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Emotionale Abschieds-Gala für Thomas Muster

Mit großen Emotionen geht am Dienstag Abend das "Duell der Generationen" bei den Erste Bank Open in der Wr. Stadthalle über die Bühne.

Die heimische Legende Thomas Muster verabschiedet sich mit einem 2:6, 3:6 gegen Ausnahme-Talent Dominic Thiem endgültig von der großen Tennis-Bühne.

Der 44 Jahre alte Steirer wird beim letzten ATP-Turnier seiner Karriere von den 7.500 Zschauern schon vor dem Match mit Standing Ovations begrüßt.

Fans stehen hinter Muster

In Folge wird auch jeder Punktgewinn von seinen Fans frenetisch gefeiert. Obwohl das Publikum mehrheitlich klar auf Seiten des Altstars steht, wird aber auch Thiem sehr fair unterstützt.

Der 26 Jahre jüngere Seebensteiner liefert eine mental beeindruckende Vorstellung ab. Trotz der tollen Kulisse zieht der Youngster sein Spiel von Beginn weg bedingungslos durch.

Tränen bei der Abschiedsrede

Nur im zweiten Satz gerät Thiem etwas in Bedrängnis, als Muster mit einem Break 3:1 in Führung geht. Mit dem sofortigen Rebreak sorgt der Seebensteiner, der phasenweise mit über 200 km/h serviert, aber schnell wieder für klare Verhältnisse.

Nach dem verwandelten Matchball sagt Muster seinen Fans endgültig "Good bye". Bei seiner Abschiedsrede kann auch der sonst so coole Leibnitzer seine Tränen nicht mehr zurückhalten.

"Soll ich weinen oder spielen?"

"Es war eine unglaubliche Stimmung. Schon am Anfang wusste ich nicht, ob ich weinen oder spielen soll", erklärt der ehemalige Weltranglisten-Erste. "Wenn man sich nach so langer Zeit verabschiedet, ist schon Wehmut dabei."

Seinen möglichen Nachfolger lobt er, zugleich bittet er die Öffentlichkeit aber auch um Geduld.

Lob für Thiem

"Dominic hat die Kulisse hervorragend weggesteckt. Er hat verdient gewonnen und sich diese 20 ATP-Punkte hart erarbeitet. Sie helfen ihm auch mehr als mir. Ich hoffe, dass er in der nächsten Zeit nicht verheizt wird. Er hat ein großes Herz und eine mentale Stärke."

Es wäre allerdings nicht Muster, wenn er nicht auch ein bisschen dem Sieg nachtrauern würde. "Ich hätte auch gerne gewonnen. Leider habe ich nicht gut angefangen und auch etwas unglücklich gespielt."

Erster Sieg auf der ATP-Tour

Für Thiem ist es nach den Auftakt-Niederlagen in Kitzbühel und Bangkok in dieser Saison der erste Sieg auf der ATP-Tour.

"Mir ist ein unglaublich großer Stein vom Herzen gefallen. Beinahe ein Felsbrocken", atmet der Junioren-Finalist der French Open nach getaner Arbeit durch.

"Beeindruckt von der Kulisse"

"Ich war wirklich beeindruckt von der Kulisse. Es war das erste Mal, dass ich vor so vielen Leuten gespielt habe. Ich habe meine Leistung aber sehr gut abgerufen. Die mentale Hürde war sicher größer als die spielerische."

"Das frühe Break zum 1:0 hat sehr geholfen. Ich habe dann sehr stark serviert. Im zweiten Satz ist es schwieriger geworden. Mit dem Rebreak zum 2:3 habe ich es dann aber wieder im Griff gehabt."

Im Achtelfinale trifft Thiem am Donnerstag entweder auf den Russen Nikolay Davydenko oder den Belgier Steve Darcis.

Aus der Wr. Stadthalle berichtet Christian Frühwald

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