Team Tirol: Großer Coup beim Heimspiel?

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Der Start der 64. Österreich-Rundfahrt rückt immer näher.

Zum ersten Mal fungiert Innsbruck als Auftaktort, gerade für das Team Tirol etwas Besonderes und zugleich die einmalige Chance, sich vor der Haustür einem breiten Publikum zu präsentieren.

Obwohl David Wöhrer, eines der jungen Talente im Team Tirol, Salzburger ist, fiebert er dem 1. Juli logischerweise entgegen.

„Für österreichische Teams das Größte“

„Für österreichische Teams ist die Rundfahrt das Größte. Und es ist sehr lässig, dass in Innsbruck gestartet wird. Für unser Team ist es etwas Besonderes, unser Hauptsitz ist ja hier. Ich hoffe auch, dass einige Zuschauer kommen und uns anfeuern“.

Mit der richtigen Unterstützung schafft es der 22-Jährige vielleicht auch wieder – wie im Vorjahr auf dem Weg nach St. Johann/Alpendorf – in eine Fluchtgruppe. Den Beinen gehe es auf jeden Fall gut, das sei aber nicht das einzige Kriterium für einen (erfolgreichen) Ausreißversuch.

„Für eine Auftaktetappe wird es schon ziemlich schwer. Die Runde ist ziemlich hart, aber es ist möglich, dass Ausreißer durchkommen. Zumindest vom Profil her würde es sich anbieten. Wir werden vor dem Heimpublikum natürlich versuchen, möglichst gut zu fahren und uns zu zeigen. Damit es gelingt, in eine Spitzengruppe zu kommen, braucht man aber auch ein wenig Glück“, weiß Wöhrer.

Pozzovivo als Topfavorit

Eine Fluchtgruppe ist auch die einzig wirkliche Möglichkeit für den Salzburger, sich so richtig in Szene zu setzen: „Auf das Klassement zu fahren, ist für mich aufgrund des starken Fahrerfeldes sehr schwer“, so die realistische Einschätzung.

Dafür traut Wöhrer einem Teamkollegen in Bezug auf die Gesamtwertung viel zu: Ich glaub, dass Jure (Anm.: Golcer) sicher vorne mitfahren kann. Ganz vorne. Top-10 sicher, vielleicht sogar Top-5.“

Wöhrers Topfavorit auf Gelb ist aber ein Anderer. „Rohregger hat das Podest drauf, aber Pozzovivo (Anm.: 2012 Achter beim Giro d'Italia, ein Etappensieg) ist sicherlich sehr, sehr stark. Am Kitzbüheler Horn wird er der Favorit sein und da fällt immer ganz gerne eine Vorentscheidung.“

Fall Furdi kein Stimmungstöter

In den letzten Tagen vor dem Start hat sich der Trainingsumfang reduziert, ab Freitag sind Wöhrer und seine Mannschaftskameraden in Innsbruck. Die Stimmung im Team ist gut, daran konnte auch die positive Dopingprobe des Slowenen Blaz Furdi nichts ändern: 

„Ich war zu dieser Zeit in Thüringen beim Nationalteam. Ich habe nur ganz wenig über die Medien mitbekommen. Blöd, wenn das im eigenen Team passiert. Es war eine Party-Dummheit, das ist keine gute Werbung. Aber auf die Österreich-Rundfahrt sollte das keine Auswirkungen haben.“

Nachdem in vergangenen Jahren vermehrt das Thema Doping die Radsport-Schlagzeilen bestimmt hat, rücken aber allmählich wieder die Leistungen auf der Straße in den Fokus. Fünf Österreicher beim Giro 2012. Rekord.

Der Traum vom Ausland

Auch Wöhrer bemerkt den Aufschwung der heimischen Pedalritter: „Es gibt recht viele Junge, die gut fahren. Es kann schon bergauf gehen. Das Niveau ist höher, der Riccardo Zoidl zum Beispiel fährt eine extrem starke Saison. Die Österreicher können sich bei der Rundfahrt sicher gut zeigen.“

Sich zeigen wird auch nötig sein, um irgendwann einmal den Sprung ins Ausland zu schaffen, was Wöhrer als „Traum“ bezeichnet.
„Das zu schaffen, ist aber relativ schwierig, denn es gibt nicht so viele Teams. Dann muss man schon sehr gute Ergebnisse einfahren.“

Vielleicht ja schon in Innsbruck.



Máté Esterházy

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