Eisel: "Meine Beine sind in Urlaubs-Stimmung"

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Bernhard Eisel verfolgt die Tour de France recht entspannt, der Nichtnominierung trauert er nicht nach. Seinen Sky-Teamkollegen Christopher Froome sieht er in einer guten Position für den zweiten Gesamtsieg nach 2013.

"Ein Dreiminuten-Polster ist angenehm, aber nicht die Welt", meinte Eisel noch vor dem Ende der 18. Etappe am Donnerstag.

Der 34-jährige Wahl-Kärntner hat nach der Tour de Suisse pausiert ("Meine Beine sind in Urlaubsstimmung") und befindet sich seit zehn Tagen wieder im Training. Anfang August steigt er in Hamburg wieder ins Renngeschehen ein mit dem Ziel, eine gute WM zu fahren.

Two more Years

Seine Karriere wolle er noch zwei Jahre fortsetzen, bekräftigte der Steirer bei einer Gesprächsrunde des Sponsors seines aktuellen Rennstalls in Wien.

Gut möglich, dass er ab 2016 weiterhin für das britische Team Sky fährt. "Ich habe mit Sky verhandelt und auch mit anderen Teams gesprochen. Es muss nur noch der Vertrag aufgesetzt werden", sagte Eisel.

"Wir sind die Champions League"

Dem enormen Stress und der Nervosität im Feld der Tour vor allem an den ersten zehn Tagen glaubt Eisel mit einer Reduzierung des Starterfeldes beikommen zu können.

"Wir sind die Champions League, da haben Wild-Card-Teams nichts verloren", erklärte Eisel und sprach vor allem die französischen Rennställe an, die vom Organisator jedes Jahr ungeachtet der Leistung eingeladen werden.

"Es sollten nur 16 Teams fahren, die auch den Background haben, um die WorldTour zu stemmen."

Auch Haselbacher, Wrolich glauben an Froome

Auch die Ex-Tour-Teilnehmer Peter Wrolich und Rene Haselbacher glauben nicht, dass Froome der Gesamtsieg noch streitig gemacht werden kann.

"Wenn Froome nicht stürzt, wird ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Er ist einfach zu gut in Form", sagte Wrolich. "Er ist technisch nicht der beste Fahrer, aber von seiner Stärke her glaube ich nicht, dass ihm noch etwas passieren kann", meinte Haselbacher.

Das Double Giro-Tour, das heuer Alberto Contador schaffen wollte, hält Eisel übrigens für unmöglich.

Eisel-Kritik an einigen Journalisten

Dass das Thema Doping stets in Verbindung mit dem Mann im Gelben Trikot in Verbindung gebracht wird, weiß Eisel. Während der Tour würden sich stets "Fachleute" in den Vordergrund drängen, jeder wisse alles über Wattzahlen und Leistungsfaktoren.

"Ich kenne meinen Körper sehr gut, aber mit Watt kenne ich mich gar nicht aus", sagte der Routinier und kritisierte auch die Art des heutigen Journalismus. "Einige wollen sich profilieren und stechen genau dann rein, wenn die Tour beginnt."

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