Kessiakoff gewinnt Ö-Tour, Schlussetappe an Bennati

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Wien - Strahlende Sieger beim Finale "Horaire" der 63. Österreich Rundfahrt.

Vor dem Wiener Burgtheater sicherte sich Italiens Sprintstar Daniele Bennati einen großen Sprintsieg und der Schwede Fredrik Kessiakoff (Astana) brachte auf der achten Etappe sein Führungstrikot von Podersdorf am Neusiedler See sicher nach Wien.

Den zweiten Gesamtplatz belegte NetApp-Profi Leopold König vor dem spanischen Tour-Sieger Carlos Sastre.

Frühe Ausreißer

Nach dem Start in Podersdorf am Neusiedler See bildete sich rasch eine sechsköpfige Spitzengruppe. Die Fahrer Dominik Hrinkow von Vorarlberg, Christensen, Kwiatowski, Roe, Pliuschin und Docker bauten ihren Vorsprung bis Wien auf etwas mehr als eine Minute aus.

Die Führenden harmonierten sehr gut und konnten sich auf den abschließenden zehn Ringrunden lange vorne halten. Doch das Tempo im Feld war zu hoch und in der dritten Runde hieß es Feld geschlossen.

Bennati: "Ich habe gelitten"

Im Massensprint vor Tausenden Zuschauern siegte dann Daniele Bennati, für den es der erste Triumph nach einer langen Verletzungspause war, im Sprint klar vor dem Slowaken Martin Velits und dem Deutschen Roger Kluge.

"Ich habe so gelitten in den letzten Tagen. Der Sieg heute war für mich selbst die größte Überraschung. Mit meinen Kollegen Davide Vigano und Robert Wagner haben wir schon für die Massensprints bei der Vuelta geprobt und ich hoffe, dort läuft es ebenso gut", lächelte der Italiener, der ein Spezialist für Abschlussetappen sein dürfte. Im Jahr 2007 gewann er die prestigeträchtige Etappe der Tour de France.

Kessiakoff vierter schwedischer Gesamtsieger

Der große Triumphator Österreich Rundfahrt ist aber der Schwede Fredrik Kessiakoff.

Mit seinem Etappensieg am Kitzbüheler Horn übernahm er die Gesamtführung. Bis zum Abschluss der Ö-Tour war sein Führungstrikot nie in Gefahr. Der 31-Jährige zählte in den Bergen zu den dominierenden Fahrern, hatte ein starkes Team hinter sich und verblüffte gestern beim Zeitfahren in Podersdorf am Neusiedler See mit Rang fünf.

Kessiakoff ist damit der vierte schwedische Tour-Sieger nach dem Triple von Lasse Nordvall, Roland Ström und Gunnar Göransson in den Jahren 1955 bis 1957. Seine ersten Worte nach dem Zieleinlauf:

"Ich bin einfach nur überglücklich! Das ist der größte Erfolg in meiner Radsportkarriere. Vergleichen kann ich diesen Erfolg aber nicht mit meiner WM-Medaille im MTB-Cross Country, das war ein anderes Sportlerleben“, so der ehemalige Mountainbike-Profi.

Die Klassementsieger

Neben Gesamtsieger Fredrik Kessiakoff wurden vor dem Wiener Burgtheater auch Etappensieger Greg Van Avermaet als Sprintsieger und der Franzose Nicolas Edet als Triumphator in der Bergwertung geehrt.

Beste Mannschaft der Tour waren die Fahrer von Astana, die sich knapp gegen Geox-TMC durchsetzen konnten. Und der beste Nachwuchsfahrer in der U25-Wertung wurde der tschechische NetApp-Profi und Gesamtzweiter Leopold König.

Rohregger: "Der Radsport ist wieder im Aufwind"

Nach dem Toursieg 2008, Rang zwei ein Jahr davor und einem vierten Platz 2006 rollte der Tiroler Thomas Rohregger erneut als Vierter nach Wien.

Sein Ziel war das Podium, deshalb war die Enttäuschung nach dem Zeitfahren im Burgenland groß. Aber eingeklemmt zwischen Tour de France-Sieger Carlos Sastre und drei Sekunden vor Giro d'Italia und Vuelta-Triumphator Denis Menchov beendete der 28-Jährige die Rundfahrt als bester Österreicher auf Rang vier inmitten der Weltelite.

"Es war ein richtiges Radsportfest zum Abschluss der Tour. Die Stimmung in Wien war der Wahnsinn. Das war ein gutes Indiz dafür, dass sich der Radsport wieder im Aufwind befindet. Für mein Team war es eine tolle Woche mit dem heutigen krönenden Abschluss von Daniele. Wir hatten alle viel Spaß bei der Tour."

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