ihr trainiert. Sie schlägt aber angeblich sehr gut auf und spielt von der Grundlinie sehr aggressiv“, sagte die 22-jährige Dornbirnerin auf tennisnet.com.

„Sie ist talentiert, eine starke Gegnerin. Ich werde versuchen, mein Spiel zu spielen und selbst aggressiv aufzutreten. Ich bin auf jeden Fall gut auf sie vorbereitet.“

Bautista-Agut kratzt an den Top 50

Ebenfalls auf einem Career High steht Melzers Zweitrunden-Gegner in Melbourne.

Nachdem Roberto Bautista-Agut vor zwei Wochen in Chennai das erste ATP-Finale seiner Karriere erreichte und sich dort nur knapp in drei Sätzen dem Weltranglisten-Neunten Janko Tipsarevic geschlagen geben musste, kratzt der 24-jährige Spanier als Nummer 56 der Welt bereits an den Top 50.

Nicht schlecht für jemanden, der sich in der vergangenen Saison noch meist durch die Qualifikations-Mühlen kämpfen musste und bei einigen Challenger-Turnieren an den Start ging.

Offensive statt Defensive

Der ehemalige Jugendspieler von Villarreal entschied sich allerdings auch sehr spät für eine Karriere als Tennis-Spieler.

Erst mit 14 Jahren sattelte er endgültig von den gelben U-Booten zum gelben Filzball um.

Vielleicht liegt es an diesem Hintergrund, dass Bautista-Agut im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute eher das offensive Spiel bevorzugt.

„Kein typischer Spanier“

„Er ist kein typischer Spanier“, weiß Melzer. „Er ist einer, der hart draufhaut. Ich kenne ihn aber sonst kaum, habe nur einmal in New York mit ihm trainiert.“

Bei allem Respekt vor seinem Kontrahenten weiß der Deutsch-Wagramer aber auch: „Das ist natürlich eine lösbare Aufgabe.“

Neo-Coach Alexander Waske ist ebenfalls zuversichtlich: „Jürgen hat seine Sachen in der ersten Runde gut umgesetzt und vor allem seine Returns gut zurückgebracht. Er hat klasse gespielt“, wünscht sich der Deutsche, dass Melzers Aufwärtstrend anhält.

Christian Frühwald

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