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Contador will stärkeres Team

Alberto Contador wollte seinem großen Landsmann Miguel Indurain nacheifern.

Nach dem souveränen Giro-Gewinn im Mai, sollte im Juli der Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt folgen. Es wäre das erste Double dieser Art seit 1993 (eben durch Indurain) geworden.

Genug der Konjunktive, schließlich kam alles anders. Der Saxo-Bank-Kapitän musste sich mit Rang fünf zufrieden geben und es war Cadel Evans der den Tour-Titel zum ersten Mal nach Australien holte.

Team nicht stark genug


Contador selbst hat gleich mehrere Gründe parat, wieso es nichts mit seinem vierten Triumph bei der „Grande Boucle“ wurde. Das Double hält er zwar für möglich, allerdings nur mit einem stärkeren Team.

„Man braucht Etappen die einem liegen. Ein Prolog, ein Bergzeitfahren oder ein zweites Einzelzeitfahren, aber kein Mannschaftszeitfahren, wenn man kein starkes Team hat“, gab Contador gegenüber der "Marca" zu Protokoll.

Natürlich seien auch noch die Stürze – Zeitverlust inklusive – in der ersten Tour-Woche dazugekommen.

„Nicht normal“


Zudem waren die Rahmenbedingungen alles andere als ideal: „Was die Vorbereitung angeht, war das sicher nicht mein bestes Jahr“, sagte der 28-Jährige, der von sich behauptet alles bei der Tour gegeben zu haben und glücklich zu sein.

Gar nicht glücklich ist Contador mit dem Verlauf seines Dopingverfahrens. Die Verhandlung vor dem internationalen Sportgerichtshof (CAS) wurde vor wenigen Tagen ein weiteres Mal verschoben. Im November soll es so weit sein.

„Es ist nicht normal, dass das so lange dauert, aber ich hoffe es endet gut und bald“, stellte der Spanier, dem bei Verurteilung eine Sperre droht, klar.

Wohl kein WM-Start

Auch wegen seiner unsicheren Situation konnte Contador wenig über seinen Rennkalender sagen. Klar ist nur, dass er die Vuelta auslässt und wahrscheinlich auch die WM in Kopenhagen.

„Der Kurs ist zu flach für mich, da lohnt sich eine Vorbereitung nicht. Andererseits ist die WM in Dänemark und ich fahre für ein dänisches Team, aber momentan ist das Rennen nicht in meinen Plänen“, ließ Contador zumindest eine kleine Hintertür offen.

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