"Das ist ein Traum, ich freue mich riesig"

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Aller guten Dinge sind drei, besagt ein Sprichwort.

Bei Gregor Mühlberger trifft es exakt zu.

Nachdem er in den letzten beiden Tagen vergeblich versuchte, Teil einer Ausreißergruppe der 66. Österreich-Rundfahrt zu sein, hat es im dritten Anlauf endlich geklappt.

"Eine g'scheite Watschn gekriegt"

„Ich habe die erste Attacke gleich genutzt“, stellte der 20-Jährige zufrieden fest. Aufgrund von Gegenwind und der Unruhe im Feld war es in der ersten Stunde richtig schwer. „Das Anfangstempo war so schnell, dass ich gleich mal eine g’scheite Watschn gekriegt habe“, erklärte er gegenüber LAOLA1.

Danach wurde es allerdings besser, die Beine fühlten sich gut an und der Niederösterreicher in Diensten des Tirol Cycling Teams hielt mit seinen Fluchtkollegen mit.

Gregor Mühlberger (Tirol Cycling Team) auf dem Weg zum Hochtor

Auch von deren ungestümen Attacken auf dem Weg hoch zum Großglockner ließ er sich nicht beeindrucken. „Das Hinfahren zu ihnen war schwer. Ich wusste aber, dass der Berg sehr lang ist und ich mir die Kräfte einteilen muss.“

In der Ruhe liegt die Kraft

Mühlberger blieb daher ruhig, ließ sich nie nervös machen und fand sich kurz vor der Bergwertung am Hochtor in der überraschenden Situation, den Titel des Glocknerkönigs in greifbarer Nähe zu haben.

„Ich habe mir gedacht, dass ich (gegenüber Jesse Sergent) der Schwächere bin“, so der Youngster ehrlich. Seine Sprintstärke verhalf ihm dann allerdings doch zum Sieg beim Dach der Rundfahrt, der ihm neben einem Sonderpreis auch eine Prämie von 2.503 Euro einbrachte. (Die Liste aller Glocknerkönige)

Das ÖRV-Talent darf sich als erster Österreicher seit Gerrit Glomser vor sechs Jahren Glocknerkönig nennen und kann es kaum glauben. „Der Titel bedeutet mir richtig viel. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.“

Mühlberger fährt im zweiten Jahr für die rot-weiß-rote Continental-Equipe, bei der Österreich-Rundfahrt feierte er Premiere. „Ich bin zum ersten Mal dabei, das ist ein Traum. Ich freue mich riesig.“

"Ich konnte nicht mehr"

Die grenzwertigen Bedingungen – Regen, starker Nebel und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt – setzten ihm allerdings gehörig zu. Vor allem die kurze Abfahrt nach dem Hochtor, hin zum Anstieg zum Fuscher Törl „war sehr schwer. Ich habe kämpfen müssen, überhaupt rauf zu kommen.“

Entsprechend ließen dann auch schnell die Kräfte nach. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel, als Sergent die entscheidende Attacke lancierte, die schließlich zum ersten neuseeländischen Tagessieg in der Ö-Tour-Geschichte führte, war der Ofen aus.

„Ich habe dann gleich mal abgestellt. Der Kopf war nicht mehr da, die Füße haben nicht mehr mitgespielt. Ich konnte nicht mehr.“

Mühlberger musste für seine Anstrengungen bezahlen, doch das Lächeln im Gesicht verlor er trotzdem nicht. Kein Wunder, hat er doch den bis dato prestigeträchtigsten Erfolg seiner noch jungen Laufbahn eingefahren.


Henriette Werner / Christoph Nister

Fahrer Team Zeit
1. Gregor Mühlberger (AUT) Tirol Cycling 2:28:14
2. Jesse Sergent (NZL) Trek Factory +2 Sek.
3. Fabio Silvestre (POR) Trek Factory +13 Sek.
4. Yohan Bagot (FRA) Cofidis +25 Sek.
5. Sebastian Lander (DEN) BMC Racing +1:26 Min.

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