287 Wochen! Federer alleiniger Rekordhalter

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Wenn Roger Federer im Internet oder in einer Sportzeitung am Montag einen Blick auf die ATP-Weltrangliste wirft, wird er sich ein triumphales Lächeln nicht verkneifen können.

Zum 287. Mal scheint der 30-jährige Schweizer im Ranking vom 16. Juli 2012 als Nummer eins der Tennis-Welt auf. Damit lässt er Pete Sampras (286 Wochen an der Spitze) endgültig hinter sich und ist nun alleiniger Rekordhalter.

"Das Schwierigste in diesem Sport ist, sich an der Spitze zu halten", weiß die nunmehrige Nummer zwei der ewigen Bestenliste, die für Federer und dessen Rekord nur Lob übrig hat: "Roger hat das durch großartige Spielweise und Ausdauer geschafft."

Der Schweizer selbst verneigt sich vor Sampras: "Ich bin extrem stolz, dass ich Petes Rekord brechen konnte. Er war ein Held meiner Kindheit und ich habe immer zu ihm aufgesehen." Den Vergleich mit seinem Idol hat Federer längst für sich entschieden (siehe Tabelle unten).

Die am längsten dienende Nummer eins

Am 2. Februar 2004 erklomm der Schweizer im Alter von 22 Jahren und 5 Monaten nach seinem ersten Erfolg bei den Australian Open erstmals die Spitze des Rankings.

Eine Position, die er erst 237 Wochen später - am 18. August 2008 - an Rafael Nadal abtreten musste. Eine so lange ununterbrochene Zeitspanne am ATP-Thron verbrachte bis heute kein anderer Spieler der Tennis-Geschichte.

Nach etwas weniger als einem Jahr entriss Federer im Juli 2009 Nadal noch einmal die Nummer eins und verweilte weitere 28 Wochen an der Top-Position. Ausgerechnet eine Woche vor der Einstellung des Sampras-Rekords fiel Federer im Ranking zurück.

Viele dachten, er würde diese eine magische Woche nie mehr erreichen. Neben Nadal war dem Schweizer mit Novak Djokovic mittlerweile nämlich ein weiterer großer Rivale erwachsen.

Eine lange "Durststrecke"

Mit dem Triumph bei den Australian Open 2010 schien Federers ganz große Zeit endgültig dem Ende zu zu gehen. Bis Ende 2011 sollte er bei sieben Grand-Slam-Turnieren in Folge nur einmal (Niederlage bei den French Open 2011) das Finale erreichen.

Kategorie

Roger FEDERER

Pete SAMPRAS

Wochen Nummer 1

287

286

Nummer 1 am Ende des Jahres

5 Mal

6 Mal

Alter bei Nummer-1-Premiere

22 Jahre, 5 Monate

21 Jahre, 8 Monate

Alter bei letzter Nummer 1

30 Jahre, 11 Monate

29 Jahre, 3 Monate

Wochen Nummer 1 in Folge

237

102

Sieg/Niederlage-Statistik

853-192 (81,6%)

762-222 (77,4%)

Statistik Hardcourt

515-104 (51 Titel)

427-104 (36 Titel)

Statistik Sand

176-53 (10)

90-54 (3)

Statistik Gras

112-16 (12)

101-20 (10)

Statistik Teppich

50-19 (2)

144-44 (15)

ATP-Titel

75

64

Grand-Slam-Titel

17

14

Titel World-Tour-Finals

6

5

"Seine Antizipation und Timing haben nur ein paar wenige Spieler in der Welt", lobt Rod Laver. Boris Becker rechnet noch mit einigen Turniersiegen des Schweizers: "So lange er fit ist, muss man ihn immer auf dem Zettel haben, da er so unglaublich talentiert ist."

"Je länger er dem Tennis erhalten bleibt, desto besser für den Sport", meint Stefan Edberg.

Im Hinblick auf die Nummer-eins-Position fehlt Federer nun nur mehr ein einziger Rekord: Der älteste Ranking-Leader der Geschichte zu werden.

Andre Agassi hält mit 33 Jahren und vier Monaten die Bestmarke. Um diese zu knacken, müsste Federer zu Saisonende 2014 noch einmal von der Spitze der ATP-Weltrangliste lachen.

Michael Höller

"Ich hatte mir immer das Ziel gesteckt, die Nummer 1 zurückzuerobern", erklärt Federer. "Aber mit der hohen Leistungsdichte in unserem Sport in diesem Jahr dachte ich nicht, dass das so schnell gehen würde."

Seit Mitte des letzten Jahres ist Federer wieder voll da. Nach Turniersiegen in Basel, Paris-Bercy, Rotterdam, Dubai, Indian Wells und Madrid, Semifinali bei den US Open, French Open und Australian Open sowie dem Triumph bei den World Tour Finals in London spülte ihn sein siebenter Turniersieg in Wimbledon vor einer Woche endgültig an die oberste Position der Weltrangliste.

Diese wird er bis zum Ende des Olympischen Turniers in Wimbledon auch nicht mehr abgeben, womit er den Rekord von 287 Wochen weiter verbessern wird.

"Der kompletteste Spieler aller Zeiten"

In einem von der ATP produzierten Tribute-Video zollen Allzeit-Größen des Tennis dem Rekordhalter ihre Anerkennung. "Er ist der kompletteste Spieler aller Zeiten", meint etwa Marat Safin, nach dessen Niederlage gegen Federer im Finale von Melbourne 2004 der Schweizer erstmals zur Nummer eins aufstieg.

Von allen Spielern, die je auf Nummer eins standen, hat der Schweizer einzig gegen Nadal, Gustavo Kuerten, Yevgeny Kafelnikov und Patrick Rafter (gegen die letzten drei spielte er aber nur in seinen Anfängen auf der Tour) eine negative Bilanz (siehe Tabelle unten).

Gegner

Statistik

Letztes Match

Novak Djokovic (SRB)

15-12

6–3, 3–6, 6–4, 6–3 (Wimbledon 2012)

Rafael Nadal (ESP)

10-18

6-3, 6-4 (Indian Wells 2012)

Lleyton Hewitt (AUS)

18-8

5–7, 7–6, 6–2, 6–3 (Davis Cup 2011)

Andy Roddick (USA)

21-3

6–7, 6–1, 4–6 (Miami 2012)

Juan Carlos Ferrero (ESP)

10-3

6–2, 5–7, 6–1 (Rom 2012)

Marat Safin (RUS)

10-2

6–3, 6–2, 7–6 (Australian Open 2009)

Andre Agassi (USA)

8-3

6–3, 2–6, 7–6, 6–1 (US Open 2005)

Carlos Moya (ESP)

7-0

4–6, 6–4, 6–2 (Hamburg 2007)

Yevgeny Kafelnikov (RUS)

2-4

7–6, 6–1, 6–1 (Davis Cup 2002)

Gustavo Kuerten (BRA)

1-2

4–6, 4–6, 4–6 (French Open 2004)

Patrick Rafter (AUS)

0-3

6–4, 6–7, 6–7 (Halle 2001)

Marcelo Rios (CHI)

2-0

6–4, 6–2 (Madrid 2002)

Pete Sampras (USA)

1-0

7–6, 5–7, 6–4, 6–7, 7–5 (Wimbledon 2001)

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