Wiggins stößt Martin vom Thron

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Wiggins durchbricht die Martin-Dominanz

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Nach drei Jahren ist Tony Martins Dominanz bei im Einzelzeitfahren bei Weltmeisterschaften zu Ende. 

Der Deutsche muss sich wie schon bei den Olympischen Spielen 2012 in London Bradley Wiggins geschlagen geben.

Der britische Sir, für den es der erste WM-Titel in dieser Disziplin ist, verweist Martin auf dem 47,1 km langen Kurs im spanischen Ponferrada mit 26 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Bronze holt der Niederländer Tom Dumoulin (+40).

Die beiden Österreicher können nicht vorne mitmischen. Riccardo Zoidl klassiert sich auf Platz 27, Matthias Brändle landet auf Rang 35.

Wiggins: "Habe mir die Strecke gut eingteilt"

Mit Ausnahme der ersten Zwischenzeit ist Wiggins durchgehend der schnellste Mann. "Ich habe gewusst, dass ich gute Beine habe. Es war ein harter Kampf gegen Tony, aber ich habe mir die Strecke gut eingeteilt", erklärt der 34-Jährige, für den es der erste EZF-WM-Titel ist.

Der britische Volksheld vergisst auch im Moment des Sieges nicht auf seine Liebsten: "Ich will diesem Erfolg meiner Familie widmen. Meine Frau war immer für mich da."

Für Wiggins sind die Titelkämpfe in Spanien die letzten Straßen-Weltmeisterschaften. Der Tour-de-France-Sieger des Jahres 2012 will sich ab dem nächsten Jahr wieder auf den Bahnradsport konzentrieren und strebt in Rio 2016 seine fünfte Olympia-Gold-Medaille an.

Wiggins strebt Stundenweltrekord

"Es war ein schwierigies Jahr mit vielen Aufs und Abs, ich war nicht bei der Tour. Das ist meine letzte Weltmeisterschaft. Ich verabschiede mich mit Gold. Was soll ich da noch sagen?", gibt sich Wiggins überglücklich.

Im nächsten Jahr will er den Stundenweltrekord in Angriff nehmen. Erst kürzlich hatte Jens Voigt im Schweizer Grenchen mit 51,115 km eine neue Bestmarke aufgestellt. Wiggins will sich gezielt darauf vorbereiten, diesen Rekord zu brechen: "Wenn ich das tue, dann nur einmal."

Martin hadert

Silber-Medaillengewinner Martin verpasst es unterdessen seinen vierten Zeitfahr-Titel in Folge einzufahren. Damit hätte er mit Rekord-Titelträger Fabian Cancellara (SUI) gleichziehen können, der in diesem Jahr zugunsten des Straßenrennens auf einen Start im Kampf gegen die Uhr verzichtete.

"Ich habe es bereits die letzten Tage gefühlt. Ich bin keine Maschine. Ich habe mich müde gefühlt und muss analysieren, warum das so war", hadert Martin. Für den Deutschen ist es der nächste Rückschlag in Ponferrada, nachdem er beim Mannschaftszeitfahren mit dem Omega Pharma-Quickstep-Team nur den dritten Platz belegt hatte.

Bei einem längeren Zeitfahren ist es für Martin die erste Niederlage seit über einem Jahr. Damals hatte ihn Cancellara bei der Vuelta besiegt.

Brändle zollt hohem Anfangstempo Tribut

Die österreichischen Radler verfehlen den angestrebten Platz in den Top 15. Riccardo Zoidl (LAOLA1-Interview) ist mit seinem 27. Platz zwar nicht zufrieden, stuft den Rückstand von 3:15 Minuten aber als "gering" ein. Matthias Brändle hätte man nach starkem Start mehr als Rang 35 zugetraut.

Nach der 12. Zwischenzeit bei der ersten Zeitmessung muss der Vorarlberger, der zuletzt mit zwei Etappensiegen bei der Tour of Britain beeindruckte, vor allem auf den letzten Kilometern dem hohen Anfangstempo Tribut zollen.

"Die ersten 30 Kilometer waren Top, die letzten zwölf ein richtiger Flop. Als ich in den Berg reinfuhr, hat es mir regelrecht die Füße zugemacht. Ich dachte schon an einen Defekt, aber es waren meine Wadln Ich habe heute alles probiert, aber es hat zum Schluss nichts mehr gepasst. Das war eine neue Erfahrung heute für mich, wenn auch keine gute", so Brändles Analyse.

Am Sonntag beim Straßenrennen haben er und Zoidl aber erneut die Chance auf einen Spitzenplatz.

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