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Preidler: "Nicht okay, wie mit uns umgegangen wird"

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Zunächst galt es lediglich als ein Gerücht unter vielen, inzwischen ist es traurige Gewissheit:

Das Team Type 1 plant eine Zäsur und setzt die halbe Mannschaft vor die Tür.

Einer der Leidtragenden ist ein Österreicher. Georg Preidler, eines der größten heimischen Talente im Rad-Zirkus, muss sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Während der Pressesprecher des Teams, Chris Baldwin, sich in Zurückhaltung übt und keine offiziellen Statements zum Strategiewechsel bestätigen will, wird Preidler im Gespräch mit LAOLA1 konkreter.

„Nicht okay, wie mit uns umgegangen wird“

„Uns wurde mitgeteilt, dass es besser wäre, ein neues Team zu suchen“, so der Steirer verwundert. Team Type 1, der Name bezieht sich auf die Diabetes-Krankheit, will sein Team ausschließlich mit Zuckerkranken besetzen.

Für Preidler und seine Kameraden heißt es „Pech gehabt“. Eine Vorgehensweise, die alles andere als Gentlemen-like ist und damit so gar nicht den Team-Gepflogenheiten entspricht.

„Ich finde es nicht okay, wie aktuell mit uns umgegangen wird“, beklagt sich Preidler, der ansonsten nur Lob für die Verantwortlichen übrig hat. „Ich kann mich nicht beschweren. Es war stets alles toporganisiert, die Zahlungen waren zudem immer pünktlich.“

Teamsuche gestaltet sich schwierig

Der 22-Jährige gibt allerdings zu bedenken: „Sie hätten uns im Frühjahr sagen können, dass wir uns nach einem Plan B umschauen sollten.“

Dadurch wäre den Profis genug Zeit eingeräumt worden, um sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Nun allerdings gestaltet sich dieses Vorhaben weniger einfach als gedacht.

„Die meisten Teams sind bereits voll. Jene, die noch Platz haben, warten lieber bis zur WM ab. Es geht dabei auch um die Punkte, die ein Fahrer mitbringt. Ich hoffe, dass ich bis zum Beginn der Weltmeisterschaft eine Mannschaft gefunden habe, allerdings ist es nicht so leicht wie erhofft.“

Gerücht: „Nichts Konkretes dran“

Preidler, der ein bis Ende 2013 datiertes Arbeitspapier unterzeichnete, wird von „radsport-news“ mit der zweitklassigen französischen Equipe Bretagne Schuller in Kontakt gebracht. Ist an dieser Mutmaßung etwas dran?

„Das ist nichts Konkretes“, so Preidler gegenüber LAOLA1. „Ich habe mit den Teamverantwortlichen noch nie geredet, nur mein Manager hat sich mal erkundigt. Ich bin immer noch auf der Suche.“

Generell würde der Steirer ein Engagement in der Beletage bevorzugen und hofft daher auf Interesse seitens der WorldTour-Rennställe. Sollte sich diese Tür nicht öffnen, wird ihm jedoch nicht angst und bange.

Saison neigt sich dem Ende zu

„Dann müsste ich mich bei den ProConti-Teams umschauen. Das sollte auch nicht ganz so schwierig werden. Da gibt es genügend Teams, die immer wieder Fahrer brauchen.“

Wenngleich die Teamsuche in der Prioritätenliste derzeit den Platz an der Sonne einnimmt, wird auch das tägliche Brot, sprich der Rennalltag, nicht vernachlässigt.

Bereits am Wochenende steht das Eintagesrennen Paris-Brüssel auf der Tagesordnung, ehe der GP Fourmies zu bezwingen ist.

Neues Team als krönender Abschluss?

Den Saisonausklang bilden das U23-Straßenrennen sowie das Mannschaftszeitfahren bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden. Die Besonderheit am Zeitfahren: Die Herkunft spielt dabei keine Rolle, da Teams an den Start gehen und keine Nationen. Für Preidler wird es somit zum Abschiedsrennen bei Team Type 1.

„Danach sollte es das für dieses Jahr gewesen sein“, blickt Preidler dem nahenden Saisonende entgegen, das in der Findung einer neuen Mannschaft einen krönenden Abschluss finden soll.

 

Christoph Nister

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