Neues Team, neues Glück

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Schlägt Sagan im 5. Anlauf bei Mailand - San Remo zu?

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Der Knoten bei Peter Sagan ist endlich geplatzt.

Der Slowake, der zuvor ob seiner 'Vorliebe' für zweite Plätze jede Menge Spott einstecken musste, durfte auf der 6. Etappe der Fernfahrt Tirreno-Adriatico endlich seinen ersten Saisonsieg feiern.

Nun gilt er auch als Favorit für die 106. Auflage des Rad-Klassikers Mailand - San Remo, welcher am Sonntag die Saison der Frühjahrs-Klassiker eröffnet.

Tief gestapelt

"Ich trete an, um ein Top-Ergebnis zu erzielen, wie auch bei jedem anderen Rennen", stapelt der 25-Jährige, der bereits vier Mal zur 'Fahrt in den Frühling' antrat, tief, fügt jedoch schnell hinzu: "Wenn ich am Start stehe, dann ist es das Ziel, auch zu gewinnen."

Allerdings gelang es Sagan bislang noch nie, das Radsport-Monument für sich zu entscheiden. Bei seiner Premiere wurde er 17., 2012 Vierter und 2013 – bei starkem Schneefall – Zweiter hinter Gerald Ciolek.

Im vergangenen Jahr, bei Regen, Wind und Hagel belegte er Rang zehn. Ein anderer Fahrer sorgte hingegen für eine Premiere: Mit Alexander Kristoff gewann zum 1. Mal in der Geschichte des Frühjahrsklassiker ein Norweger.

"Kaum vorhersehbar"

"Im Radsport kann viel geschehen, auch meine Konkurrenten haben sich den Sieg zum Ziel gesetzt. Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man", prophezeit er.

Mut kann ihm der Umstand machen, dass fünf der letzten sechs Austragungen der "Classicissima" von einem Sprinter gewonnen wurden.

Allerdings gibt er zu bedenken: "Das Rennen ist kaum vorhersehbar. In den letzten drei Jahren waren es nicht die Favoriten, die den Sieg geholt haben, stattdessen waren es Außenseitererfolge."

Das beste Team der Welt?

Der dreifache Gewinner des Grünen Trikots steht seit seinem Wechsel von Cannondale zu Tinkoff-Saxo unter besonderem Druck, da Eigentümer Oleg Tinkov viel Geld in die Verpflichtung des Slowaken gesteckt hat.

Das Ziel? Das beste Team der Welt zu sein. Giro und Tour sollen von Alberto Contador gewonnen werden, die Klassiker von – genau – Sagan. "Ein großes Talent muss immer Druck verspüren – egal ob durch Gott oder ob es sich selbst unter Druck setzt. Und wenn man einen Vertrag über mehrere Millionen hat, trifft das umso mehr zu", gab Tinkov jüngst in der "L'Equipe" zum besten.

Umso erleichternder wird es für den slowakischen Meister sein, dass er nun seinen ersten Erfolg für den neuen Arbeitgeber eingefahren hat. "Wir wissen selbst, wie wir uns unter Druck setzen und brauchen niemand anderes, um das für uns zu tun", konterte Sagan seinem Boss.

Auf ihn zugeschnitten

Im Radsport ist man glücklicherweise nicht immer auf sich alleine gestellt. "Alles, was ich tun kann, ist mein Bestes zu geben in dem Wissen, dass ich ein starkes und motiviertes Team im Rücken habe", stützt er sich auch auf seine Teamkameraden.

Denn der Radstar wird beim längsten Rennen der Saison (293 km) von einem ganz auf ihn ausgerichteten Aufgebot bestehend aus Daniele Bennati, Maciej Bodnar, Roman Kreuziger, Matti Breschel, Manuele Boaro, Christopher Juul-Jensen und Matteo Tosatto unterstützt.

Haller und Eisel dabei

Österreichische Unterstützung erfahren hingegen die Teams Sky und Katusha, die mit Bernhard Eisel bzw. Marco Haller an den Start gehen.

Während sich der frischgebackene Vater, der den Frühjahrs-Klassiker bereits zum 10. Mal in Folge bestreitet, wohl wie gewohnt ganz in die Dienste seines Teams um Ian Stannard und Geraint Thomas stellt, wird sich auch Marco Haller unterordnen müssen.

Denn im Team des Sprinters, der seine gute Form zuletzt am Donnerstag bewies, als er beim GP Nobili di Stresa (UCI-Kategorie 1.HC) den dritten Platz belegte, fährt niemand Geringeres als Vorjahres-Sieger Alexander Kristoff...

 

Henriette Werner

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