"Aber darüber denke ich nicht nach. Ich will einfach nur mein Bestes geben", betonte der 27-Jährige, der wegen Blasen auf der Hand behandelt werden musste.
 
Traum vom Schweizer Finale geplatzt
 
Behindert wurde Nadal davon ganz offensichtlich nicht - Federer hatte gegen seinen Dauerrivalen klar das Nachsehen. Sein Traum von einem Schweizer Finale gegen seinen Freund Wawrinka und vom ersten Grand-Slam-Titel seit Wimbledon 2012 - seinem insgesamt 17. Grand-Slam-Triumph - platzte auf brutale Art und Weise.
 
"Er hat verdient gewonnen, weil er einfach der bessere Spieler war", sagte Federer frustriert. "Ich habe meine Chancen nicht genutzt und stand deshalb ständig unter Druck."
 
Dennoch blickte er zuversichtlich nach vorne. "Ich glaube, dass ich mein bestes Tennis noch vor mir habe." Auch vor weiteren Duellen mit dem Spanier hat er keine Angst. "Ich freue mich darauf, weil es immer große Matches auf großen Plätzen sind."
 
Federer kann Chancen nicht nutzen
 
Federer hielt die Partie nur im ersten Satz einigermaßen offen. Der 32-Jährige startete aggressiv und versuchte Nadal mit Netzattacken schnell in Bedrängnis zu bringen. Doch obwohl sich das mallorquinische Kraftpaket den ersten Durchgang erst mit 7:4 im Tiebreak sicherte, hatte man schon zu diesem Zeitpunkt das Gefühl, dass es Federer klar überlegen war. Allerdings konnte die Nummer eins der Welt seine insgesamt drei Breakbälle im ersten Satz noch nicht nutzen.
 
Im zweiten Abschnitt schlug der 27-Jährige dann zum 4:2 zu und sicherte sich wenig später den Satz mit 6:3. Federer setzte die eigene Chancenlosigkeit immer mehr zu. Der auf Weltranglistenplatz sechs abgerutschte Routinier haderte mit sich, blickte des öfteren flehend zu seinem Trainer Stefan Edberg auf die Tribüne.
 
Vor dem Spiel hatte Federer gesagt, er freue sich auf die Tipps des ehemaligen schwedischen Weltklassespielers, wie man Nadal schlagen könne. Doch was immer Edberg dem Schweizer gesagt haben mag, gefruchtet hat es nichts. Zu allem Übel wird Federer ab Montag erstmals seit 13 Jahren nicht mehr die Schweizer Nummer eins sein, da Wawrinka unabhängig vom Finale an ihm vorbeizieht.
 
Als Nadal im dritten Durchgang zum 2:1 ein weiteres Break gelang, schien die Partie ein schnelles Ende zu nehmen. Doch Federer wehrte sich noch einmal und nahm dem Spanier zum ersten Mal überhaupt den Aufschlag ab. Aber es blieb nur ein letztes Zucken. Zum 4:3 schaffte Nadal das nächste Break und verwandelte nach 2:24 Stunden seinen zweiten Matchball.

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