Der dritte Sturz war zu viel

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Froome stürzt sich ins Aus

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Titelverteidiger Christopher Froome hat die Tour de France nach seinem dritten Sturz beenden müssen.

Der Brite kam am Mittwoch auf dem 5. Teilstück bei Regen zweimal zu Fall und gab die Frankreich-Radrundfahrt auf.

Bereits am Vortag gestürzt

Der Sky-Kapitän war bereits am Vortag gestürzt und hatte sich dabei Blessuren an Knie, Oberschenkel und Schulter sowie eine Handgelenksprellung zugezogen.

Auf dem fünften Teilstück von Ypres in Belgien nach Arenberg ging der 29-jährige Vorjahressieger neuerlich zu Boden.

Nach dem zweiten Sturz rund 70 km vom dem Ziel humpelte Froome unter Schmerzen zum Sky-Betreuerfahrzeug, steig ein und gab damit auf.

Tagessieg für Boom

Zwei Stunden später jubelte Tagessieger Boom aus den Niederlanden als Solist nach der 155,5 Kilometer-Tortur im Dauerregen auf aufgeweichtem Paris-Roubaix-Terrain. Der Fahrer vom Team Belkin siegte vor dem Dänen Jakob Fuglsang, Vorjahressiebenter der Tour und 2012 Gewinner der Österreich-Rundfahrt, und Nibali (beide Astana).

Der eigentliche Berg- und Abfahrt-Spezialist Nibali baute seinen Vorsprung gegenüber seinen direkten Konkurrenten im Gesamtklassement aus und nahm seinem jetzt vermeintlich härtesten Rivalen um den Gesamtsieg, Alberto Contador aus Spanien, rund zweieinhalb Minuten ab. Nebenbei düpierte der Sizilianer auch die Spezialisten um den dreifachen Paris-Roubaix-Sieger Fabian Cancellara.

Das große Drama war gewollt

De Organisatoren wollten das große Drama - und sie bekamen es. Viele Profis hatten vor dem Klassiker-Parcours inmitten einer Drei-Wochen-Tour gewarnt und von Unverantwortlichkeit gesprochen. Tony Martin hatte zu den größten Skeptiker gezählt und seine Kritik ("Spiel mit der Gesundheit") auch laut geäußert. Ebenso wie Froomes österreichischer Teamkollege Bernhard Eisel.

"Er hat schon richtig Schmerzen. Wenn es eine normale Etappe wäre, würde keiner jammern, aber eine Pflasteretappe, das ist die Hölle", meinte der Steirer vor dem Etappenstart im Gespräch mit der APA. Regen sei das Letzte, was man auf einem solchen Abschnitt wolle. Man werde nicht nur Können, sondern auch Glück brauchen, so Eisel (Tages-53.). Diese Hoffnung blieb aber unerfüllt.

Sturz ohne Folgen

Der große Sieger vom Mittwoch hieß Nibali, der sein Debüt in der "Hölle des Nordens" gab. Der Sizilianer, eigentlich im Hochgebirge zu Hause, wuchs über sich hinaus. Aber auch er musste zu Boden - ohne schwerwiegende Folgen allerdings.

Die Fahrt über die berüchtigten Feldwege aus den Zeiten Napoleons wurden durch den Dauerregen noch schwieriger zu passieren. Die Veranstalter hatten sich entschlossen, die insgesamt neun Passagen über Kopfsteinpflaster mit einer Gesamtlänge von 15,4 Kilometern zwar etwas zu entschärfen, aber die Gefahren wurden kaum gemindert.

Zwei Sektoren mit einer Länge von 2.400 Metern wurden nicht befahren - dort stand am Morgen das Wasser in tiefen Schlaglöchern. 2010 hatte zuletzt eine Tour-Etappe ähnliches Profil, zahlreiche Fahrer hatten sich bei damals sogar bestem Wetter zum Teil schwer verletzt.

Das war kaum vergleichbar mit dem Sturzfestival vom Mittwoch. Kaum ein Fahrer kam ohne Komplikationen ins Ziel. Auch der dreifache Etappengewinner Marcel Kittel war zu Fall gekommen, ohne sich schwer zu verletzen.

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