"Tennis und Kitzbühel gehören zusammen!"

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Totgesagte leben länger. Nach einem Jahr Pause auf der ATP-Tennistour ist das traditionsreiche Event in Kitzbühel mit Neo-Turnierdirektor Alexander Antonitsch zurückgekehrt.

Trotz des Ausscheidens des dritten und letzten Österreichers, Andreas Haider-Maurer, am Dienstagabend in der ersten Runde zog der frühere Weltklasse-Spieler eine sehr positive Zwischenbilanz.

In den ersten Tagen habe man von den Zuschauern her alle Erwartungen übertroffen.

Schon viele Tickets vorverkauft

Keine Frage, die Drei-Satz-Niederlage von Haider-Maurer, der in Abwesenheit von Österreichs Nummer 1, Jürgen Melzer, der große heimische Hoffnungsträger war, tut auch dem Kärntner weh.

"Das gehört dazu, ich habe lange genug selbst gespielt. Es ist auch fürs Fernsehen 'tough', wenn wir keinen Österreicher mehr drinnen haben."

"Aber wir können kurz geknickt sein, und schon wieder positiv vorausblicken", meinte Antonitsch mit Hinweis darauf, dass für Freitag und den finalen Samstag die Kategorien A und VIP, also 2.500 Tickets täglich, bereits ausverkauft sind.

Mehr Fans als Gstaad oder Stuttgart

Die Wildcard für Altstar Thomas Muster hat sich voll ausgezahlt - rund 4.000 Zuschauer machten die Anlage so voll wie lange nicht mehr beim Tennis.

Doch der Turnierdirektor wertete es als "tolles Zeichen", dass auch am Dienstag über 3.500 Leute zum größten Sandplatzturnier Österreichs gefunden haben.

Schon jetzt habe man mehr Fans, als in Gstaad oder Stuttgart die ganze Woche über gekommen waren. "Das ist ein mächtiges Zeichen für das Turnier."

"Habe den Aufwand unterschätzt"

"Die Stimmung mit einem Lokalmatador ist natürlich besser. Jetzt adoptieren wir halt den Kohlschreiber (aus Deutschland, Anm.) und den Seppi (aus Südtirol). Und mit Alexander Peya haben wir am Donnerstag auch noch einen Wimbledon-Halbfinalisten im Doppeleinsatz", sagte Antonitsch.

Dieser lernte in seiner neuen Funktion seinen Sport aus neuer Perspektive kennen.

"Ich habe es vom Aufwand her unterschätzt. Ich komme mir jetzt vor, als wäre ich in einer zweiten Grand-Slam-Woche, und die habe ich als Spieler selten erreicht", meinte Antonitsch lachend.

"Ich habe ja schon begonnen, mich bei allen Turnierdirektoren, die ich je gequält habe, zu entschuldigen, weil man sieht wie hart es ist, es jedem Recht zu machen."

Herzensangelegenheit für Antonitsch

Noch steht nicht fest, ob Antonitsch auch 2012 Turnierboss sein wird, aber es sieht ganz danach aus.

"Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen: Geld ist nicht der Grund, dass ich es jetzt gemacht habe."

Es ist dem Kärntner auch eine Herzensangelegenheit, das spürt man auch. "Kitzbühel und Tennis gehört einfach zusammen", sagt er.

Emilio Sanchez soll helfen

Und das wird zumindest 2012 und 2013 auch so bleiben. Bei gutem Erfolg besteht eine Option auf Verlängerung. Mit der Vermarktungsagentur "octagon", die auch gewinnbeteiligt ist, habe man einen guten Partner gefunden.

"Die planen schon für nächstes Jahr. Auch ein Emilio Sanchez, der hier zweimal gewonnen hat, und die größte Tennis-Akademie Europas hat, hat Hilfe versprochen."

Das Geheimnis von Kitzbühel liegt in der Schönheit der Natur. "Es gibt Spieler, die sich vier, fünf Zimmer extra bezahlen und ihre Freunde oder Familien mitnehmen. Die spielen Golf, gehen zum Schwarzsee oder Paragleiten und sind begeistert."

Schwieriges Olympia-Jahr 2012

Wermutstropfen ist sicherlich, dass Jürgen Melzer nicht am Start war. "Wir werden es wieder probieren", verspricht Antonitsch.

Allerdings wird es 2012 nicht nur im Hinblick auf Melzer, sondern überhaupt sehr schwierig. Kitzbühel findet nämlich in der Woche vor den Olympischen Spielen (noch dazu in Wimbledon) statt.

"Da werden alle Turniere im Vorfeld ein ziemliches Problem haben. Aber wir haben einige Superideen. Und es werden auch gute Franzosen und Spanier nicht bei den Spielen dabei sein können", denkt Antonitsch an das beschränkte Kontingent bei Spielen.

Man setzt zum Teil auf die Nicht-Olympia-Starter und diejenigen, die sich nicht so große Chancen dort ausrechnen, aber einfach hinfahren. "Und es gibt auch Spieler, die nicht hinfahren, weil sie auf Rasen nicht gern spielen."

"Haben alle Ziele übertroffen"

Klingendere Namen wird es demnach wohl erst 2013 geben? "Die stärkeren Namen müssen passen. Ich will keine horrenden Summen für ein Ranking zahlen; der Spieler muss zu uns passen."

Antonitsch möchte verstärkt die umliegenden Regionen einbinden. Doch zunächst hofft er auf ein schöne restliche Woche auch ohne Lokalmatador im Einzel.

"Bis jetzt haben wir alle Ziele übertroffen, die wir uns gesteckt haben."

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