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Hallo, liebe LAOLA1-User,

wie ihr alle wisst, werden bei der Tour de France vier Trikots vergeben.

Das Gelbe für den besten Fahrer in der Gesamtwertung, das Grüne für den schnellsten Sprinter, das Gepunktete für den erfolgreichsten Kletterer und das Weiße für den stärksten Jungprofi.

Außerdem wird am Ende in Paris auch beste Mannschaft geehrt, denn der Radsport ist auch ein Mannschaftssport.

Ja, richtig gelesen! Ohne starkes Team hast du keine Chance auf den Gesamtsieg oder eines der begehrten Trikots.

Und dafür braucht es nicht nur starke Beine, sondern auch eine gute Taktik.

Wenn also zum Beispiel eine Mannschaft auf das Sprint-Trikot losgeht, muss jenes Team, das den Träger des Grünen Trikots in seinen Reihen hat, die Arbeit machen.

Oft wird an mehreren „Fronten“ gekämpft, dann wird es unüberschaubar. Das merkt man auch bei der TV-Übertragung, wenn die Reporter irgendwann aussteigen.

Als Road Captain war es in den letzten Jahren meine Aufgabe, in jeder Situation ganz genau zu wissen, wer warum fährt und vor allem ob man den fahren lassen kann.

Oft hast du auch gar nicht die Chance, dich mit dem sportlichen Leiter auszutauschen. Es ist Vollgas – da musst du in der Sekunde eine Entscheidung treffen.

Wenn du auf die Information aus dem Betreuerauto wartest, kann es zu spät sein. Ich habe sogar die Startnummern von Fahrern auswendig gelernt, die gefährlich werden könnten.

Doch damit ist es nicht getan: Es muss für die Sicherheit der Top-Fahrer gesorgt werden und dafür, dass sie freie Fahrt haben. Als Helfer muss man kurbeln, wenn der Abstand zu groß wird, muss Getränkeflaschen holen, wenn der Kapitän Nachschub braucht.

Jede Menge Arbeit – mit dem Wissen, dass man eigentlich keine Chance auf einen Etappensieg hat. In früheren Jahren habe ich immer ein bisschen damit spekuliert.

Heute weiß ich: Da müsste alles zusammenlaufen und ich ganz blöd in irgendeine Gruppe kommen. Nur so viel Glück habe ich in meinem Leben nicht.

Von den 182 Fahrern, die noch im Rennen sind, heißt es für den Großteil: Arbeiten, arbeiten, arbeiten.

Es sind die drei härtesten Wochen des Jahres – aber für all jene, die dabei sein können auch die schönsten.



Bis zum nächsten Mal,

euer Bernie





Bernhard Eisel ist Österreichs erfolgreichster Radprofi der letzten Jahre. Der Steirer war zuletzt neun Mal in Folge bei der Tour de France am Start und ist damit auch ÖRV-Rekordteilnehmer. Seit 2012 fährt Eisel für das britische Team Sky, das im Vorjahr einen Doppelsieg feiern konnte. Mehr über den 32-Jährigen auf seiner facebook-Seite.

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