Froome gegen spanische Armada

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Vuelta: Contador ist zurück, Froome schon wieder da

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In Spanien hat Christopher Froome endlich freie Fahrt.

Der bei der Tour de France noch durch Teamorder zugunsten von Bradley Wiggins vom möglichen Sieg abgehaltene Sky-Profi darf ab Samstag bei der Vuelta a Espana auf eigene Faust fahren.

Von Podestplätzen dürfte Froome mittlerweile genug haben, zumal er bei der Tour hinter seinem britischen Landsmann Wiggins und auch im Vorjahr in Spanien Zweiter war - damals vor Wiggins und nur 13 Sekunden hinter Juan Jose Cobo.

Kein Österreicher am Start

Der spanische Überraschungssieger des Vorjahres gilt auch bei der mit einem Mannschaftszeitfahren in Pamplona beginnenden 67. Auflage als einer der Sieganwärter.

Dazu kommen mit Alberto Contador und dem Giro-Zweiten Joaquin Rodriguez zumindest noch zwei weitere Spanier.

Auch der Tour-Vierte Jurgen van den Broeck aus Belgien und der schwedische Ex-Österreich-Rundfahrtgewinner Fredrik Kessiakoff sollten um den Sieg mitfahren können.

Österreichische Teilnehmer sucht man in der Teilnehmerliste hingegen erstmals seit 2008 vergeblich.

Was gibt der Körper noch her?

Der in Kenia geborene Froome tritt aufgrund seines absolvierten Sommer-Monsterprogramms mit Tour und Olympia samt Bronze im Zeitfahren vorsorglich aber schon etwas auf die Bremse und bringt aus seiner Mannschaft den Olympiazweiten Rigoberto Uran, Sergio Henao und Richie Porte ins Spiel.

"Ich gehe als Kapitän in das Rennen, aber das heißt nicht, dass wir nicht noch andere Leute für das Gesamtklassement haben."

"Rigoberto und Sergio haben beide großes Potenzial, und auch Richie ist einer, der glänzen kann", so Froome, der wie Wiggins bei der Tour für einen britischen Premierensieg in Spanien sorgen könnte.

Der "Pistolero" ist zurück

Lassen Froome seine vielen Rennwochen zurückhaltend sein, dürfte bei Contador genau das Gegenteil das Problem sein.

Die fehlende Rennpraxis wegen seiner erst am 8. August abgelaufenen Dopingsperre sprechen gegen seinen zweiten Vuelta-Sieg nach 2008.

Dennoch ist der früher oftmals unantastbare Contador zuversichtlich, zumal der bei seinem Tour-de-France-Sieg 2010 des Dopings überführte Spanier in seiner sechsmonatigen Auszeit hart trainiert hat und er die schweren Vuelta-Bergetappen mehrfach abgefahren ist.

"Bin in guter Form"

Contador zählt vor allem Cobo, dessen Movistar-Teamkollegen Alejandro Valverde und den Russen Denis Mentschow als ehemalige Vuelta-Gewinner zu den Sieganwärtern

Aber auch Froome sei einer davon, so der Spanier. "Er hat schon im Vorjahr gezeigt, dass er gewinnen hätte können, wenn er die nötigen Freiheiten bekommen hätte. Und heuer bei der Tour hat er eine spektakuläre Leistung gezeigt und bewiesen, dass er der Stärkste war", zeigte sich Contador beeindruckt.

Mit seiner Verfassung vor dem einzigen Saisonhöhepunkt ist er zufrieden.

"Ich bin in guter Form. Ich habe mich von Tag zu Tag besser gefühlt und bin mir sicher, dass ich meine Form noch verbessern kann", sagte er nach Rang vier bei seinem Comeback-Rennen, der Eneco-Tour.

Alle fahren für Contador

Für seinen Saxobank-Teamchef Bjarne Riis reichen die wenigen Rennkilometer aus, um siegessicher zu sein.

"Unser einziges Ziel bei der Vuelta ist es, durch Alberto Contador die Gesamtwertung zu gewinnen. Er hat sich bei der Eneco-Tour ein gutes Comeback absolviert und gezeigt, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. Er ist bereit für die große Rundfahrt der Saison", betonte Riis.

Die diesmal 3.360 km lange Vuelta bewegt sich bemerkenswerterweise ausschließlich im Nordteil des Landes. Der südlichste Punkt ist Madrid, wo die Rundfahrt nach 21 Etappen endet.

Die Entscheidung sollte am Tag zuvor am berüchtigt steilen Bola del Mundo, einer von sechs schweren Bergankünften, fallen.

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