Nibali holt sich Gelb zurück

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Sieg & Gelb für Nibali, schwarzer Tag für Contador

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Der Italiener Vincenzo Nibali hat am Montag die zehnte Etappe der Tour de France gewonnen und sich das "Gelbe Trikot" des Gesasmtführenden von Lokalmatador Tony Gallopin zurückgeholt.

Der Astana-Profi siegte am französischen Nationalfeiertag nach 161,5 Kilometern von Mulhouse nach La Planche des Belles Filles vor dem Franzosen Thibaut Pinoit (+15 Sekunden) und dem Spanier Alejandro Valverde (20).

Schienbeinbruch bei Contador

Zuvor hatte die 101. Auflage der Tour ihren zweiten Favoriten verloren. Der Spanier Alberto Contador stieg aufgrund der Folgen eines Sturzes 80 km vor dem Etappenende mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzt aus.

Der zweifache Tour-Sieger erlitt nach einer ersten Untersuchung einen Schienbeinbruch und muss operiert werden.

Der britische Vorjahressieger Chris Froome hatte bereits am Mittwoch aufgeben müssen.

"Unglaublich schwer"

Nibali drehte erst auf dem 5,9 km langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 8,5 Prozent Steigung so richtig auf, ließ Joaquim Rodriguez - der das Bergtrikot von Tony Martin übernahm - noch stehen, und holte sich auf 1.035 Metern Seehöhe seinen zweiten Etappensieg.

"Das war eine sehr, sehr schwere Etappe, und Scarponi hat nach seinem Sturz eine unglaubliche Arbeit für mich geleistet. Ich hatte gute Beine, deshalb konnte ich Rodriguez zum Schluss noch stehen lassen", sagte der Italiener.

Der Giro-d'Italia-Sieger von 2013 ist nun in den noch anstehenden elf Teilstücken der große Gejagte, er hat bereits 2:23 Minuten Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Richie Porte aus Australien.

"Seine eigene Schuld"

Contadors folgenschwerer Sturz ereignete sich auf der Abfahrt des Petit Ballon gut 95 km vor dem Ziel. "Es war seine eigene Schuld. Er hatte beschleunigt und war in ein Schlagloch gefahren", berichtete der Belgier Jurgen van den Broeck.

Dabei verletzte sich Contador am rechten Knie, das bandagiert werden musste. Sein Bein war blutverschmiert, das Trikot schmutzig und die Hose zerfetzt.

Der Tour-Champion von 2007 und 2009 musste Rad und Schuhe wechseln und verlor vier Minuten bei dem ungewollten Zwischenstopp.

Aussichtlos

Wie paralysiert ließ er die Behandlungen durch den Tour-Arzt über sich ergehen, stieg aber trotzdem noch einmal auf sein Rad. Zusammen mit seinen Teamkollegen setzte er die Fahrt fort, 15 km später sah er die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein.

Contador legte kurz den Arm um Kollege Michael Rogers, dann beendete er seine persönliche Tour der Leiden und setzte sich in den Begleitwagen zu Teamchef Bjarne Riis.

"Vor der Aufgabe hat uns Alberto gesagt, dass er überall Schmerzen habe und es so keinen Sinn mache. Bis heute war alles gut gegangen. Unser Plan war klar. Das Rennen verlief auch absolut planmäßig. In dem Bruchteil einer Sekunde ist alles schief gegangen", sagte Contadors Sportdirektor Philippe Maudit.

Genesungswünsche

Für Contador ist der Ausfall besonders bitter.

Der 31-Jährige war in herausragender Form angereist, die er mit 2009 verglich, als er die Tour beherrscht hatte.

Nibali und Co. wünschten Contador sofort eine rasche Genesung, auch der Brite Froome meldete sich via Twitter: "Großer Verlust für die Tour. Erhol dich gut, ich hoffe, wir sehen uns bei der Vuelta."

Sturzserie setzt sich fort

Damit setzte sich die Sturzserie bei der diesjährigen verregneten Tour fort.

Neben Froome, der Brüche am linken Handgelenk und an der rechten Hand erlitt, waren auch schon Andy Schleck (Kreuzbandriss, Seitenband- und Meniskusriss sowie Knochenprellungen) und Mark Cavendish (Bänderrisse in der Schulter sowie eine Eckgelenksprengung) schwer zu Sturz gekommen.

Am Montag stürzte übrigens auch der bisherige Gesamtdritte Tiago Machado (NetApp), der aber weiterfahren konnte.

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