Wiggins' Start bei der Tour de France wackelt

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Bradley Wiggins und das Jahr 2013 - bislang ein einziges Missverständnis.

Der große Abräumer des letzten Jahres - neben dem Sieg bei der Tour de France und Gold bei den Olympischen Spielen gewann er auch Paris-Nizza, das Critérium du Dauphiné und die Tour de Romandie - kommt in dieser Saison einfach nicht in Schwung.

Noch schlimmer: Er ist inzwischen völlig außer Tritt geraten und bangt um seinen Start bei der 100. Tour de France (29. Juni bis 21. Juli).

Kein vernünftiges Training möglich

Der 33-jährige Brite leidet seit einigen Wochen an einer Brustinfektion, nun gesellte sich auch noch eine hartnäckige Knieverletzung dazu. Diese resultierte aus einer fehlerhaften Pedaleinstellung.

Sky-Teammanager Dave Brailsford gab gegenüber dem "Guardian" preis, dass an intensives Training seines Schützlings derzeit nicht zu denken sei.

"Nach diesen Rückschlägen kann ich bestätigen, dass Brad derzeit nicht richtig trainieren kann. Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam."

Die Tour-Teilnahme gerät in Gefahr

Die Lage für den Tour-Titelverteidiger ist kritisch, schließlich musste er bereits bei seinem ersten großen Saisonziel, dem Giro d'Italia, vorzeitig aufgeben.

Seine Teilnahme an der Tour de Suisse, die von 8. bis 16. Juni über die Bühne geht, wackelt nun ebenfalls gehörig und auch sein Start bei der "Grande Boucle" (29. Juni bis 21. Juli) ist in Gefahr.

Für Wiggins und Sky wäre das ein herber Rückschlag.

Bradley Wiggins kommt in dieser Saison einfach nicht in Schwung

Sky würde taktischen Vorteil verlieren

Zwar steht inzwischen fest, dass der Vorjahres-Zweite Chris Froome in diesem Jahr die Mannschaft als Kapitän anführt, doch den Titelverteidiger gibt man freilich nur ungern verletzungsbedingt vor.

Zumal mit Wiggins an Bord die taktischen Möglichkeiten für den britischen Rennstall bedeutend zunehmen und einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten würden.

Für "Wiggo" wäre eine Tour-Absage der absolute Tiefpunkt in dieser Saison. Bereits im Winter erklärte er, dass der ganze Medienrummel um seine Person viel Energie kostete.

Die Spitzenresultate blieben aus

Das machte sich über das gesamte Frühjahr bemerkbar. Während der zum Ritter geschlagene britische Volksheld die Konkurrenz im Vorjahr nach Belieben dominierte, wurde er in dieser Saison stets von kleineren Wehwehchen zurückgeworfen.

Die großen Erfolge blieben aus, fünfte Plätze bei der Katalonien-Rundfahrt und dem Giro del Trentino waren bislang das Maximum, zudem gewann er mit Sky das Teamzeitfahren des Giro d'Italia.

Eine Entscheidung über Wiggins' Tour-Start wird das Team solange wie möglich hinauszögern. Doch selbst dann, wenn das Ärzte-Team die Knieverletzung in den Griff bekommen sollte, erscheint es unwahrscheinlich, dass der Brite in Bestform antreten kann.

Es droht ein weiteres Kapitel in einer bisher verkorksten Saison zu werden.

 

Christoph Nister

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