Klassiker: Pechvögel, Gewinner und Verlierer

Aufmacherbild
 

Das Frühjahrs-Wetter spielt derzeit verrückt und hält jede Menge Überraschungen bereit.

Ähnlich verhielt es sich mit den Frühjahrs-Klassikern, die am Sonntag mit Lüttich-Bastogne-Lüttich einen packenden Abschluss fanden.

Mal trumpften die Top-Stars auf und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Dann wieder räumten Profis ab, die nur die wenigsten auf dem Zettel hatten.

Wie immer gab es Gewinner und Verlierer. Dazwischen mischten sich einige Pechvögel. Wir präsentierten die größten davon:

Tom Boonen

Im US-Sport würde man sagen: Der Belgier war „on fire“. Unglaublich, wie abgezockt sich „Turbo-Tom“, der in den vergangenen Jahren so manches Tal durchschreiten musste, präsentierte. Erst der Sieg bei E3 Harelbeke, dann der Erfolg bei Gent-Wevelgem. Als wäre der Rekord-Sieg bei der Flandern-Rundfahrt – es war sein dritter – nicht Sahnehäubchen genug, legte der 31-Jährige auch noch eine Machtdemonstration bei Paris-Roubaix, wodurch er mit Rekord-Champion Roger de Vlaeminck gleichzog, nach.

Philippe Gilbert

Im Vorjahr demoralisierte er seine Gegner und schien fast übermächtig. Davon ist über den Winter nicht viel übrig geblieben. Gilbert konnte keinen einzigen Vorjahres-Sieg – und davon gab es mit dem Brabantse Pijl, dem Amstel Gold Race, Lüttich-Bastogne-Lüttich oder dem Fleche Wallonne jede Menge – wiederholen. Die magere Ausbeute: Sechster beim Amstel Gold Race, Dritter beim Fleche Wallonne. Bei den weiteren Rennen hatte er nicht den Hauch einer Chance, so landete er in Lüttich abgeschlagen auf Platz 16.

Thomas Voeckler

Jahr für Jahr beeindruckt der Elsässer aufs Neue. Galt er früher als purer Kämpfer, konnte er dieses Image spätestens mit dem vierten Platz bei der Tour de France 2011 ablegen. Inzwischen darf man den 32-Jährigen getrost auch als Klassikerjäger bezeichnen. In Flandern wurde er toller Achter und kündigte seine Top-Form bereits an. Beim Brabantse Pijl triumphierte er schließlich mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die Konkurrenz. Weitere Siege blieben aus, doch mit den Rängen vier (Amstel Gold Race) und fünf (Lüttich-Bastogne-Lüttich) wusste er auch bei den abschließenden Klassiker-Riesen zu überzeugen.

 Die Schleck-Brüder

Gut, auf Kopfsteinpflaster fühlten sich Andy und Fränk noch nie sonderlich wohl. Daher war es keine Überraschung, dass die beiden Luxemburger diese Rennen nicht in ihren Kalender aufnahmen. Die Performance des Duos in den letzten beiden Wochen (Amstel, Fleche, Lüttich) zählt hingegen ganz klar zu den Enttäuschungen. Während Fränk zumindest in Ansätzen zeigte, aufsteigende Form zu haben, wurde diese bei Andy gänzlich vermisst. Sein „Highlight“ war Rang 50 in Lüttich.

 Cancellara/Anton/Langeveld

Hätte, wäre, wenn – es zählt alles nichts, und doch wäre Fabian Cancellara möglicherweise der Einzige gewesen, der Boonen auf Kopfsteinpflaster etwas entgegenzusetzen gehabt hätte. Ein Schlüsselbeinbruch bei der Flandern-Rundfahrt kam dazwischen und kostete ihn die Teilnahme an den folgenden Rennen. Dieselbe Verletzung zogen sich auch Sebastian Langeveld und Igor Anton zu. Ersterer, da ihm in Flandern ein Zuschauer in die Quere kam und er mehrere Meter durch die Luft geschleudert wurde. Letzterer kam in bei Lüttich-Bastogne-Lüttich in der Neutralisation zu Fall und konnte so den Bewerb erst gar nicht starten.

 

Christoph Nister

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen